Andreas C. Wankum

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Herr Präsident, meine Damen und Herren!
"Ich liebe diese Stadt, aber ich liebe sie mit Wehmut. Sie schläft, meine Schöne, sie träumt."
Das schrieb kein geringerer als der heute schon einmal zitierte Hamburger Ehrenbürger, Helmut Schmidt, 1962 in der "Welt". Dennoch dauerte es von dort an noch 40 Jahre, bis jemand kam, der unsere Schöne wach küsste.
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Dass sie nach derart langem Schlaf manchmal noch ein klein Wenig gähnt und sich wohlig räkelt, mag man ihr verzeihen. Aber wach ist sie inzwischen.
Um es anders zu formulieren, meine Damen und Herren von der GAL, auch bei dieser Anfrage versuchen Sie mit vielen der genannten Zahlen wieder einmal, uns die Verantwortung für Entwicklungen in die Schuhe zu schieben, deren Ursachen tatsächlich in den Versäumnissen des Senats liegen, dem unter anderem Sie angehört haben.
Beispielhaft, lieber Herr Maaß, erwähne ich hier den von Ihnen in Ihrer Anfrage angeführten 55. Platz Hamburgs im European Innovation Scoreboard 2003, der auf Grundlage des Trends zwischen 1998 bis 2002 unter Auslassung der Zahlen für 2001 ermittelt wurde.
Doch kommen wir zum Thema, "Die kreative Stadt – Hamburg ist mehr als Handel und Hafen". Ich fange mit dem zweiten Teil an, "Hamburg ist mehr als Handel und Hafen". Mit Verlaub, Herr Dr. Maier, diese Feststellung ist eine Binsenweisheit und bedarf nicht der Erwähnung. Hamburg ist jedoch auch – und das zu einem ganz wesentlichen Teil – Hafen und Handel und wird dies auch in Zukunft bleiben.
Bei aller Begeisterung für Innovation und Kreativität dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, dass auch viele Produkte der "kreativen Klasse" auf die klassischen Dienstleistungen von Handel und Transport angewiesen sind. Wachstumsmotor Hamburgs und der gesamten Metropolregion ist der Hamburger Hafen. Bei aller Zukunftszugewandtheit werden wir dies immer im Auge behalten.
Wichtig ist es, darauf zu achten, dass wir beim Blick in die Zukunft den Menschen keine Zukunftsangst vermitteln. Dennoch, sehr geehrter Herr Maier, stimme ich mit dem von Ihnen zitierten Ökonomen, Richard Florida, dahingehend überein, dass Kreativität auf die zukünftige Entwicklung einer Stadt oder Region einen wesentlichen Einfluss hat, wenn es nicht gar der entscheidende Faktor ist.
Interessant finde ich, dass Sie sich auf den US-Wirtschaftserfolg beziehen. Ich stimme allerdings nicht Ihrer Einschätzung zu, dass Hamburg auch heute noch in diesem Bereich nichts tue. Hamburg ist eine kreative Stadt und wird, wenn es nach uns geht, dieses auch zukünftig sein, eine Stadt, in der auch ordentlich Geld verdient werden soll, lieber Herr Maier.
Neben den notwendigen und richtigen sowie erheblichen Investitionen in den Ausbau und die Modernisierung des Hafens, die ihrerseits positive Effekte für die Unternehmen und Institute im kreativen Bereich haben, werden wir im Rahmen des Sonderinvestitionsprogrammes wie bisher bedeutende Investitionen in die Förderung und Forschung von Technologie tätigen. Ich beziehe mich hier auf DESY, Nanotechnologie und die Kompetenzcluster Life Science und Luftfahrt. Hier erfüllt unsere wachsende Stadt heute endlich wieder ihre Lokomotivfunktion als
Metropole über den Bereich des deutschen Nordostens hinaus.
Darüber hinaus wird die Verbesserung der finanziellen Situation der Hamburger Hochschulen durch das Studienfinanzierungsgesetz künftig in erheblichen Maße der Ausstattung der Hochschulen und damit ihrer wissenschaftlichen Forschung in Hamburg zugute kommen, eine Initiative, der Sie sich, meine Damen und Herren von der Opposition, bekanntlich mit allen Mitteln widersetzen, jetzt sogar mit einer zusätzlichen öffentlichen Anhörung.
Durch die Gründung der HafenCity-Universität fördern wir die Ausbildung gerade und besonders im kreativen Bereich. Im Zusammenspiel mit den Bauaktivitäten insbesondere in der HafenCity, in Altona und an anderen Stellen führt dies zu einer deutlichen Erhöhung der Attraktivität Hamburgs für Architekten, Stadtplaner und andere Vertreter dieses Sektors.
Vergleichbares wie für die HafenCity-Universität gilt für die Errichtung des Kunst- und Mediencampus Finkenau, der dem ohnehin hohen Niveau Hamburgs als Medienstadt, insbesondere als führendem Werbestandort, weiteren Auftrieb geben wird.
Wenn Sie in Ihrer Anfrage kritisieren, Hamburg habe seine Führungsposition als bedeutendste Designmetropole an Berlin verloren,
darf ich dies als Beispiel dafür benennen, dass Kreativität allein offensichtlich für wirtschaftlichen Erfolg nicht ausreicht. Die von der UNESCO als Stadt des Designs aufgenommene Bundeshauptstadt glänzt, wie ein Blick in die Bertelsmannstudie "Die Bundesländer im Standortwettbewerb 2005" zeigt, mit einer ausgeprägten und anhaltenden Wachstumsschwäche, wie sie sonst nirgendwo in Deutschland so zu beobachten ist.
Letztlich ist es der Beharrlichkeit dieses Senats zu verdanken, den Ausbau des Airbusgeländes in Finkenwerder auch wirklich umzusetzen
und so langfristig Hamburgs Stellung als Standort dieses technologisch außerordentlich wichtigen Unternehmens und die mit ihm verbundenen, hoch spezialisierten, qualifizierten und kreativen Arbeitsplätze zu sichern.
Es genügt eben nicht, meine Damen und Herren von der GAL, Schönwetterreden zu halten.
Wir machen Politik für die Menschen von heute und sichern die Arbeitsplätze von morgen.
Wer beispielsweise heute die Region rund um Boston beobachtet, findet dort eine Metropolregion vor, in der mit Kreativität der erfolgreiche Wandel vom Teil des Rust Belts in eine Wissenschafts-, Forschungs- und moderne Industriemetropole gelungen ist.
Es bleiben die entsprechenden Unternehmen, neue kommen mit ihren Arbeitsplätzen in allen Bereichen hinzu, im oberen genau wie im unteren Bereich.
Kreative Stadt, Kulturmetropole, auch menschliche Stadt – dies alles sind Teile des Ganzen, das wir im Rahmen der Wachsenden Stadt umsetzen. Wir setzen wichtige Akzente im kulturellen Bereich – das ist hier schon erwähnt worden – und wir setzen sie in all den anderen Bereichen. Wir vergessen auch nicht, dass es wichtig ist, um Kreative anzulocken, dass diese ein Wohnumfeld haben, das sich vor allen Dingen durch eins auszeichnet, nämlich durch Urbanität, dieses nicht nur in der HafenCity und anderen Bereichen Hamburgs, sondern wir tun auch alles, damit wir urbanen Wohnraum dort schaffen, wo sich Kreative wohl fühlen und wo Infrastruktur vorhanden ist, anstatt, wie über eine viel zu lange Zeit, dort dieses eben nicht zu tun und stattdessen zersiedelnd in den Grünraum zu gehen und die Menschen, gerade die kreativen, dieser Stadt fernzuhalten. – Vielen Dank.
Herr Präsident, meine Damen und Herren! Lieber Herr Dr. Maier, ich weiß gar nicht, worin der Gegensatz zu dem liegt, was Senator Uldall gesagt hat.
Ich möchte hier auch noch einmal ein Zitat von Herrn Professor Straubhaar erwähnen, der vorhin schon von Ihnen, Herr Senator Uldall, zitiert wurde. Er hat ausgeführt, ich zitiere:
"Die Kreativen lieben diese Stadt."
Aber es nützt nichts, nur stundenlang – so wie Sie – über Probleme zu diskutieren, sondern es ist wichtig, nach Lösungen zu suchen und diese umzusetzen. Und das tun wir.
Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Hamburg ist nicht nur Tor zur Welt, wachsende Stadt, Medienstadt und nicht zuletzt – dank der Elbphilharmonie – demnächst hoffentlich auch Musik- und Kulturstadt, sondern auch Sportstadt und das deutlich seit über 100 Jahren.
Für diesen Titel unserer Metropole stehen die großen Sportveranstaltungen von internationalem und nationalem Rang: das Tennisturnier am Rothenbaum als einziges deutsches Turnier der Master-Serie, das in diesem Jahr bereits zum hundertsten Male ausgetragen wird, das Deutsche Derby, die Cyclassics, das heute zu den zehn wichtigsten Radrennen der Welt zählt, der TriathlonWeltcup Holsten City Man, der in knapp zwei Wochen zum 21. Mal stattfindende Hamburger Marathon und das Final-Four-Handball-Turnier um den deutschen Handballpokal, dessen Vertrag dieser Tage bis 2012 verlängert wurde. Das nicht nur, weil der HSV-Handball zum ersten Mal seit langem wieder den deutschen Pokal nach Hamburg geholt hat, wozu wir ihm von dieser Stelle herzlich gratulieren,
sondern natürlich auch noch zahlreiche andere Wettbewerbe auf dem Wasser und auf dem Lande.
Hamburg verdient den Titel "Sportstadt" aber auch des Breitensports wegen.
Mit knapp einer halben Million Mitgliedern in fast 800 Sportvereinen ist der Hamburger Sportbund die größte Personenvereinigung dieser Stadt. Über 28 Prozent der
Hamburger Bevölkerung gehören einem der im Hamburger Sportbund organisierten Vereine an. Damit ist Hamburg unter den Stadtstaaten die unbestrittene Nummer eins.
Unsere Pläne für die Zukunft unserer Sportstadt gehen aber weit darüber hinaus. Nachdem Hamburg bei der Bewerbung um die Olympischen Spiele 2012 in der nationalen Vorauswahl zugunsten Leipzigs hat zurückstehen müssen, wollen wir weiterhin mit aller Kraft darauf hinarbeiten, Hamburg zum Austragungsort olympischer Sommerspiele zu machen.
Wir sind davon überzeugt, dass unser Konzept letztlich die Welt überzeugen wird. In diesem Jahr aber regiert zunächst einmal König Fußball auch in unserer Stadt.
Als Austragungsort von vier Vorrundenspielen und einem Viertelfinalspiel der Fußballweltmeisterschaft wird die Welt auf Hamburg, ja, wird die Welt auf Hamburg-Altona gucken. Darüber hinaus werden zahlreiche Fußballfans aus aller Welt in diese Stadt kommen und die Wirtschaft der Stadt stärken. Die Mannschaft der USA wird in unserer Stadt sogar ihr Hauptquartier aufschlagen.
All das unterstützt unser erfolgreiches Stadtmarketingkonzept international. Dieses gibt uns Anlass, daran zu erinnern, dass Hamburg einschließlich des bis 1938 damals noch preußischen Altona als Sportstadt eine mehr als hundertjährige Tradition hat.
So war der Hamburger Fußball Club von 1888 einer der ersten reinen Fußballclubs auf dem europäischen Festland. Im Jahre 1919 schlossen sich drei Vereine – der SC Germania, der FC Falke und der Hamburger Fußball Club von 1888 – zum Hamburger Sport-Verein e. V. zusammen. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass die Gründung des Berliner SC Germania 1888, der sich als ältester Fußballclub Deutschlands schmückt, in dasselbe Jahr fällt wie die Gründung des Hambur- ger FC.
Als im Jahre 1900 der Deutsche Fußballbund gegründet wurde, saßen bereits acht Vereine aus Hamburg und Altona mit am Tisch. Das Endspiel der ersten im Jahre 1903 vom DFB ausgerichteten Deutschen Meisterschaft zwischen dem FC Leipzig und dem deutschen FC Germania Prag fand am 31. Mai vor ungefähr 2000 Fußballfans auf dem Kleinen Exerzierplatz in Altona statt. Damals schrieb Altona Fußballgeschichte, das erste Kapitel in einer Geschichte, die sich bis heute zu einer Massenbewegung auswuchs.
Als einziger Verein spielt der HSV seit Gründung der Bundesliga als Dino in derselben. Seit es eine Deutsche Fußballmeisterschaft gibt, hat der HSV bereits sechs und – seit dem Wochenende kann man wieder davon träumen – vielleicht bald sieben gewonnen. Auf jeden Fall wird der HSV – so Gott will – im nächsten Jahr in der Champignons League wieder nach dem greifen, was er 1983 in Athen zuletzt errungen hat.
Dort, wo ab 1910 zunächst der Hamburger Fußball Club und dann der HSV gespielt haben, und dort, wo die erste deutsche Fußballmeisterschaft ausgetragen wurde, erinnert heute nichts mehr an diese Stätten. Das Stadion am Rothenbaum, in dem ich als Kind den Großen habe zusehen können, ist vor sieben Jahren endgültig Wohn- und
Geschäftshäusern gewichen. Auf dem Gelände des ehemaligen Exerzierplatzes stehen seit langem Gewerbegebäude.
Nicht nur die bevorstehende Fußballweltmeisterschaft und die Tatsache, dass beim HSV vor gut einem Monat das hundertjährige Jubiläum des FC Falke gefeiert werden konnte, geben Anlass, gerade Ort und Ereignisse der Fußballgeschichte durch Denkmale in Erinnerung zu rufen.
Fußball ist ein Massenphänomen mit einer besonders ausgeprägten Identifikationskultur, dies im Übrigen längst nicht nur mehr bei Männern, sondern wie nicht zuletzt der Weltmeistertitel im Damenfußball gezeigt hat, auch bei Frauen. Nach Turnen beziehungsweise Gymnastik ist Fußball mit Abstand zu Platz drei die mitgliederstärkste Sparte im Hamburger Sport Club.
Meine Damen und Herren! Von dem berühmten schottischen Fußballtrainer Bill Shankly stammt sinngemäß der Spruch: Beim Fußball geht es nicht um Leben und Tod, es geht um etwas viel Ernsteres. Dieser Spruch lässt sich auch auf unsere Erinnerungskultur übertragen.
An vielen Stellen unserer Stadt erinnern Denkmale und Gedenktafeln an Persönlichkeiten und Ereignisse unserer Stadtgeschichte,
Erinnerungsstätten für herausragende Ereignisse und Persönlichkeiten der Sportgeschichte fehlen aber weitestgehend, sieht man vom Fuß unseres Ehrenbürgers Uwe Seeler vor der AOL-Arena ab.
Nein, jetzt nicht.
Ich spreche dabei nicht nur von dem unmittelbaren und mittelbaren volks- und stadtwirtschaftlichem Nutzen, sondern ich spreche davon, dass Profifußball wie Breitensport Identifikationsmerkmale für Kinder und Jugendliche sind, dass sie einen sozialen Aspekt haben und dass Denkmale in der Beziehung von großer Bedeutung sind.
In welcher Weise Sport und Kultur eine Verbindung eingehen können, zeigt das Blue-Goal-Projekt, das zurzeit unsere Stadt im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft mehr oder minder mit blauen Fußballtoren schmückt. Ich rate, bevor wir zu den Denkmalen kommen – da diese zur WM nicht mehr aufgestellt werden können –, privatwirtschaftlich an diesen beiden Stätten auch Blue Goals aufzustellen.
Ich darf zum Schluss meiner Rede darauf hinweisen, dass sowohl die Blue Goals wie auch die endgültigen
Denkmalen nicht mit öffentlichen, sondern mit privaten Mitteln finanziert werden können und dass wir auf diese Art und Weise die Bürger und die Hamburger Künstler in dieses Projekt mit einbeziehen können. – Vielen Dank.
Frau Präsidentin, meine Damen und Herren!
Ein bisschen ist ja noch dran, oder? Nicht ganz so viel wie bei Ihnen.
Eigentlich ist es bei einem Projekt wie es hier ansteht, traurig, dass wir uns bei diesem Projekt so viel über das Thema Planetarium unterhalten, anstatt darüber, wie hervorragend es gelungen ist, die städtischen Interessen in wirtschaftlich so schwieriger Zeit mit einem solchen Vertrag, wie er hier zur Abstimmung ansteht, zu wahren.
Als Winterhuder bin ich mir der Bedeutung des Planetariums, vor allen Dingen aber des Gebäudes des Planetariums sehr wohl bewusst. Ich bin mir auch bewusst, dass ich die Interessen der Menschen in dem Stadtteil, den ich vertrete, zu wahren habe. Aber als Hamburger Abgeord
neter habe ich zuallererst die Interessen aller Hamburger zu wahren und nicht nur die Interessen eines Stadtteils. Ich habe auch nicht gegen den Stadtteil zu entscheiden, das ist richtig.
Aber was die Anträge der SPD und der GAL von heute zum Planetarium anbelangt, so steht der Umzug oder der Verbleib des Planetariums im jetzigen Gebäude im Moment gar nicht an.
Was das Beste ist, darüber brauchen wir heute noch nicht zu diskutieren. Wir haben vollstes Vertrauen in die Kulturbehörde
und darein, dass der Beschluss, den wir konkret für das Science-Center im Jahre 2008 treffen werden, einer ist, der sowohl dem Science-Center als auch der Zukunft des Planetariums angemessen ist.
Wir wollen, dass die Umzugsfrage in alle Richtungen geprüft wird. Auf unsere Initiative hin – im Übrigen gegen Ihre Stimmen, meine Damen und Herren von den Grünen und von der SPD – wurde daher in die heute zur Abstimmung stehende Ausschussempfehlung des Haushaltsausschusses das Ersuchen aufgenommen, eine Entwicklung und Prüfung von Alternativen, die ohne Verlagerung des Planetariums realisiert werden können, zu veranlassen.
Aber, meine Damen und Herren von der SPD, bereits zum jetzigen Zeitpunkt und ohne ernsthafte Prüfung der tatsächlichen Entwicklungsmöglichkeiten einen Verbleib am gegenwärtigen Standort zementieren zu wollen, zeugt in meinen Augen von mangelndem Verantwortungsbewusstsein für eine erfolgreiche Institution wie das Planetarium.
Uns hier weismachen zu wollen, dass sich das Planetarium weiterentwickeln kann auf der Basis der Kooperation mit Schulen, mutet mir angesichts der örtlichen Kenntnisse wirklich mehr als abenteuerlich an. Wie wollen Sie das eigentlich zwischen den Schulen und dem Planetarium machen: Mit einem Shuttleservice?
Ich denke, wir haben im Laufe der Jahre bei vielen Institutionen gelernt, dass im Gegenteil eine räumliche Konzentration für eine effektive und attraktive Arbeit notwendig ist. Die Aktivitäten des Planetariums nur um des Standortes willen auf mehrere Veranstaltungsstandorte zu verteilen, hieße, den gegenwärtigen Erfolg des Planetariums zu erdrosseln und es wieder zur Provinzialität verkommen zu lassen.
Ein solcher Vorschlag kann nur von Politikern kommen, die das Planetarium in erster Linie dafür benötigen, um in den Sternen nach ihrer politischen Zukunft zu forschen.
Wenn Sie einmal in das Gebäude des Planetariums gehen würden und das ohne die Hilfe der dort eingebauten Technik machen würden, meine Damen und Herren, dann würden Sie sie sehen, sie ist nämlich schwarz.
Ich will nicht sagen, dass eine erfolgreiche Entwicklung des Planetariums an seinem gegenwärtigen Standort nicht möglich wäre. Wir müssen uns aber darüber im Klaren sein, welche Investitionen dafür notwendig sind, wie viel Geld wir in die Hand nehmen müssen und dass das rotgrüne Bezirksamt dazu seine ablehnende Haltung gegenüber diesem Projekt aufgeben müsste.
Selbstverständlich gibt es die und Sie wissen das. Die gibt es im Bezirk Nord nicht nur in diesem Fall. Die rotgrüne Verhinderungsbehörde in Hamburg-Nord verhindert nicht nur dieses Projekt. Ich bin Ihnen dankbar dafür, Herr Rosenfeldt, dass Sie es uns ermöglichen, das an diesem Projekt zu zeigen, sodass es im Bezirk Nord bei der nächsten Wahl endlich dazu kommen wird, dass nach 50 Jahren auch Hamburg-Nord vernünftig regiert wird.
Meine Damen und Herren von der GAL! Es wäre auch für Sie hilfreich, bevor Sie solche Anträge formulieren, sich mit den Fakten vertraut zu machen. Ihre Behauptung, der angeblichen Behinderung durch das Bezirksamt Hamburg-Nord stehe der jüngst erfolgte denkmalgerechte Umbau und Ausbau des Planetariums entgegen, täuscht doch über die Tatsache hinweg, dass dieser Um- und Ausbau im Zustimmungs- und nicht im Genehmigungsverfahren durchgeführt würde, sodass – sehr zum Ärger Ihrer beiden Parteien, Ihrer örtlichen Parteifreunde – der Bezirk Hamburg-Nord damit sehr wenig zu tun hatte.
Wahrscheinlich wäre nämlich diese Maßnahme sonst verhindert worden.
Auch Ihre Ausführungen zur Auslastung des Planetariums zeugt von sehr wenig Sachkunde, ist doch das Planetarium in den Spitzenzeiten immer mehr als ausgebucht und in den Zeiten, in denen es halt nicht geht, da geht es nicht. 75 Prozent bei solch einem Planetarium ist wie 100 Prozent.
Was mich wirklich wundert, ist, dass Sie auf die Idee kommen, ins Science-Center …
Dass von Ihnen, meine Damen und Herren von der GAL, angeregt wird, im
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Science-Center ein Privattheater und ein Musical, eine Disney World zu schaffen, hat mich tatsächlich verwundert, als ich das gelesen habe. Hier wird endgültig die Verzweiflung offensichtlich, mit der Sie derzeit politisch nach jedem Strohhalm greifen.
Bevor Sie dieses tun, hätte sich so manch einer von Ihnen schon einmal vor dem 13. September mit dem Planetarium beschäftigen und es besuchen sollen. Dann hätten Sie sich selber ein Bild von der erfolgreichen Arbeit dort machen können und auch Gespräche führen können.
Meine Damen und Herren! Wir werden dieses Thema ergebnisoffen angehen. – Vielen Dank.