Es ist eine fundamentale Änderung des deutschen Rechtssystems. Bislang beruht die Geschlechtskategorisierung auf objektiven körperlichen Merkmalen, zukünftig auf der Grundlage von gefühlter oder wahrgenommener Geschlechtsidentität.
Ja, das kann problematisch sein; das wissen wir. Ich habe wahrnehmen können, dass Feministinnen darauf hinweisen, dass die gleichstellungspolitische Perspektive dabei total vernachlässigt
Aber ich spreche hier für die Koalition und ich bin mir bewusst, dass wir unterschiedliche Auffassungen dazu haben. Uns eint aber - das will ich deutlich sagen -, dass wir die Menschen, um die es geht, nicht stigmatisieren wollen; das ist klar.
Wir wollen allen Menschen ein würdevolles Leben garantieren und respektvoll miteinander umgehen. Die Würde des Menschen ist für mich und für uns alle unantastbar. Ich muss den Weg der Ampelregierung nicht gut finden. Aber die Art und Weise, wie Sie hier polemisieren, wie Sie mit diesem Thema umgehen, wie Sie skandalisieren und stigmatisieren, halte ich für respekt- und würdelos. - Deshalb lehne ich Ihren Antrag ab.
Entschuldigung, Frau Dr. Oeynhausen, die Frage kam ein bisschen zu spät. Aber es wurde eine Kurzintervention von Herrn Abgeordneten Dr. Berndt angezeigt.
Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Kollege Schierack, ich knüpfe an Ihre letzten Bemerkungen an: Das Thema, über das wir reden, ist, dass es eine Gruppe von Menschen gibt, die sich über die Natur und über die Schöpfung hinwegsetzen will
Das betrifft die Energiepolitik; wir haben vorhin darüber diskutiert. Das betrifft Ihre Verneinung der historischen Gegebenheiten der Völker und der Nationen. Und das betrifft Ihren Angriff auf das biologische Geschlecht.
Nun sind Sie, Herr Prof. Schierack, Vertreter der Christlich-Demokratischen Union Deutschlands. Deswegen möchte ich Ihnen ein Zitat vorhalten, und ich möchte Sie um Ihre Bewertung bitten:
„Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn. Und er schuf sie als Mann und Frau.“
1. Buch Mose, Kapitel 1, Vers 27. Ich frage Sie, Herr Schierack: Wie verstehen Sie als Christdemokrat das Schaffen des Men-
schen durch Gott? Verstehen Sie es so, dass Gott dem Menschen Geschlechter gab, oder verstehen Sie es so, dass er ihm ein bestimmtes Gefühl gab, dass er sein Geschlecht nach Belieben wechseln könne?
Herr Abgeordneter Prof. Dr. Schierack möchte nicht erwidern. - Dann fahren wir in der Rednerreihenfolge fort. Für die Fraktion Die Linke spricht Herr Abgeordneter Büttner.
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer! Es tut mir ein bisschen leid, dass wir den frühen Freitagnachmittag mit diesem Antrag vergeuden müssen - mit einem Antrag, der tiefen Einblick in eine Weltanschauung gewährt, die nicht nur wissenschaftlich rückständig,
Schauen wir uns den Titel des Antrags an, den die AfD eingereicht hat: „Gegen die Leugnung der Biologie - Das biologische Geschlecht kann man nicht wechseln“.
Dieser Antrag beinhaltet eine gefährliche Simplifizierung komplexer biologischer, sozialer und persönlicher Realitäten und ignoriert dabei die Grundrechte und die Würde transgeschlechtlicher Menschen.
Ich will zunächst betonen, dass der Ansatz dieses Antrags, biologische Fakten zu einem politischen Spielball zu machen und sie gegen marginalisierte Gruppen zu wenden, zutiefst problematisch ist.
Die moderne Wissenschaft erkennt an, dass Geschlechtsidentität ein Spektrum ist, das weit über eine binäre Einteilung hinausgeht. Diese Erkenntnisse werden von zahlreichen wissenschaftlichen Institutionen und durch Studien gestützt und sind Teil eines fortschrittlichen Verständnisses von Geschlechtervielfalt.
Die Behauptung, es gebe ausschließlich zwei biologische Geschlechter, und die Identität von transgeschlechtlichen Menschen sei lediglich eine Frage der Selbstdeklaration, ignoriert die Komplexität biologischer, psychologischer und sozialer Aspekte von Geschlecht. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Geschlechtsidentität aus einem komplexen Zusammenspiel von genetischen, hormonellen und umweltbedingten Faktoren entsteht. Der Antrag der AfD-Fraktion...
- Sie verhalten sich wie kleine … Nein, das wäre unverschämt Schülerinnen und Schülern und Kitakindern gegenüber; denn Sie verhalten sich wirklich noch schlimmer.
Sie sind nicht in der Lage, andere Meinungen zu akzeptieren; das wissen wir. Deswegen versuchen Sie permanent, dazwischenzuquatschen.
Es ist wirklich eine unfassbare Unverschämtheit gegenüber den anderen Mitgliedern dieses Parlaments, dass Sie sie hier vorne nicht vernünftig reden lassen.
Das ist unerträglich. Ich muss Ihre Rede doch auch ertragen und rufe nicht dauernd dazwischen. Sie können das nicht.
Der Antrag stellt einen direkten Angriff auf die Würde und die Rechte transgeschlechtlicher Personen dar. Indem er deren Identität leugnet und delegitimiert, fördert er Diskriminierung und Ausgrenzung. Die Anerkennung der Selbstbestimmung von Geschlecht ist ein fundamentaler Aspekt der Menschenrechte, der jedem Individuum die Freiheit gibt, seine eigene Identität zu leben.
- Ich rede lauter, weil Sie dauernd dazwischenquatschen. Damit müssen Sie leben. Das ist nicht mein Problem.
Die vorgebliche Sorge um den Schutz von Frauenschutzräumen wird instrumentalisiert, um transphobe Rhetorik zu legitimieren.