Christa Götz

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Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Sparen, Reformieren, Vielfalt fördern, Zukunft gestalten, neue Wege gehen – das ist das Ziel der CSU.
Die staatliche Ernährungsberatung wurde mit dem Ministerratsbeschluss vom 16. Dezember 2003 abgeschafft. Das ist Fakt. – Liebe Kollegin Sonnenholzner, ungesunde Lebensmittel gibt es nicht. Das möchte ich ganz besonders herausstellen. Es kommt darauf an, in welcher Menge man das Eine oder Andere isst.
Mit dem Rückzug aus der Ernährungsberatung sollen in Zukunft die Personalkosten sowie die Kosten für den sächlichen Verwaltungsaufwand gesenkt werden. Gleichwohl bleibt die Kernkompetenz des Staates mit Weißenfels Ernährung erhalten. Ernährung ist ein Teilgebiet des Verbraucherschutzes und ein Teilgebiet der Gesundheitsförderung und der Prävention.
Nur langsam, ich sage Ihnen das noch.
Die Kompetenzen wurden auf die Ministerien für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, für Unterricht und Kultus und für Landwirtschaft und Forsten verteilt. Anzumerken ist, dass insbesondere das Landwirtschaftsministerium ganz besonders auf gesunde, frische und regionale Erzeugnisse und Produkte achtet.
Der Antrag der SPD läuft ins Leere. Wir haben ihn bereits in drei Ausschüssen abgelehnt. Auch in Zukunft ist sichergestellt, dass die Ernährungsberatung in Bayern auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse steht. Dafür sorgt das LGL. Die gesunde Ernährung der Frauen, Familien und Kinder fällt in die Thematik Gesundheitsförderung und Prävention. Unberührt bleibt dabei die Ausbildung an Land- und Hauswirtschaftsschulen, sowie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Hier ist wiederum das LGL zuständig.
Die Verbrauchersouveränität, die Werteorientierung und das Qualitätsbewusstsein bei der Lebensmittelauswahl sind auch weiterhin gewährleistet. Ich möchte insbesondere auf die Qualitätssiegel „QS“ und „Bio“ erwähnen. Die Ernährungsberatung bietet Aufklärung in den Fragen der Ernährungspsychologie und der Beratung für gesundheitsbewusste Ernährungserziehung, wobei objektiv und neutral informiert wird. Dies steht stets an erster Stelle.
Wir, die CSU, wollen Vielfalt fördern, neue Wege gehen, das heißt eine flächendeckende Ernährungsaufklärung. Die Ernährungsfachfrauen des bayerischen Bauernverbandes arbeiten bayernweit in allen Landkreisen.
Sie sollten zuhören.
Bayernweit sind die Ernährungsfachfrauen des bayerischen Bauernverbandes unterwegs. Hauswirtschaftsmeisterinnen der ländlichen Hauswirtschaft, die immer auf dem neuesten Stand der Ernährung sind und immer geschult werden, gehen in die Dörfer, zu den Verbänden und Vereinen. Die AOK bedient sich dieser Ernährungsfachfrauen ab Herbst 2004 bayernweit. Das heißt, sie sind vor Ort.
Das Pilotprojekt läuft ab jetzt in Mittelfranken. Es ist hervorragend. In meinem Landkreis gibt es sieben Ernährungsfachfrauen. Sie besuchen Kindergärten, Grundschulen und Hauptschulen. Sie halten Vorträge, Vorführung auch bei katholischen und evangelischen Frauenvereinen, bei allen Gruppierungen, ob bei Zentrallandwirtschaftsfesten oder in der Konsumenta. Überall stehen
diese Ernährungsfachfrauen im Dialog mit den Verbrauchern. Diese Frauen sind kompetent.
Heutzutage kann sich jeder informieren. Es gibt sehr viele Möglichkeiten – ob Fachveranstaltungen, Messen oder regionale Ausstellungen, Infomedien, Printmedien, Fernsehen, Ärzte, Apotheken, Volkshochschulen, Kneippvereine usw. Diese Veranstaltungen werden sehr gut besucht. Die ernährungsbewussten Bürger und Bürgerinnen können ihr Wissen überall erneuern. Das Internet bietet immer Auskunft.
Das heißt, meine Damen und Herren, Vielfalt und Zukunft. Das heißt aber auch Geld sparen. Das Ziel der bayerischen Verwaltungsreform ist, nicht mehr alles Wünschbare aufrechtzuerhalten, sondern das Unerlässliche anzubieten; denn die Situation und die Sparmaßnahmen zwingen uns dazu. Somit ist der Antrag der SPD abzulehnen.
Sehr geehrte Frau Vizepräsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Frau Rütting, immer mehr Menschen verpflegen sich außer Haus. Das ist Fakt. Sicherlich sind die Großküchen ein wichtiger Umschlagplatz für mehr Gesundheit. Da gebe ich Ihnen vollkommen Recht. Deswegen hat ja auch der damalige Verbraucherminister Sinner – heute ist er hier – im November 2002 dieses Thema aufgegriffen.
So wurde im Frühjahr 2003 ein Wettbewerb gestartet „gut essen – mehr wissen – gesund genießen“. Und es gab die Aktion „5 x am Tag Obst und Gemüse“.
Ich möchte auch an die Gesundheitsinitiative „Bayern aktiv“ erinnern. Das läuft seit 2002 für Großküchen und Kantinen. Darüber hinaus möchte ich auch die Schulen erwähnen.
Auch hier gibt es Aktionen, die, wie mir gesagt wurde, sehr gut laufen. Schüler gründen eine Schülerfirma; zum Beispiel haben sie ein Pausenhofcafé gegründet. Darin versorgen sie ihre Mitschüler in der Pause mit ausgewählten Produkten.
Auch die Ausbildung ist immer auf dem neuesten Stand. Bei uns in Nordbayern werden im Staatlichen Bildungszentrum Triesdorf jährlich circa 25 Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter für Großküchen und Kantinen ausgebildet. Bestausgebildete Köche, Ökotrophologinnen und Küchenmeister setzen ihr Fachwissen garantiert für eine gesundheitsfördernde Ernährung ein. Somit geschieht eine richtige und beste Lebensmittelauswahl in den Großkantinen und Großküchen.
Regionale und saisonale Produkte stehen heutzutage in jedem Fall auf dem Speisezettel.
Sie haben auch die Ernährungsberatung angesprochen. Ich will das nicht wiederholen. Ich habe vorhin schon erklärt, dass wir vom Bayerischen Bauernverband bestausgebildete Ernährungsfachfrauen bei Vereinen und Verbänden einsetzen; auch die AOK bindet diese Frauen ein.
Wir können die Menschen aber nicht zu Ökoprodukten oder Ökospeisen zwingen. Das ist letztlich auch eine Frage des Geldbeutels. Eines möchte ich klarstellen: Ökologische Nahrungsmittel bedeuten nicht zwangsläufig eine Verbesserung der Qualität. Merken Sie sich eines, Frau Rütting: Es gibt keine gesunden oder ungesunden oder verbotenen Lebensmittel. Es kommt einzig und allein auf die Menge, Auswahl und Kombination an.
Es kommt auch auf die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten jedes Menschen an, darauf, ob er aktiv oder passiv ist. Schon vor 20 Jahren konnte man in Großküchen und Kantinen Vollwertkost auswählen.
Hier spreche ich aus eigener Erfahrung.
Liebe Partei der GRÜNEN, die Küchenchefs und Ökotrophologinnen brauchen keinen Antrag von Ihnen; denn die wissen Bescheid. Es ist also nicht nötig, wie ein Wiederkäuer drei Ausschüsse mit dem Antrag zu befassen, der dreimal abgelehnt wurde. Sie sind mit Ihrem Öko-Antrag viel zu spät dran; der Zug ist schon lange abgefahren. Was Sie alles vorgetragen haben, wissen wir schon lange. Sie müssen auch nicht das Rad neu erfinden. Somit ist der Antrag abzulehnen.