Protokoll der Sitzung vom 11.05.2023

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Liebe Brandenburger! Ich habe eine Frage in die Runde: Wer plant für seinen nächsten Grillabend mit Steak und Bratwurst und wer mit Heuschrecken? - Wir alle wissen, wie die meisten hier antworten werden. Trotzdem wird ein ideologischer Kampf ums Fleisch geführt, denn die linksgrüne Propaganda fordert jetzt insektenreiche Kost: Insektenburger statt Currywurst! Angefeuert wird das Ganze von überbezahlten EU-Bürokraten, die nichts Besseres zu tun haben, als sich eine neue Zumutung für die Bürger auszudenken.

Frau Abgeordnete, gestatten Sie schon eine Zwischenfrage?

Ja, bitte.

Herr Abgeordneter Bretz, bitte.

Frau Kollegin, vielen Dank, dass Sie die Zwischenfrage zulassen. Sie werfen anderen gerade Ideologie vor. In Ihrem Antrag sprechen Sie davon, dass es - ich zitiere - unsere kulturelle Prägung sei, dass Insekten überwiegend Ungeziefer sind. - Meine Frage lautet deshalb: Ist Ihnen bekannt, welche Bedeutung Insekten im Kreislauf der Ernährungswirtschaft haben? Ist Ihnen auch bekannt, dass Insekten eben nicht überwiegend Ungeziefer sind? Würden Sie mir zustimmen, dass es keine kulturelle Prägung gibt, die davon ausgeht, dass man Insekten als Ungeziefer bezeichnet?

(Beifall CDU, SPD und B90/GRÜNE)

Vielen Dank, Herr Bretz. - Wenn Sie gern Mehlwürmer, Heuschrecken oder Wandergrillen essen, dürfen Sie das gern tun. Auf meinen Speiseplan kommt das nicht. Und ich glaube, da spreche ich den Brandenburgern hier aus dem Herzen.

(Beifall AfD - Bretz [AfD]: Das war aber nicht die Antwort auf meine Frage! - Zurufe von der AfD)

Meine Damen und Herren, die Hausgrille wurde zum normalen Lebensmittelzusatz erklärt. Einzige Bedingung: Irgendwo im Kleingedruckten auf der Rückseite der Verpackung muss ein Hinweis für Allergiker stehen. - So werden die Verbraucher in die Irre geführt. Darum fordern wir von der Alternative für Deutschland: Insektenzusätze müssen klar auf der Vorderseite jedes Produkts gekennzeichnet werden, denn die meisten Menschen ekeln sich davor.

(Vereinzelt Beifall AfD - Zuruf des Abgeordneten Kretschmer [DIE LINKE])

Die Menschen wollen wissen, ob sie Mehlwürmer oder Heuschrecken essen. Erinnern Sie sich noch an den Skandal, als Pferdefleisch in der Lasagne auftauchte?

(Bischoff [SPD]: Was ist denn das für ein Schwachsinn?!)

Damals schrien alle auf, dass das nicht deklariert gewesen sei. Und jetzt? Jetzt will man uns schwach deklariertes Ungeziefer ins Essen untermischen.

Ja, es gab früher schon Mehlwürmer im Kuchenteig, aber eher aus Versehen, weil etwas mit der Mehlpackung nicht in Ordnung war. Jetzt, meine Damen und Herren, soll es ein Gourmettipp sein, etwas besonders Nahrhaftes. Was bisher Müll war, wird jetzt zum woken Trend deklariert.

(Beifall AfD)

Und der Verbraucher? Er soll’s schlucken!

(Oh! bei der CDU)

Insekten zu essen ist nicht nur eklig, sondern auch risikoreich. Wir essen den vollen Darm der Krabbeltiere mit und wissen nichts über Schwermetalle, Fäkalkeime, Salmonellen oder allergische Reaktionen.

(Bischoff [SPD]: Das ist eine peinliche Rede!)

Daher fordert die AfD: Wir müssen mehr über mögliche Gesundheitsgefahren wissen.

(Vereinzelt Beifall AfD - Bischoff [SPD]: Wir sind hier im Landtag!)

Dazu brauchen wir Untersuchungen und Studien.

(Anhaltende Unruhe)

Meine Damen und Herren, Insekten gehören nicht zur deutschen Esskultur.

(Beifall AfD - Lachen bei der SPD und der CDU - Zuruf des Abgeordneten Bischoff [SPD])

Unsere Esstradition darf nicht von linksgrünen, schwarzen Ekelspinnereien zerstört werden.

(Vereinzelt Beifall AfD - Anhaltende Unruhe)

Der Verbraucher ist stark verunsichert, dass er Ungeziefer, und zwar ohne Not, essen soll.

(Anhaltende Unruhe)

Die italienische Regierung hat das erkannt und gesagt: Insektenbestandteile gehören einfach nicht ins traditionelle Essen,

(Kretschmer [DIE LINKE]: Gibt es keinen ärztlichen Dienst dafür?!)

und hat das in Pizza und Pasta verboten. Nahrungsmittel mit Insektenzusatz müssen demnächst in Supermärkten in gesonderten Regalen angeboten werden. Was die Italiener können, können wir auch, und das fordern wir als AfD auch. - Vielen Dank.

(Beifall AfD)

Vielen Dank. - Für die Koalitionsfraktionen spricht Herr Abgeordneter von Gizycki. Bitte sehr.

(Anhaltende Unruhe)

- Darf ich Sie noch einmal um Aufmerksamkeit bitten? - Bitte schön.

Sehr verehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wer hier ideologisch unterwegs ist und Ideologien verbreitet, ist gerade wieder klar geworden.

(Beifall B90/GRÜNE)

Sie wollen, dass alles so bleibt, wie es ist - auf Teufel komm raus. Es soll sich bloß nichts ändern.

(Dr. Berndt [AfD]: Sie wollen jetzt Insekten essen?! Guten Appetit!)

Dabei ist es für etwa 2 Milliarden Menschen völlig normal, Insekten zu essen.

(Hohloch [AfD]: Guten Appetit!)

Sie gehören zum Speiseplan dazu.

(Vereinzelt Beifall CDU)

Regionale Delikatessen sind in Japan beispielsweise gekochte Wespenlarven, in Nigeria geröstete Heuschrecken oder Ameisen …

(Anhaltende Unruhe)

Entschuldigung, aber so kann man nicht miteinander debattieren.

(Hohloch [AfD]: Sie haben es erkannt!)

- Herr Abgeordneter, das ist wirklich störend. Ganz in Ruhe, Sie haben Ihre Redezeit nachher. Wir kommen sonst nicht durch. - Herr von Gizycki, Sie haben das Wort.

Vielen Dank.

Während das also in vielen Ländern Alltag ist, verursacht die Vorstellung, Insekten zu essen, bei den meisten Deutschen noch immer mehr Ekel als Genuss - zumindest bei Frau Dr. Oeynhausen war das eben sehr offensichtlich. Dabei enthalten Insekten jede Menge Protein, sind reich an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, Spurenelementen und Mineralstoffen wie Magnesium und Phosphor. Einige Heuschrecken enthalten zum Beispiel mehr als doppelt so viel Eiweiß wie Rind- oder Hühnerfleisch. Vielleicht kommen Sie damit Ihrem Ziel von 100 % Eigenversorgung tatsächlich auch näher.