Holger Müller

Sitzungen

17/27

Letzte Beiträge

Herr Präsident! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Als wir von der rot-grünen Vorgängerregierung den Tourismus übernommen haben, herrschte dort das blanke Chaos.
Sie sind ja so leicht ausrechenbar. Ich habe das gewusst.
Ich fange also noch einmal an: Als wir 2005 von der rot-grünen Vorgängerregierung den Tourismus übernommen haben, herrschte da das blanke Chaos.
Wir haben dann 2008 einen Masterplan in Auftrag gegeben, der Zug um Zug umgesetzt worden ist. Das – und das war erstaunlich – hat auch die dann wieder im Amt befindliche rot-grüne Regierung fortgesetzt, und deshalb ist das im Großen und Ganzen auch in Ordnung.
Aber was lernt uns das, wie der Kölsche sagt? – Wenn Rot-Grün sich erniedrigt, CDU-Initiativen zu übernehmen, dann muss das gutgehen.
Wir haben aber seitdem in den letzten Jahren dramatische Veränderungen im Tourismus in der Welt, in Europa und auch in Deutschland und in NordrheinWestfalen.
Zunächst einmal nenne ich die Digitalisierung. Sie bringt uns neue Chancen. Wir haben bisher als Quellmarkt in erster Linie die Niederländer. Da habe ich nichts dagegen;
das soll auch so bleiben.
Aber unser Markt muss sich deutlich erweitern. Die touristische Welt ist in den letzten Jahren massiv größer geworden. Es haben sich völlig neue Reiseströme ergeben, und daraus müssen wir in Nordrhein-Westfalen Nutzen ziehen.
Wir haben ja schon ein tolles Angebot in NordrheinWestfalen: Kultur, Natur, Gesundheitssuchende, Städtetouristen, Businessgäste, und wir haben auch tolle Freizeitparks. Das heißt, wir sind schon – leider merken es noch zu wenige – ein touristisches Großangebotsland in Deutschland. Aber wir müssen das internationalisieren und noch größer werden.
Dann haben wir – ich habe es gerade schon gesagt – die Reiseströme, die immer internationaler werden. Daraus ergeben sich die Chancen für neue Quellen für unseren NRW-Tourismus. Hand in Hand damit geht natürlich auch die im Tourismus noch früher ansetzende und noch schneller fortschreitende Globalisierung.
An dieser Stelle einige Zahlen: Es gibt unter anderem den Trend, mehr als einmal im Jahr in Urlaub zu fahren. Neben Kreuzfahrten … – Gut, da sind wir vielleicht nicht ganz so stark.
Ja, ich hoffe, dass ich jetzt keinen Ärger mit der Köln-Düsseldorfer bekomme.
Aber neben Kreuzfahrten nehmen Städte- und Kurztrips zu. Genau das ist unsere Chance in NordrheinWestfalen. Ich darf Ihnen einmal sagen, was überhaupt an Touristen unterwegs ist:
Die größten Ausgaben für Tourismus weltweit hat China mit 258 Milliarden $, gefolgt von den USA, und dann folgt mit 84 Milliarden $ Deutschland. Das sind natürlich massive Zahlen. Man sollte nun nicht glauben, China läge weit weg. Die Chinesen erobern den touristischen Weltmarkt Zug um Zug – nicht nur diesen –, und daraus ergibt sich für uns die Chance, dass wir unsere Auslandspräsenz deutlich erweitern.
Darüber hinaus ist der Tourismus natürlich auch ein riesiger Arbeitgeber. Wir haben weltweit 300 Millionen Arbeitsplätze im Tourismus. Auch in NordrheinWestfalen haben wir in diesem Bereich mehr als 400.000 Arbeitsplätze mit steigender Tendenz. Da gibt es ein riesiges Wachstumspotenzial.
Weil das so ist, brauchen wir eine neue Landestourismusstrategie. Wir brauchen im Rahmen dieser Landestourismusstrategie auch eine Neuausrichtung und Neustrukturierung der Finanzen, insbesondere inklusive der EFRE-Mittel. NRW braucht Zukunft. NRW braucht mehr Tourismus.
Ich freue mich auf eine konstruktive Diskussion im Ausschuss und würde mich noch mehr freuen, wenn Rot-Grün von der Fundamentalopposition herunterkäme und sachlich mitmachte. – Schönen Dank.