Sehr geehrte Frau Vizepräsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Brandenburger! Unser Antrag greift eine schon lange bestehende Problematik auf: Seit der Gründung des Landes Brandenburg 1990 gibt es keine eigene Ausbildungsstelle für Berufsschullehrer. Seit dieser Zeit wird der Nachwuchs über Seiteneinsteiger oder durch Zugänge aus anderen Bundesländern gewonnen. Dass dies in Zukunft nicht so fortgeführt werden kann, wurde unter anderem von einer 2018 veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung bestätigt. So wird sich der bereits jetzt spürbare Lehrermangel an Berufsschulen ab 2025 bundesweit deutlich verschärfen.
Brandenburg trifft es aufgrund der Altersstruktur der Lehrer besonders hart. Fast 70 % aller Berufsschullehrer waren zum Zeitpunkt der Untersuchung über 50 Jahre alt. Gleichzeitig steigen
die Schülerzahlen in Brandenburg an. Auch Hochrechnungen des Bildungsministeriums und der Kultusministerkonferenz lassen nur den einen Schluss zu: dass wir deutlich mehr Berufsschullehrer jährlich einstellen müssten, als es derzeit getan wird. Ein „Weiter so!“ in der Ausbildungs- und Einstellungspolitik kann es nicht geben, gerade da der Wettbewerb der Bundesländer um Lehrer weiter zunehmen wird.
Zum Standort: Es ergibt überhaupt keinen Sinn, einen möglichen Studiengang auf zwei Orte aufzuteilen, wie es im Antrag der Linksfraktion angedacht ist. Das ist unpraktisch und wird für Studieninteressierte nicht attraktiv sein, zumal wir mit Dresden einen etablierten Konkurrenzstandort haben.
Gerade die BTU Cottbus mit ihrem Profil als Technische Universität wäre der ideale Standort für die Ausbildung zukünftiger Berufsschullehrer und wird auch vom Brandenburgischen Lehrerverband beruflicher Schulen befürwortet. Zudem wäre damit der BTU in ihrer problematischen Situation geholfen. Seit der Fusion im Jahr 2013 verliert sie kontinuierlich Studenten. Von den damals 9 553 Studenten sind im Wintersemester 2019/2020 lediglich 7 069 Studenten übriggeblieben; ein Minus von 2 500 in nur sechs Jahren. Neben der Einrichtung eines Medizinstudiengangs wäre das Berufsschullehramt eine ideale Ergänzung des Profils, ganz zu schweigen von der positiven Auswirkung für die Ausbildungsbetriebe der Lausitz.
Aber was soll ich hier weiter ausführen, wenn ich sehe, dass wir uns anscheinend in der Sache einig sind. Gleich zwei weitere Anträge liegen zum Thema vor, zum einen von der Linksfraktion und zum anderen von den Regierungsfraktionen. Sie haben es fertiggebracht, sich zu dem Thema so zu verkaufen, als läge Ihnen wirklich etwas an der Verbesserung der Situation. So konnten Sie sogar die Presse an der Nase herumführen und verschleiern, dass wir von der AfD es waren, die schon im April als erste Partei einen Antrag dazu eingebracht haben. Aber in dieser Plenarwoche scheint es ja Konjunktur zu haben, AfD-Anträge als eigene Anträge auszugeben und kurz vor knapp einzubringen.
Gerade von der SPD hätten wir nicht gedacht, dass sie dieses Anliegen mitträgt, gab es doch noch letztes Jahr aus dem rot geführten Bildungsministerium die klare Antwort auf eine Kleine Anfrage, dass weder grundständige Studien noch aufbauende Masterstudiengänge für das Berufsschullehramt befürwortet würden.
Diesmal müssen wir unseren Antrag hervorragend formuliert und sehr gut ausgearbeitet haben; schließlich konnten Sie Ihre Finger nicht von ihm lassen. Aber seis drum! Wenn wir Sie inspirieren konnten, freut uns das sehr, auch wenn es schon gar nicht mehr nötig ist, eine Plagiatssoftware über beide Texte laufen zu lassen. Mit Ihrem billigen Copy-and-Paste drücken Sie deutlich aus, dass Sie unserem Antrag gerne zustimmen würden, wäre er nicht von der AfD.
der zukünftigen Auszubildenden - Frau Dannenberg, Sie sind doch gleich dran - und der brandenburgischen Ausbildungsbetriebe. Deswegen freuen wir uns, wenn wir dieses dicke Brett nicht alleine bohren müssen, sondern von allen unterstützt werden.
Ich lade Sie herzlich ein: Lassen Sie uns dieses Problem mit vereinten Kräften angehen, stimmen Sie für den Originalantrag - und das ist nun einmal unser Antrag. - Ich danke Ihnen.
Vielen Dank. - Wir setzen in der Rednerliste fort. Als Nächster spricht der Abgeordnete Prof. Dr. Schierack für die CDU-Fraktion zu uns.
Sehr geehrter Herr Vizepräsident! Liebe Abgeordnete! Die duale Ausbildung in Deutschland ist einzigartig in Praxis und Theorie, sie ist ein Erfolgsmodell. Viele Länder Europas, aber auch weltweit, wollen dieses System kopieren. Es ist eine praxisnahe Ausbildung, vor allen Dingen für unseren Fachkräftenachwuchs. Dass das so bleibt, dafür wollen wir einstehen. Denn immerhin 74 % aller Auszubildenden werden von den Betrieben, die sie ausbilden, auch übernommen. Die duale Ausbildung ist also ein Erfolgsgarant, ein Garant gegen den Fachkräftemangel, ein Garant gegen Jugendarbeitslosigkeit und eine gute Grundlage für unsere Wirtschaft und für den weiteren Aufbau des Wohlstands in unserem Land, meine Damen und Herren.
Allerdings - und das müssen wir zur Kenntnis nehmen - kämpft die duale Ausbildung in Brandenburg auch mit Problemen. Denen stellen wir uns. Ich kann Ihnen sagen: Als CDU - in der Opposition, aber auch jetzt in der Regierung - stellen wir uns dieser Verantwortung. Wir beklagen einen Mangel an Berufsschullehrern; das ist hinlänglich bekannt. Handwerk und Wirtschaft brauchen qualifizierte Lehrkräfte, damit wir qualifizierte Fachkräfte ausbilden.
Tatsächlich reden wir hier nicht nur über einen gegenwärtigen Mangel, sondern - wenn man sich die Zahlen anschaut, erkennt man es - wir reden über einen Mangel über das Jahr 2025 hinaus. Der Brandenburgische Lehrerverband beruflicher Schulen rechnet für das Jahr 2021 mit 60 neuen Lehrkräften, die eingestellt werden müssten, für das Jahr 2022 mit 90 und über das Jahr 2023 hinaus für jedes weitere Jahr mit jeweils 100.
Diese Situation verschärft sich durchaus; es ist angeklungen, dass wir keine eigenen Ausbildungsmöglichkeiten an den Universitäten Brandenburgs haben. Bisher bedient sich Brandenburg bei den Absolventen grundständiger Ausbildungen in anderen Bundesländern.
Wir haben zwar in Brandenburg die Möglichkeit der berufsbegleitenden Weiterqualifizierung, so eine Art Seiteneinstieg, aber wirklich selbst auf die Situation eingehen können wir nicht. Überall dort, wo wir keine Ausbildungsangebote machen können, ist der Fachkräftemangel besonders groß, und wir können nicht gegensteuern.
Jetzt komme ich zur Chronologie: Ich sagte schon, dieses Thema, das wir hier diskutieren, ist mindestens zehn Jahre alt.
Wir haben es im Koalitionsvertrag vereinbart, Herr Schieske; dort können Sie es nachlesen. Also, von wegen „Copy-and-paste“ - Stichwort Ursache und Wirkung! Zudem war es am 13. Februar Bestandteil einer Anhörung im Bildungsausschuss. Wissenschaftspolitiker waren dabei. Sie sehen jetzt: Die Folge ist, dass wir einen Antrag geschrieben haben, mit dem die Landesregierung beauftragt werden soll, Konzepte für die Ausbildung von Berufsschullehrern zu erstellen. Damit will ich deutlich sagen: Es ist Bestandteil des Koalitionsvertrags, und jetzt fangen wir an zu liefern, meine Damen und Herren.
Wir haben hier zwei Varianten - das können Sie nachlesen -: eine grundlegende universitäre Ausbildung oder eine berufsbegleitende, aber auch an die Universität angedockte Ausbildung. Diese Varianten sollen vorurteilsfrei diskutiert und analysiert werden. Ich bitte bei der Landesregierung um die Konzepte und hoffe darauf - ich blicke in Richtung der Ministerin; sie hat schon zugesagt, das zu tun.
Wir werden im nächsten Jahr über diese beiden Konzepte diskutieren und erörtern, was dem Ziel einer guten Qualität der Lehrerausbildung zuträglich ist und wie wir schnell auf die Bedarfe reagieren. Dann werden wir uns hier im Hohen Haus darüber unterhalten, welche Möglichkeiten der Umsetzung bestehen. Es wird Geld kosten, das wissen wir, dazu stehe ich, und wir werden in Zukunft dafür eintreten müssen - klar. Ich will das hier schon ankündigen. Jetzt schaue ich zu den finanzpolitischen Sprechern, um sicherzugehen, dass das auch funktioniert. Es ist wichtig, dass wir uns damit beschäftigen, und deshalb werbe ich für unseren Antrag. - Herzlichen Dank.
Herr Vizepräsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Gäste! Was für ein Tag! Gleich drei Anträge zur Stärkung der Ausbildung von Berufsschullehrkräften, gleich dreimal hören wir, wie wichtig dies ist, gleich dreimal wird deutlich: Es ist im Parlament angekommen. Alle Antragsteller greifen in ihren Anträgen mehr oder weniger die Vorschläge des Berufsschullehrerverbands auf, alle sehen den Handlungsbedarf.
Brandenburg ist das einzige Bundesland ohne ein grundständiges Ausbildungsangebot für Berufsschullehrerinnen und -lehrer. Das darf nicht so bleiben, besonders vor dem Hintergrund des laufenden Wettbewerbs der Bundesländer um Lehrkräfte. Nun können wir hoffen, dass sich die Gespräche und das Sensibilisieren für diese Situation gelohnt haben. Vielen Dank an den Verband der Berufsschullehrer, vielen Dank für die Arbeit, die die Lehrkräfte in der Berufsausbildung unseres Landes leisten!
Aber Achtung, das wird nur ein erster Schritt sein. Lippenbekenntnisse werden nicht reichen, um Abhilfe zu schaffen. Als sich zu Beginn der Legislaturperiode die Schulleiterinnen und Schulleiter der Oberstufenzentren trafen, waren zwar auch politische
Vertreter eingeladen, ich war allerdings die einzige, die anwesend war. Dort wurde im Beisein der neuen Staatssekretärin des MBJS, Frau Jesse, über die Situation informiert und diskutiert. Eingeladen war auch Herr Prof. Pittich, der das Konzept der TU München zur Ausbildung der Berufsschullehrkräfte vorstellte. Frau Jesse bedankte sich. Still ruhte der See.
Bereits zu Beginn des Jahres hat meine Fraktion den Antrag „Aktionsplan Lehrkräftegewinnung und Sicherung von gutem Unterricht in allen Regionen“ gestellt. Unter Punkt 9 forderten wir die Vorlage eines Konzeptes für die universitäre Ausbildung von Berufsschullehrkräften bis Ende des 3. Quartals 2020, einschließlich zusätzlicher berufsbegleitender Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote. Dieser Antrag wurde hier im Plenum abgelehnt. Danach waren wir es, die das Thema Berufsschullehrkräfte in einer gemeinsamen Sitzung des Bildungs- und des Wissenschaftsausschusses auf die Tagesordnung setzen ließen, um eben über die Lehrkräfteausbildung zu sprechen. Herr Pehle vom Verband der Berufsschullehrkräfte machte in dieser gemeinsamen Sitzung im Februar deutlich, vor welchen Herausforderungen unser Land steht, wie groß die Bedarfe an Lehrkräften sein werden - sie liegen nämlich bei 80 bis 100 Lehrkräften jährlich. Diese Bedarfe werden derzeit nur durch Seiteneinsteiger aus anderen Bundesländern gedeckt. Er forderte einen konkreten Zeitplan und eine Prüfung des Standorts.
Zwei Standorte stehen zur Auswahl: die Uni Potsdam - ein attraktiver Standort mit etablierter Lehrerausbildung im allgemeinen Bereich, aber ohne Erfahrung im berufsbildenden Bereich - und die TU Cottbus mit Ingenieurswissenschaften und Standortförderung, aber in Konkurrenz zur Lehrkräfteausbildung an der TU Dresden. Diese Entscheidung muss in Abwägung der Tatsachen getroffen werden. Der damalige Staatssekretär des MWFK beteuerte, zeitnah prüfen zu wollen. Was zeitnah bedeutet - nun, das ist in der Landesregierung ja ein weites Feld.
Die AfD-Fraktion hat kurz danach ihren Antrag ins Netz gestellt, der sich aber auf ein älteres Papier des Berufsschullehrerverbands bezog, in dem noch ausschließlich von Cottbus die Rede war. Eine universitäre Berufsschullehrerausbildung ohne Prüfung des Standorts kommt für uns jedoch nicht infrage.
Die Koalition hat nun einen Neudruck ihres Antrags vorgelegt. Sie will prüfen, ob die Berufsschullehrerausbildung grundständig, universitär oder über das WIB berufsbegleitend erfolgen soll. Für die Prüfung will man sich bis ins 3. Quartal 2021 Zeit lassen. Ich finde das unglaublich. Das ist Augenwischerei und Verzögerung in Reinkultur. Sie wissen ganz genau, wie lange es dauert, bis eine grundständig ausgebildete Lehrkraft in die Berufsschule kommt, nämlich im Schnitt zehn Jahre. Fakt ist: Sie wollen sich nicht zu einem grundständigen Studiengang mit einem Master of Education bekennen. Sie warten ab, Sie warten, bis es fünf vor zwölf ist.
In unserem Antrag bekennen wir uns klar: Erstellen Sie ein Konzept für eine grundständige Ausbildung mit Standortprüfung zum 4. Quartal 2020. Richten Sie den Studiengang möglichst zum Wintersemester 2022/23 ein, denn die OSZ brauchen grundständig ausgebildete Lehrkräfte, um die Qualität zu sichern. Prüfen Sie die Einrichtung berufsbegleitender Studiengänge, richten Sie ein weiteres Studienseminar ein und schaffen Sie ein Maßnahmenpaket, um dieses Lehramt mit beruflichen Anreizen, Zulagen oder Anrechnungsstunden attraktiver zu gestalten.
Wir bitten natürlich um Zustimmung zu unserem Antrag. Sie wissen, dass er einfach der bessere ist. - Vielen Dank.
Vielen Dank. - Wir setzen die Aussprache mit dem Beitrag der Abgeordneten Hildebrandt für die SPD-Fraktion fort.
Herr Vizepräsident! Kolleginnen und Kollegen Abgeordnete! Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer! Zwei Dinge sind völlig klar: Wir haben gute Berufsschullehrer und wir brauchen mehr von ihnen, denn wir wollen den schulischen Teil der Ausbildung weiter stärken. Dieses Anliegen eint alle Fraktionen hier im Landtag, die heute dazu einen Antrag vorgelegt haben.
Die Lehrtätigkeit an Berufsschulen liegt in einem besonderen Spannungsfeld zwischen Praxisexpertentum und einer professionellen Theorievermittlung mit Arbeitsweltbezug. Das bedarf einer besonderen Qualifizierung. Gerade im Hinblick auf den immer stärker werdenden Fachkräftemangel ist die Attraktivität von Berufsschulen ein wesentlicher Aspekt. Der Besuch eines Oberstufenzentrums, einer Berufsschule oder einer Berufsfachschule soll für mehr junge Menschen eine Alternative zur gymnasialen Oberstufe werden. Schülerinnen und Schülern hier einen guten Übergang in die berufliche Bildung zu ermöglichen, das ist unser großes Anliegen.
Die vorliegenden Anträge zeigen, dass sich die inhaltlichen Positionen in vielen Bereichen überschneiden oder gar deckungsgleich sind. Ich denke, wir alle haben die Ausführungen von Herrn Pehle und Herrn Borowski im Bildungsausschuss gehört.
Ich möchte kurz zwei Punkte betrachten, in denen sich unsere Anträge hauptsächlich unterscheiden. Herr Schierack hat es auch schon gesagt: Wir haben uns zum einen darauf verständigt, zur Konzepterstellung ein breiteres Spektrum der universitären Qualifizierung für die Berufsschullehrerinnen und -lehrer zu betrachten. Dazu zählt einerseits der Ansatz einer grundständigen universitären Ausbildung für die Berufsschullehrerinnen und Berufsschullehrer, der auch in den Anträgen der anderen Fraktionen gefordert wird, und andererseits die universitär gesicherte berufsbegleitende Berufsschullehrerausbildung, wie zum Beispiel die Möglichkeit, auf einen Fachbachelor einen pädagogischen Berufsschulmaster aufzusetzen. Wir möchten, dass bezüglich dieser beiden Ansätze bis zum 3. Quartal 2021 ein Konzept ausgearbeitet wird, auf dessen Grundlage wir dann weiter beraten können.
Ein weiterer Punkt betrifft die geforderten Maßnahmen hinsichtlich der beruflichen Anreize für die Berufsschullehrkräfte. Diese einzig für die Berufschullehrer zu fordern halten wir für problematisch. Hier müsste man dann auch über Zulagen und weitere Maßnahmen für Lehrkräfte an allen anderen Schulen reden. Das hätte wiederum erhebliche finanzielle Auswirkungen. Aus den genannten Gründen bitten wir um Zustimmung zu unserem Antrag und lehnen die Anträge der Fraktionen DIE LINKE und AfD ab. - Danke.
Wir setzen die Aussprache mit dem Redebeitrag des Abgeordneten Stefke fort, der für die BVB / FREIE WÄHLER Fraktion spricht.
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Abgeordnete! Sehr geehrte Zuschauerinnen und Zuschauer draußen an den Bildschirmen! Eine Rede in drei Minuten zu drei Anträgen kann nicht auf jeden und erst recht nicht auf jedes Detail eingehen. Alle Antragsteller nehmen sich eines Themas an, das dringend einer Lösung zugeführt werden muss.
Aber: Es erstaunt schon, dass Brandenburg seit den 90er-Jahren keine Berufsschullehrer mehr ausbildet. Das Berufsbild des Berufsschullehrers ist ja nicht erloschen. Demzufolge kann es, auch wenn es schon lange Zeit so praktiziert wird, keine Dauerlösung sein, hier mit Seiteneinsteigern zu arbeiten. Es muss der Anspruch eines so hoch entwickelten Landes wie des unseren sein, diejenigen, die andere ausbilden sollen, ebenfalls über eine Ausbildung dazu zu qualifizieren. Anderenfalls ist zu befürchten, dass auch in anderen Branchen nach und nach das jahrzehntelang gültige Prinzip, Wissen von fachspezifisch ausgebildetem Personal vermittelt zu bekommen, aufgeweicht wird und eher die Ausnahme als die Regel bildet.
Es ist eine Binsenweisheit, dass Deutschland seinen über Jahrzehnte gewohnten Wohlstand nicht über Devisenerlöse aus dem Verkauf von Bodenschätzen erwirtschaften kann. Demzufolge ist Wissen unser wichtigster Rohstoff und in den vielfältigsten Berufen von zentraler Bedeutung für unsere Volkswirtschaft und den Erhalt unseres Wohlstands wie auch unseres Sozialstaats.
Vor Wissen kommt in der Regel die Wissensvermittlung, die durch dafür qualifiziertes Lehrpersonal erfolgen muss. Es ist bedauerlich, dass sich die Koalitionsfraktionen erst aufgrund eines Antrags veranlasst sehen, sich dieser Thematik anzunehmen. Und: Dass der Antrag von dieser Seite des Hauses gestellt wurde, sollte Sie in besonderer Weise nachdenklich stimmen.
Aber besser spät als nie! Zu spät sollte es allerdings auch nicht sein, weshalb zu hoffen bleibt, dass das Ergebnis der zahlreichen Prüfaufträge im Antrag der Koalitionsfraktionen deutlich früher als zum 3. Quartal 2021 vorliegt. Wir werden ihm dennoch zustimmen. - Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.