Protokoll der Sitzung vom 20.06.2024

Herr Abgeordneter Vida hat eine Kurzintervention angemeldet. Bitte schön.

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete! Sehr geehrter Herr Scheetz! Sie haben ausgeführt, dass es also keine Verfehlungen seitens der Landesregierung gegeben hat - Ihre Fraktionen haben ja noch dafür gesorgt, dass entsprechende Passagen aus dem Berichtsteil gestrichen werden -,

(Beifall des Abgeordneten Hohloch [AfD])

und Sie haben dabei die Ion-Iliescu-Methode von Anfang der 90er-Jahre in Rumänien angewandt, bei der man gesagt hat: Alle, die mitgewirkt haben, suchen sich einen Sündenbock raus, dann wird der Begriff Clique verwendet - und jetzt ist es die Clique um Schlesinger, die das alles ermöglicht hat.

Ich frage Sie: Was darf Satire? Meinen Sie das ernst?

(Beifall der Abgeordneten Stefke [BVB/FW Gruppe] und Hohloch [AfD])

Ist das Ihre Methode der Aufklärung? Würden Sie mir recht geben, dass es zur Rechtsaufsicht gerade gehört, dass man durch periodisches Prüfen - durch entsprechende Abfragen bei Verdachtsfällen, durch entsprechende regelmäßige Nachfragen - sicherstellt, dass es nicht zu Problemen kommen kann?

(Beifall der Abgeordneten Hohloch und Dr. Berndt [AfD])

Würden Sie mir recht geben, dass das genau das ist, was uns der Sachverständige Prof. Degenhart ins Stammbuch geschrieben hat? Oder würden Sie mir recht geben, dass man sich durch das Nichteinsehen der Tagesordnungsinhalte, das Nicht-sichübersenden-Lassen der Unterlagen von Verwaltungsrats- und Rundfunkratssitzungen - nämlich außer der Tagesordnung die

Anlagen und Dokumente; nicht bekommen - sowie das Nichtteilnehmen an Sitzungen der Kenntnis natürlich auch entziehen kann?

Rechtsaufsicht auszuüben bedeutet nicht, nur bei Kenntnis zu handeln, sondern es bedeutet auch, sich Kenntnis zu verschaffen -

(Beifall BVB/FW Gruppe und AfD)

und wer sich keine Kenntnis verschafft, kann sich nicht darauf berufen, sie nicht gehabt zu haben. Der Vorwurf ist nicht, nicht gehandelt zu haben - der Vorwurf ist, sich entsprechende Informationen überhaupt nicht besorgt zu haben. Vielleicht können Sie dazu etwas sagen.

Warum hat die Landesregierung so gehandelt, dass sie Kenntnis gar nicht erst erlangt hat? Und was hätte sie tun können, um Kenntnis zu erlangen, um ihrer Rechtsaufsicht gerecht zu werden?

Und noch eine Frage erlauben Sie mir bitte, weil es Ihnen wichtig war, hier zu betonen, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk seine Daseinsberechtigung hat und dass er Akzeptanz haben muss: Sie und der Ministerpräsident haben ja betont, es dürfe, um Akzeptanz herzustellen, keine Rundfunkbeitragserhöhung geben. Steht dieses Versprechen der SPD jetzt und auch nach der Wahl?

(Beifall der Abgeordneten Wernicke [BVB/FW Gruppe] - Zuruf von der AfD: Viele Fragen!)

Herr Abgeordneter Scheetz möchte auf die Kurzintervention reagieren. Bitte sehr.

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Auf ein paar Dinge möchte ich eingehen. Punkt eins: Herr Vida, ich lasse es Ihnen nicht durchgehen, dass Sie es hier so darstellen, als hätten wir im Bericht etwas schöngefärbt.

(Lachen bei der AfD - Hohloch [AfD]: Sie haben Sachen streichen lassen!)

- Nein. Richtig ist, dass wir offensichtliche Fehler, die sich bei der Erarbeitung eines so umfassenden Berichts durchaus einschleichen können, korrigiert haben - nicht mehr und nicht weniger.

(Zuruf des Abgeordneten Vida [BVB/FW] - Zurufe von der AfD)

Hieraus zu urteilen, dass Passagen schöngefärbt worden seien, ist aus meiner Sicht völlig an den Haaren herbeigezogen und entbehrt jeglicher Grundlage.

Herr Vida, Sie wissen, es handelt sich hier - berechtigterweise - um eine eingeschränkte Rechtsaufsicht, was sich aus der

Staatsferne ableitet. Es gibt eine entsprechende Rechtsprechung dazu. Deswegen wissen auch Sie - das haben wir ja intensiv herausgearbeitet -, dass …

(Vida [BVB/FW Gruppe]: Sind Sie Teil der Clique, wenn Sie mit denen essen gehen? - Keller [SPD]: Herr Vida, es ist peinlich! - Hünich [AfD]: Immer, wenn Sie ertappt werden, ist es peinlich! - Weitere Zurufe)

- Herr Vida, das war nicht die Frage. - … die Rechtsaufsicht erst bei groben Verstößen tätig werden kann. Doch wenn es gelingt, alle internen Kontrollmechanismen des RBB außer Kraft zu setzen, ist es eben auch schwierig, als Rechtsaufsicht Kenntnis von Verstößen zu erlangen.

(Zuruf des Abgeordneten Vida [BVB/FW Gruppe])

Außerdem hörten wir dieses Märchen von der Nichtteilnahme an Gremiensitzungen. Ich habe es mir noch einmal herausgesucht.

(Zuruf des Abgeordneten Vida [BVB/FW Gruppe])

- Herr Vida, hören Sie mir doch mal zu!

(Vida [BVB/FW]: Mache ich doch!)

Zum Märchen der Nichtteilnahme an Gremiensitzungen,

(Vida [BVB/FW]: Wie, Märchen?!)

in Bezug auf den Verwaltungsrat: 119. Sitzung - teilgenommen! 120. Sitzung - teilgenommen! 121. Sitzung - teilgenommen! 122. Sitzung - teilgenommen!

(Dr. Berndt [AfD]: Und davor?)

123. Sitzung - nicht teilgenommen!

(Dr. Berndt [AfD]: Und davor?)

124. Sitzung - teilgenommen! 125. Sitzung - teilgenommen! 126. Sitzung - teilgenommen!

(Hohloch [AfD]: Das waren alles Sitzungen nach dem Skandal!)

127. Sitzung - teilgenommen! 128. Sitzung - teilgenommen!

(Dr. Berndt [AfD]: Was war davor?)

Die Rechtsaufsicht hat nur an einer einzigen von zehn Verwaltungsratssitzungen nicht teilgenommen. Also hören Sie auf mit diesem Märchen!

(Beifall SPD - Zuruf des Abgeordneten Dr. Berndt [AfD])

Zum Beitrag …

Sie müssen bitte zum Ende kommen.

(Hünich [AfD]: Ihre Zeit ist abgelaufen! - Zuruf des Abge- ordneten Münschke [AfD])

Beitragserhöhungen schließen wir aus, solange wir beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk keinen ernsthaften Konsolidierungswillen erkennen können - dabei bleiben wir. Es darf auch keine Scheinbeteiligung der Bundesländer geben. An dieser Position hat sich nichts geändert.

(Beifall SPD, vereinzelt CDU sowie der Abgeordneten Petra Budke [B90/GRÜNE])

Danke schön. - Herr Abgeordneter Hohloch hat das Wort für die AfD-Fraktion. Bitte.

(Beifall AfD - Abgeordneter Hohloch [AfD] macht sich eine Notiz, bevor er von seinem Platz aufsteht. - Hohloch [AfD]: Verzeihung, ich musste kurz, weil ich diese Lügen gehört habe … - Gegenrufe von der SPD und der CDU - Zuruf des Abgeordneten Hünich [AfD])

So, Herr Hohloch ist bereit. Bitte schön.