TOP 10: Brandenburgs Wildbestände schützen: Waldumbau nachhaltig denken und Ökosysteme in ihrer Vielfalt erhalten
Herr Vizepräsident! Werte Abgeordnete! Liebe Brandenburger! Der Titel unseres Antrags lautet: „Brandenburgs Wildbestände schützen: Waldumbau nachhaltig denken und Ökosysteme in ihrer Vielfalt erhalten“. Der Waldumbau in Brandenburg ist ein sensibles und wichtiges Thema. Jedoch wird dabei oft vergessen, dass neben dem Schutz von Bäumen auch der Schutz von Tieren eine vorrangige Berücksichtigung verdient. Aus Ersparnisgründen den Tierschutz zu vernachlässigen halten wir für ein gewagtes Unterfangen.
Frau Muxel, ganz kurz bitte. - Sehr geehrte Kollegen, hier herrscht gerade ein bisschen Unruhe, ein bisschen Tumult. Es wäre sehr schön, wenn Sie Ihre Plätze einnehmen und dem Wortbeitrag lauschen könnten. - Dann können wir fortfahren. Bitte schön!
Mit Ersparnisgründen ist etwa der Personalmangel der Landesforst gemeint. Das ist schon länger ein Thema, auch hier im Landtag.
Neben den Waldbesitzern haben auch viele andere Mitglieder der grünen Berufe ein Anrecht auf Mitsprache darüber, wie das Ökosystem Wald mit Wild gestaltet werden kann. Für dieses Thema sollten wir alle offen sein. Wir dürfen eine Abnahme der Wildbestände in unseren Wäldern, wie sie die jüngsten Streckenstatistiken zeigen, nicht stillschweigend ignorieren. Die Streckenzahlen für das Jagdjahr 2019/2020 sind mit 181 984 Stück Schalenwild die höchsten in der Geschichte Brandenburgs, und zwar trotz der Zusatzbelastung unserer Wildbestände durch den Wolf.
Die momentane Praxis folgt einem wahren Teufelskreis. Es kommt zum sogenannten Stressäsen, was natürlich völlig kontraproduktiv ist. Vorwiegend junge Baumbestände weisen dadurch Schädigungen auf. Das erhöht den Druck im Waldumbau. Wildverbiss soll durch erhöhte Streckenzahlen reduziert werden.
Für unser Ökosystem Wald hat die Konstruktion der Frontstellung von Wald und Wild schlimme Folgen. Zusammenhängendes, das immer miteinander verbunden war, soll künstlich getrennt werden, bis es letztendlich zur Gretchenfrage kommt: Wald oder Wild? Das können wir alle nicht wollen.
Mit unserem vorliegenden Antrag wollen wir unsere heimischen Wildbestände schützen. Ich möchte den Wildtieren damit hier auch eine Stimme geben. Wir fordern daher, regionale Wildbestände zum Schutz des Artenreichtums zu erhalten. Tierschutz in Bezug auf Wild heißt vor allem waidgerechte Jagd. Wir fordern, Schonzeiten beizubehalten. Künstliche Lichtquellen dürfen bei der Jagd auf Schwarzwild nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden. Wir fordern eine wildfreundliche Gestaltung des Waldumbaus durch die Schaffung von Äsungs- und Deckungsflächen, die Einrichtung von Wildruhezonen, die keineswegs rechtsverbindlich ausgestattet sein müssen. Denn auch Hinweisschilder und die Bitte, bestimmte Routen zu bestimmten Tageszeiten zu wählen, könnten den Zweck erfüllen, Wanderer für die Ruhebedürfnisse des Wildes zu sensibilisieren. Wir fordern, den Schutz von sensiblen Bäumen auch mit anderen Mitteln als nur mit erhöhten Streckenzahlen umzusetzen. Denn hierzu gibt es mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten der Umzäunung, Abdeckung usw., ohne gleich mit dem Gewehr handeln zu müssen. Ja, das darf auch Geld kosten. Hauptbaumarten sollten jedoch langfristig auch ohne Einzäunung Verjüngung zulassen, da auch eine Einzäunung den Lebensraum des Wildes einschränkt. Da ist Differenzierung erforderlich.
Aus unserer Sicht darf der Waldumbau nicht nur auf die kurzfristige Zielsetzung der Waldverjüngung beschränkt sein. Brandenburg braucht ein ganzheitliches Konzept, um auch zukünftig Wald und Wild gemeinsam erlebbar zu machen. Einen Waldumbau auf Kosten unseres Wildes lehnen wir ab, weil er nicht nur die Rolle des Wildes für das gesamte Ökosystem außer Acht lässt, sondern auch das gesellschaftliche Interesse an Biodiversität und Artenvielfalt torpediert. Deshalb bitte ich Sie, unserem Antrag zuzustimmen. - Vielen Dank.
Vielen Dank. - Als nächster Redner spricht der Abgeordnete Roick für die SPD-Fraktion zu uns. Bitte schön!
Sehr geehrter Herr Vizepräsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger am Livestream! Ich bin jetzt ein bisschen fassungslos; denn Sie hatten vor kurzem einen ähnlichen Antrag. Ich werde heute wieder fast genauso argumentieren, weil die Wahrheit immer noch die gleiche ist. Insofern kann ich nicht verstehen, wie es zu diesem Antrag kommt. Offensichtlich ist eine ganze Menge Populismus dabei.
Jedenfalls trägt Ihr Antrag nicht dazu bei, einem Problem unserer Gesellschaft, nämlich dem Fortschreiten des Klimawandels, die Stirn zu bieten. Es sind Aussagen wie „der Waldumbau darf nicht nur mit dem Gewehr gedacht werden“, die dabei übel aufstoßen. Anstatt an Lösungen mitzuwirken, verbreiten Sie hier zum Teil Unwahrheiten.
Ja, es stimmt, wir wollen das Wild reduzieren. Das wollen wir ganz bewusst. Denn eine Reduktion ist notwendig. Sie selbst haben die Streckenzahlen gerade genannt. Es geht um Schalenwild, das heißt - ich sage es für die nicht Eingeweihten - um Reh,
Rotwild, Schwarzwild, Damwild. Noch 1992/1993, also vor fast 30 Jahren, hatten wir eine Strecke von 110 000 Stück pro Jahr. Sie selbst haben die Zahlen eben genannt: Im vergangenen Jahr sind es über 180 000 gewesen, und das nachhaltig. Deswegen passiert eine Reduktion des Schalenwildes.
Ich hatte schon letztes Mal gesagt, dass es im Südosten von Brandenburg ein wunderbares Waldgebiet des Freiherrn von Rotenhan gibt - Sie haben ja auch einen Freiherrn unter Ihren Abgeordneten. Er jagt wirklich ganz verschärft, und das Waldbild ist ein wunderbares.
Es kommt noch hinzu, dass das Nahrungsangebot für die Wildtiere viel höher ist. Das heißt also, dass sie gesünder, kräftiger und zahlreicher sind. Sie werden natürlich nicht mehr so gesehen. Aber das ist eben eine Folge, wenn man lange Zeit jagt.
Eines hat mich besonders verwundert. Sie haben gerade gesagt, selbst das Schwarzwild solle nicht so stark bejagt werden. Aber gleichzeitig fordern Sie einen Unterausschuss ASP. Da ist auf der einen Seite das Problem sehr wichtig. Aber die Reduktion des Schwarzwildes auf der anderen Seite, die genau dazu führt, dass wir keine ASP mehr haben, soll nicht sein. Das verstehe ich nicht.
Den Wald umzubauen bedeutet einen Wechsel der Baumarten und die Erhöhung der Strukturvielfalt im Wald. Das ist zweifellos eine Generationenaufgabe. Ein Gelingen setzt aber voraus, dass wir den Schutz der Pflanzen sicherstellen, und zwar insbesondere vor Wildschäden durch Verbiss. In weiten Teilen Deutschlands ist das derzeit nicht gegeben, wie verschiedene Verbissgutachten zeigen. Die dritte Bundeswaldinventur bescheinigt Brandenburg deutschlandweit höchste Verbissraten an der Waldverjüngung. Das ist ein Problem, und es betrifft auch die Hauptbaumarten. Selbst diese kommen an verschiedenen Stellen nicht mehr hoch.
Es geht also nicht um das Prinzip „Wald vor Wild“, sondern um „Wald mit Wild“. Es geht auch nicht darum, unsere Wildbestände auszurotten, sondern uns geht es um den Anspruch, eine biotopverträgliche Wildbewirtschaftung durchzuführen und Wildschäden im Wald möglichst zu vermeiden. Daher lehnen wir den Antrag ab. - Danke schön.
Herr Vizepräsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Wald oder Wild, diese Frage wirft der Antrag der AfD auf. Ich vermute, dass wir uns hier weitgehend einig sind, dass es weder „Wald vor Wild“ noch „Wild vor Wald“ heißen sollte, sondern „Wald und Wild“. Wir streben naturnahe und wieder vielfältige Wälder an, die sich selbst verjüngen können. Natürlich soll und wird es in den Wäldern auch Rehe und Hirsche geben, die nachhaltig bejagt werden können. Die Frage ist nur, wie beides zusammenkommt. Was muss geschehen, um ein solches Ziel zu verwirklichen? Die Frage, wie der Wildbestand der Zukunft aussehen wird, ist nur schwer zu beantworten.
Um es vorwegzunehmen: Der Antrag der AfD bietet für diese Fragen keine Lösung. Er verkennt, dass wir in Brandenburg nicht nur punktuell, sondern auf großen Flächen Probleme mit Verbiss
und Schälschäden haben. Für die Zukunft der Wälder ist die Verjüngung, sei es durch Pflanzung oder auf natürlichem Wege, aber überlebenswichtig. Wir müssen so schnell, wie es geht, und auf möglichst großen Flächen den Waldumbau bewältigen. Erinnert sei hier an die riesigen Waldbrandflächen oder an die durch Schädlingsbefall und Trockenheit geschädigten Flächen.
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, die Strecken von Wildschweinen sind stark angestiegen, die von Rehen und Hirschen schwanken, sind teilweise auch leicht rückläufig, aber auf einem historisch extrem hohen Niveau. Von einem Aussterben des Schalenwildes kann also keine Rede sein. Davon sind wir ganz weit entfernt.
Die AfD fordert, Mindestwildbestände festzulegen. Aber wie soll das denn gehen? Es gibt überhaupt keine anerkannte Methode, um die Höhe von Wildbeständen zu ermitteln. Wir wissen nicht, wie viele Hirsche, Rehe und Wildschweine es jetzt in Brandenburg gibt. Wir werden auch zukünftig nicht wissen, ob eine festgelegte Zielzahl überschritten ist oder nicht. Was es gibt, ist eine indirekte Bestimmung eines Zielbestandes, nämlich ein Bestand, der eine Waldverjüngung ermöglicht. Das ist sinnvoll und in der Jagddurchführungsverordnung auch als Kriterium der Abschusspläne vermerkt.
Dann schreiben Sie so nebenbei, es sollten Wildruhezonen in den Wäldern eingerichtet werden. Das Waldgesetz garantiert mit gutem Grund eine allgemeine Zugänglichkeit des Waldes für die Öffentlichkeit. Schließlich soll er auch der Erholung dienen. Wollen Sie wirklich die Öffentlichkeit aus größeren Teilen des Waldes aussperren?
Das MLUK hat angekündigt, einen Gesetzentwurf zur Novellierung des Jagdgesetzes vorlegen zu wollen. Zwar muss man sich im Moment fragen, ob sich diese Koalition bei schwierigen Themen überhaupt noch auf etwas einigen kann, aber ich gehe einmal davon aus, dass das Gesetz kommen wird. Darin wird das Thema des Gleichgewichts zwischen Wald und Wild auf jeden Fall eine zentrale Rolle spielen.
Bei allem, was wir regeln, müssen wir aber immer bedenken, liebe Kolleginnen und Kollegen, dass wir, um die Ziele zu erreichen, auf die Jägerinnen und Jäger angewiesen sind, die das in aller Regel ehrenamtlich in ihrer Freizeit und auf ihre eigenen Kosten machen. Deshalb kann hier nicht einfach irgendetwas verordnet oder vorgeschrieben werden, sondern die Perspektive der Jägerinnen und Jäger muss von vornherein mit bedacht werden.
In diesem Sinne bin ich auf den Entwurf der Novelle des Jagdgesetzes gespannt und freue mich auf die dann anstehende Diskussion. Ihren Antrag lehnen wir ab. - Danke schön.
Herr Vizepräsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Kollegen! Es ist ja schon gesagt worden, dass wir hier vor nicht allzu langer Zeit schon einmal über einen ähnlich gelagerten Antrag beraten haben und eigentlich die Hoffnung hatten, dass sich durch die Redebeiträge und die Diskussion einiges an Erkenntnissen ergeben hat, sodass es vielleicht nicht unbedingt
einen neuen Antrag in dieser Form gebraucht hätte. Das Interesse am Thema Wild und Wald ist berechtigt. Aber der Antrag hat mich in meinem Homeoffice dann doch etwas ratlos sitzen lassen mit der Frage, was jetzt eigentlich die Konsequenz daraus ist bzw. warum Dinge falsch aufgeschrieben wurden.
Auch das ist schon gesagt worden: Wir können relativ schlecht für eine unbekannte Größe eine Mindestgröße festlegen. Wir wissen nicht, wie viel Rot-, Dam- oder Rehwild sich derzeit in Brandenburger Wäldern befindet; wir wissen es auch nicht vom Schwarzwild. Wir kennen also die Populationsgröße in einzelnen Bereichen nicht. Wir können relativ schlecht auf der Basis einer unbekannten Größe eine Mindestgröße festlegen. Auch das hätte man vielleicht im Vorfeld durch Gespräche mit Jägern und anderen Experten in Erfahrung bringen können.
In Ihrer heutigen Rede haben Sie gefordert, dass nur noch waidgerechte Jagd stattfindet. Wenn Sie eine solche Behauptung in den Raum stellen - das habe ich auch schon öfter gesagt -, müssen Sie sie auch begründen und erklären können. Wenn Sie irgendwo nicht waidgerechte Jagd erkannt oder festgestellt haben, dann ist es vielleicht an der Zeit, das bei denen, die darauf eingehen können, entsprechend kundzutun, anstatt hier im Landtag Dinge zu behaupten. Denn ich glaube, dass die Brandenburger Jäger hier nicht mit einer so allgemeinen Aussage konfrontiert werden sollten.
Zu dem Hinweis, hier werde mit dem Gewehr gehandelt: Vielleicht war das im Wilden Westen so. Aber ich kann nicht erkennen, dass das derzeit in Brandenburger Wäldern der Fall wäre. Auch dazu der Hinweis: Behaupten Sie dann etwas, wenn Sie es konkret an Beispielen belegen und auch bezeugen können.
Nur als Hinweis: Die Jagdausübungsberechtigten sind verpflichtet, der unteren Jagdbehörde zum 1. April eines jeden Jahres ihre Abschusspläne vorzulegen. Sie muss das genehmigen. Wenn sie Änderungswünsche hat, genehmigt sie es so nicht. Für Schwarzwild gibt es keine Mindestabschusspläne, weil wir in diesem Bereich einfach eine viel zu große Population haben und auch andere Dinge eine entsprechende Rolle spielen. Beim Rehwild gibt es aus den genannten Gründen, die auch meine Kollegen Domres und Roick schon angeführt haben, gar keine Abschussplanung mehr.
Mein letzter Punkt an dieser Stelle ist die Kritik an der Verringerung der Jagdzeit. Ich kann mich daran erinnern, dass uns im Ausschuss immer wieder vorgehalten wird, wir täten zu wenig, um die ASP in Brandenburg einzudämmen. Unter anderem Kollege Hünich tut das.
- Vielleicht. Das ist ja Ihre Sicht. - Wir haben Ihnen erklärt, dass wir die Jagdzeit in Abstimmung mit den Verbänden und den Jägern bis zum 31. Januar verlängert haben und dass auf der anderen Seite die Abschusspläne nicht eingehalten werden konnten, weil es davor aufgrund von ASP-Ausbrüchen ein Jagdverbot gab. Wir haben also nicht einfach willkürlich etwas verlängert, um hier mit dem Gewehr zu handeln, sondern wir haben in Abstimmung mit den Verbänden, den Jägern und den Waldbesitzern in der Region auf eine Situation mit ASP reagiert.
Ja, ich bin gleich am Ende. - Ich will nur sagen: Ja, wir freuen uns auf das Wald- und auf das Jagdgesetz und werden versuchen, es am Ende gemeinschaftlich - Kollege Domres, vielleicht auch mit Ihnen - in Kraft setzen zu können. - Danke schön.
Sehr geehrter Herr Vizepräsident! Sehr geehrte Abgeordnete! Der Wald ist systemrelevant. Auch er steckt in einer Krise und ist zu einem Sorgenkind geworden. So, wie wir den Wald heute kennen, wird er nicht bleiben. Ein gutes Gleichgewicht zwischen Wildpopulation und einem Pflanzenbestand, der aus gemischten Waldbeständen und anpassungsfähigen Baumarten besteht, muss Ziel des Waldumbaus sein. Das kann nur gelingen, wenn sich der Wald natürlich, auch ohne Schutzmaßnahmen durch Saat oder Pflanzung verjüngen kann. Für den Waldbesitzer bedeutet dies, dass er die Saat oder Pflanzung vor schnell wachsenden Brombeeren, vor Farnen und vor konkurrierenden Pflanzen schützen muss. Hinzu kommt der Schutz vor Tieren. Das fängt bei der Maus an und hört bei den Hirschen auf. Denn die Triebe der neu gepflanzten Bäume sind Leckerbissen.
Viele Waldbesitzer können es sich finanziell nicht leisten, dass Naturverjüngungen zerstört und im wahrsten Sinne des Wortes aufgefressen werden. Wildschutzzäune zum Schutz der Aufforstungsflächen sind sicherlich eine Möglichkeit der Regulierung. Sie grenzen aber Wildtiere aus, nehmen ihnen den Lebensraum und erhöhen den Fraßdruck auf die umliegenden Baumbestände. Außerdem bergen diese Zäune ein hohes Verletzungsrisiko für Wildtiere aller Art. Die Zäune müssen gepflegt und kontrolliert werden. Daran scheitert es oft.
Es geht aber auch ohne Zaun. Die Jäger sind schon jetzt verpflichtet, die Aufforstungsflächen für den Waldumbau stärker zu bejagen, worauf das Wild mit einem Rückzug in den Wald reagiert. Dieses besonders für den Waldrandbewohner Reh und das eigentlich Offenland bewohnende Rotwild ungewöhnliche Verhalten führt dann zu einem höheren Fraßdruck innerhalb der Waldgebiete und zur Schädigung von Aufforstungsflächen.
Die Verkürzung der Schonzeiten finde ich persönlich auch nicht gut. Denn die Jagdruhe ist wichtig für die Aufzucht des Nachwuchses vieler Tiere. Ohne ASP sagen die Jäger in dieser Jahreszeit recht treffend: Wer will schon so viel Fell am Fleisch?
Es macht Sinn, die Tierarten, welche die meisten Verbissschäden verursachen, auf einem mengenmäßig hohen Niveau zu bejagen. Eine intensivere Jagd sollte nur dort konzentriert stattfinden, wo aufgeforstet wird oder es Probleme gibt und natürliche Hilfsmittel einen Verbiss nicht verhindern können.