Bernd Capeletti
Sitzungen
Letzte Beiträge
Fru Gregersen, kannst mol sehn, wie gau wi schalten dot un de Senot dat sofort toseggen deiht.
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren! Wir sprechen heute über den CDU-Antrag "Schiller op Plattdüütsch" und meine Kollegin Frau Koop hat schon die wesentlichen Punkte - Sie natürlich auch - in der Begründung vorgestellt. Ich möchte mich deshalb nur mit ein paar zusätzlichen Anmerkungen zu Wort melden, die ich von interessierten Bürgern aus Schleswig-Holstein und Hamburg per E-Mail, Telefonanrufen und Gesprächen am Infostand bekommen habe. Wenn man das zusammenträgt, dann ergibt sich daraus folgendes Bild:
Zum einen sind es in diesem Jahr die Vereinten Nationen, die das Internationale Jahr der Sprachen ausgerufen haben. Ziel ist es, die Sprachen der Welt zu erhalten und den Wert von Mehrsprachigkeit zu unterstützen. Vor allem kleine Nationen und die Vertreter von Minderheiten betrachten die Proklamation als eine wichtige Maßnahme. Der Europarat fordert, das ist eben auch schon dargestellt worden, die korrekten Formen von Ortsnamen in Regional- und Minderheitensprachen. Und drittens kommen wir dann nach Norddeutschland und hier nach Schleswig-Holstein und stellen fest, dass in Nordfriesland schon die friesischen und im Kreis Schleswig-Flensburg schon zusätzlich die dänischen Bezeichnungen auf den Ortstafeln stehen.
Jetzt koomt wi no Hamborg. Un da dat jetzt in Hamborg op Platt sien schüll, beduern wi to'n een jetzt de Protokollschriever, denn Platt heuren mag man jo gern, snacken mag man dat ok, over bi't Schrieven is dat so'n Problem.
Dat is natürlich ganz praktisch, wenn dat ok um PISA geiht, gerade bi'm schrieven: Du kannst egentlich Plattdüütsch schrieven wie du menst, du musst dat nur richtig utsnacken, alles andere kann egentlich gor nich so richtig bewertet wörrn.
Un wi wüllt hüüt in de Börgerschaft besluten, dat de Hamborg-Schiller een Tosatz anbommelt kriegt, wo opsteiht, "Hamborg seggt Goden Dag" oder "Hamborg seggt Tschüss". Ik hebb mi dorto dacht, dorut künnt wi ja ok een lütten Wettbewerb mooken, wo wi villicht die scheunsten Sätz eenmal im Johr denn als Bispeel unnerschrievt un dat künnt jo denn ok mol ween, dat man schrifft: "Scheun, dat ji wedder dor sied" oder "Wieso haut ji jetzt al wedder af?".
Dat is ungefähr so ümkehrt wie dat Unwoort des Johrs. Jetzt geiht dat egentlich um den scheunsten Hamborger Satz. Ik gleuv, dat man dann düsse Schiller mit een veel düütlichere Opmerksamkeit lesen deit, ok wi selbst as Hamborger, as wi dat hüüt doot.
Un dat wi dann de Schiller för de Ortsdeele mit twee Nooms versüht, also Moorwerder is Moorwarder un Neuengamme is Neigamm. Un stellt ju blots mol vör, Hamborg-Mitt kummt mit siene Bezirksversammlung ob die glorreiche Idee, Finkenwerder dann Finkwarder to beteken, dann dinkst du doch als Tourist, wenn du düssen Stadtdeel beseuken deist, dat di Rudolf Kienau perseunlich de Döör obmookt. Un wannerst du dann no Airbus, dann weets du op een Slag, dat dat Oole, Verlässliche un Scheune un dat Neege, Moderne so goot tosomen passen kann wi een poor gode Scheuh.
Un ik koom jo nu ut Bardörp un wenn ik ut Bardörp koom, dann denk ik natürlich ok an de Veerlannen un dor is dat wirklich so, dat wi dor noch aktiv Plattdüütsch snacken doot. Un wenn du dor in de Füerwehr bis un du kannst nich Plattdüütsch snacken, dann kriegst du bi't Füer ok keen Slauch, wo noch Water binnen is.
Un wenn du dat nich kriegen deist, is natürlich slecht.
Aver we snackt nich nur in de Füerwehr plattdüütsch, Plattdüütsch warrt natürlich im Schützenclub noch snackt, in de Sängervereen un Sportvereen. Un wenn man sik dat vörstellt, dann köönt wi in den Veer- un Marschlanden op 800 Johr …
- Ich muss jetzt Dr. Maier mal eben zuhören. Sie bringen mich da sonst durcheinander.
- Ja, dat stimmt. Vör alln Dingen muttst du dann de Taxifohrer ok de richtig Adress angeven, sonst lannst du in't Oole Land.
Wi hebbt do ok noch ganz oole Karken un wi sünd insgesamt jo meist över 800 Johr old. Un tonehmend is fasttostellen, dat wedder Touristen to uns rutkümmt. Ik gleuv, wenn man de Touristen hett, dann wüllt de ok düsse Geschicht heuren vun dat Dörp un vun den Ortsdeel. Un dann heurt dorto even ok de Sprook. Un deshalb is düsse Vörslag, dat de Börgerschaft - ansonsten schüllt man ja glöven, wörr dat direkt in de Bezirksversammlung besnackt - hier doröver avstimmt, insofern sinnig, as dat wi schon mol seggt, wenn ji dat wüllt, dann mookt dat man ok, denn wi finnt dat wirklich goot.
Un nu kommt wi noch mol even dorop torüch, dat ik ok gleuv - dat hett Fru Gregersen ok schon seggt, se is jo de Menung, hier wörr to wenig snackt, ik denk dat nämlich ok, denn manchmol sünd de Biträäg hier in't Parlament, un hüüt wöör dat ok so un güstern harrn wi do ok so 'n Paar Bispeele, wo Tiernoomens verwendt wordn sünd -, dat weer villicht beter, wenn düsse Lüüd sik mol op dat Plattdüütsche besinnt, denn im Plattdüütschen kann man sik ne Menge Wohrheit seggen, aver man ward nich beleidigend. Un dat geit denn ok nich so unner de Gürtellinie un ik finn, dat steit dat Parlament ok nich so an. Ik finn schon, wi schullen 'ne gewisse Ort schon wohren, uns hier miteenanner to ünnerholen.
Un wenn dat in Hochdüütsch nich geit, weil wi för de Wohl stoht, dann mutt wi dat even in Plattdüütsch mooken, dat finn ik op jeden Fall.
Kortüm: Ik finn dat goot, dat de anner beiden Frakschoonen ok schon signalisiert hebbt, dat se düssen Andrag tostimmen wüllt. Ik will ok gern mit düssen Satz enden wie Fru Gregersen. He stammt von Heinrich Thies: Platt is een Stück plattdüütsche Kultur un Kultur smitt man nich weg, sondern man heegt un pleegt ehr.
Ik wüll wohl hopen, dat wi dat ok so schafft. - Scheunen Dank.
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren! Wir sprechen jetzt über die Stellungnahme des Senats zu dem bürgerschaftlichen Ersuchen "Schaffung eines Kompetenz- und Beratungszentrums", "Umzug des Pflanzenschutzamtes" und "Schaffung eines Kompetenzzentrums". Allesamt sind diese CDU-Anträge aus dem letzten Jahr, konkret aus dem März und dem April.
Dass ich heute zu diesem Thema vor Ihnen stehe und nicht meine Kollegen Herr Dr. Stehr und Frau Ahrons als die Initiatoren dieser Anträge in der CDU, ist dem Umstand zu verdanken, dass ich als Vier- und Marschländer
vorneweg damit auch den Dank der Blumen- und Gemüsegärtner und der Landwirte an den Senat für diese Stellungnahme überbringen kann,
den Dank dafür, dass diese grundsätzliche Entscheidung gefallen ist, als Bekräftigung für eine Politik aus der Region für die Region, und im Rahmen der vertraglich vereinbarten, länderübergreifenden Zusammenarbeit mit den norddeutschen Bundesländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern, den Dank aber auch dafür, dass das neue Kompetenzzentrum am Brennerhof errichtet werden soll. Ich setze voraus, dass Sie alle wissen, wo das ist.
Es ist der Eingangsbereich der Vier- und Marschlande vor der altehrwürdigen St. Nikolaikirche in Moorfleet, erstmals urkundlich erwähnt 1331. Damit entsteht ein Kompetenz- und Beratungszentrum mit Treibhäusern, Schulgärten, Freilandkulturen und Veranstaltungsräumen im Eingangsbereich der Vier- und Marschlande.
Es wird, wie der Hamburger sagt, ein richtiger Hingucker,
eine unserer Visitenkarten für diese einzigartige Natur- und Kulturlandschaft. Mit der Entscheidungsfindung befinden wir uns chronologisch betrachtet am Ende eines Entscheidungsprozesses, der in den Neunzigerjahren seinen Anfang genommen hat, 1991, es hat lange gebraucht. 1991 hat die damals neu gegründete Landwirtschaftskammer Hamburg angeregt, die ehemalige Gartenbauversuchsanstalt, das heute BIG – das Bildungs- und Informationszentrum für den Gartenbau – und die Landwirtschaftskammer als Institutionen zusammenzuführen.
2004 schlossen die Landwirtschaftskammern Hamburg, Hannover, Schleswig-Holstein, Weser-Ems und Mecklenburg-Vorpommern – Sie werden gemerkt haben, es ist ein Land kein Bundesland – einen Vertrag über eine enge Zusammenarbeit im gärtnerischen Versuchswesen und der Beratung von Gartenbaubetrieben. Zu diesem Zweck wurden sechs Kompetenzzentren für gärtnerische Versuche gebildet, die sich fachlich spezialisieren und in ihrem jeweiligen Fachgebiet die Versuchsarbeit für das gesamte Kooperationsgebiet durchführen. Im Rahmen dieser Kooperation hat Hamburg das Kompetenzfeld Pflanzenschutz inhaltlich abzudecken, welches sich über die Bereiche Ausbildung, Beratung und Wissenschaft erstreckt.
Ich finde es nett, dass Sie mich so unterstützen. Es ist ja auch mein erster Schnack.
Das Kompetenzzentrum Pflanzenschutz hat Aufgaben in der Forschung, in der Anwenderberatung und in der Kontrolle der Pflanzenproduktion. Der guten Ordnung halber: Die anderen Kompetenzzentren bestehen für den Zierpflanzenbau in Hannover-Ahlem, für die Baumschulen in Ellerhoop-Thiensen, für den Obstanbau in York und für
das Freilandgemüse in Gülzow. Das Pflanzenschutzamt, zurzeit im Botanischen Institut in Klein-Flottbek, und die amtliche Pflanzenbeschau, zurzeit noch in der Indiastraße beheimatet, sollen ebenfalls am Brennerhof ansässig werden und bieten dann – auch bedingt durch die Nähe zum Hafen – zugleich eine wichtige Serviceleistung für Im- und Export von pflanzlichen Produkten.
Durch das von der Landwirtschaftskammer 2005 vorgeschlagene Konzept, alle landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Institutionen am Standort Brennerhof zu bündeln, ergeben sich demnach mehrere Vorteile. Erstens stellt die Ansiedlung am Brennerhof eine räumliche Nähe zum bereits bestehenden Haus des Gartenbaus her, wo unter anderem die Vereine "Gartenbauverband Nord", der Bauernverband Hamburg und der Landfrauenverband ansässig sind. Zweitens bettet sich die Umsiedlung des BIG vom jetzigen Standort Fünfhausen zum Brennerhof in dieses Multifunktionsgefüge ein und ist in der Lage, Hand in Hand mit allen beteiligten Akteuren zu arbeiten. Die verkehrliche Anbindung durch den S-Bahnanschluss führt zu einer Optimierung der Zusammenarbeit der Betriebe und sorgt auch dafür, dass wir Besucher bekommen, die sich die zweijährlich stattfindenden Gartenbauschauen dort ansehen. Im Übrigen – für alle Hamburger, die hier anwesend sind – werden die nächsten Gartenbautage am 9. und 10. April 2007 stattfinden.
Ja, wir Vierländer kennen das.
Hinzu kommt, dass die länderübergreifende Kooperation im Agrarsektor einen zentralen und verkehrsgünstigen Standort erfordert. Das erfüllt der Senat hiermit auch, …
Ja, das ist ein toller Senat. Ich sage es ja immer wieder. Ich kann es gar nicht oft genug sagen.
Damit erfüllt der Senat eben auch eine ganz wichtige Anforderung, die aus wirtschaftlicher Sicht sicher auch verständlich wird. Wir befinden uns damit an den Autobahnen A 1 – das ist sicherlich sehr wichtig – und A 25 und wenn Sie den Einflussbereich …
Ich störe Sie doch auch nicht. Aber Sie können ruhig weitermachen, das stört mich nicht.
Das ist wichtig. Es ist dann wirklich die Stelle, die für den gesamten Norden den Pflanzenschutz in der entsprechenden Form übernimmt.
Ferner hat die Umsiedlung des BIG zur Folge, das die frei werdenden Flächen in Fünfhausen für eine gehobene Wohnbebauung im Grünen, also vorrangig für junge Familien mit Kindern, veräußert werden können, sodass der daraus erzielte Erlös direkt in den neuen Standort …
– Ich weiß ja nicht, was Herr Neumann sagt, aber ich möchte jetzt fortfahren.
Danke, so schlimm ist es nicht, Herr Maaß.
Im Januar trafen sich bereits die Behördenvertreter und Sprecher aller Bereiche, um die Projektstruktur und den Zeitplan zu konkretisieren. Der Plan ist ehrgeizig. Er sieht vor, dass Ende 2008 alles steht. Das setzt voraus, dass wir uns spätestens 2007 abschließend mit den Arbeitsergebnissen des Projektentwicklers hier in der Bürgerschaft beschäftigen und sie verabschieden müssen. Dafür werbe ich jetzt bei Ihnen, denn alles in allem haben wir für alle Beteiligten eine Win-win-Situation. Ich würde mich freuen, wenn Sie sich, liebe Kollegen, im Sommer einmal mit dem Fahrrad oder dem Auto – besser nicht mit dem Motorrad, das ist bei uns nicht so gern gesehen – zu uns in die Vier- und Marschlande aufmachen und sich die Fläche beim Haus des Gartenbaus bitte einmal ansehen würden. Kommen Sie dann erneut im Sommer 2009 und freuen Sie sich mit uns gemeinsam über das neue Kompetenzzentrum. Wer weiß, vielleicht heißt es dann schon "grünes Kompetenzzentrum Hamburg". Vergessen Sie dabei aber auch nicht, jedes Mal frisches Gemüse und Blumen einzukaufen
und in einem unserer netten Lokale oder Restaurants einzukehren. Wir Vier- und Marschländer freuen uns über jeden Besucher …
Fast.
… und leben vom Umsatz. Im Übrigen stimmt es nicht, dass man uns in jungen Jahren einen großen Stein auf die Brust gerollt hat, damit wir ordentlich stöhnen können. Aber schwer haben wir es schon bei den Energiepreisen. – Schönen Dank.