Denn es ist mir bisher nicht bekannt, dass das tatsächlich der Realität entspricht, aber vielleicht haben Sie da eine andere Realität oder andere Fakten. - Vielen Dank.
Auf die Frage antworte ich Ihnen sehr gern. Sie müssen genau hinhören. Ich habe gesagt: Durch diese Landesregierung wird
… der häufigste Geburtsort der Kinder bei uns der Parkplatz neben der Autobahn ist. Da muss ich die Linken genauso in Haftung nehmen, denn die Krankenhausplanung ist Landessache, und Sie hatten zuvor eine linke Gesundheitsministerin, die das auch nicht geschafft hat!
Und Sie wollen mir hier jetzt irgendwas sagen? Nein, Links-Grün bekommt es nicht auf die Reihe - und Rot auch nicht.
und natürlich wollen wir hebammengeführte Kreißsäle. Geburtshäuser können bei unkomplizierten Schwangerschaften sinnvoll unterstützen. Wir müssen Hebammen unbedingt die Möglichkeit geben, eigenständig - selbstständig - zu arbeiten, denn sie haben eine ganz besondere Rolle im Leben eines jeden Menschen.
Sie sind häufig die Ersten, die der neugeborene Mensch zu Gesicht bekommt - Hebammen säubern, wickeln das Kind, legen es dem Vater oder der Mutter in den Arm -, und nach nur wenigen Jahren im Beruf machen Hebammen durch ihre Erfahrung den Arzt bei der Geburt häufig überflüssig. Der Hebammenberuf ist also ein wunderschöner Beruf mit ganz viel Verantwortung und ganz viel Einsatzbereitschaft, denn die Kinder kommen, wann sie wollen. Sie fragen nicht nach Arbeitszeiten, fragen nicht nach Feiertagen - und deswegen an dieser Stelle: Ein herzliches Dankeschön an die Hebammen in unserem Land.
Meine Damen und Herren, die Landesregierung hat jetzt ein Gutachten zur Hebammenversorgung in Auftrag gegeben.
Das Ergebnis liegt Ihnen in Form eines seichten und doppelzüngigen Antrags vor - typisch Sozialisten. Die Koalition will auf der einen Seite die Arbeitsbelastung für Hebammen reduzieren, auf der anderen Seite die Arbeitszeit erhöhen, denn nach dem Willen der Regierung sollen Hebammen vor allem Vollzeit arbeiten. Die hohe Teilzeitquote ist ihr offensichtlich ein Dorn im Auge.
Das lehnen wir von der Alternative ab. Wir sind gegen jede Bevormundung. Wir wollen, dass die Hebammen frei entscheiden können, wie lange und wie viel sie arbeiten.
Jede Hebamme muss auch für sich entscheiden, wie ihr Tätigkeitsbereich aussieht. Wir sind sehr kritisch, wenn es darum geht, dass er erweitert werden soll. Unsere Hebammen haben jetzt schon sehr viel zu tun. Es heißt hier, ressourcensparend zu arbeiten. Ob eine Mutter bei ihrem vierten Kind und einer unkomplizierten Geburt tatsächlich noch eine intensive Nachsorge durch eine Hebamme braucht, bezweifle ich.
Die eigentliche Frage zu diesem Antrag ist: Warum steht in einem solchen Bericht von der Landesregierung nichts über die Situation des Ärztemangels im Land Brandenburg, zu der Altenpflege oder zur Situation unserer Kliniken?
(Beifall des Abgeordneten Dr. Berndt [AfD] - Zwiegespräch der Abgeordneten Bretz [CDU] und Münschke [AfD])
Die Frage beantworte ich Ihnen: Weil es mit der Hebammenversorgung im Land Brandenburg noch relativ gut ausschaut, ganz im Gegensatz zur Situation der Pflegekräfte, Ärzte und Kliniken.
Was wir brauchen, ist auch hier ein Bericht; und den fordere ich von der Landesregierung ein. Was wir brauchen, sind nicht warme Worte von dieser Landesregierung. Wir brauchen kreative Lösungen.
Wir brauchen Pläne, wie wir eine qualitativ hochwertige Geburtshilfe demnächst in der Fläche halten. Das kann durch Geburtshäuser geschehen, durch hebammengeführte Kreißsäle, durch Belegbetten sowie durch Kooperation mit Kliniken in anderen Ländern.
Aber was wir wirklich brauchen, ist eine Klinikreform, damit wir das Sterben unserer Geburtsstationen im Land endlich beenden. - Vielen Dank.
Frau Vizepräsidentin! Kolleginnen und Kollegen Abgeordnete! Liebe Zuschauende! Ich freue mich, dass wir durch den Antrag die Themen Hebammenarbeit, Geburtsbegleitung, Vor- und Nachsorge hier im Plenum besprechen.
Ein bisschen irritierend war es gerade, dass von der rechten Seite einerseits betont wurde, wie gut die Hebammenversorgung ist, andererseits aber der Parkplatz als nächster Geburtsort herorakelt wurde.
Also das ist sehr widersprüchlich, was Sie hier vortragen, aber ich will da gar nicht weiter drauf eingehen.
Anlass für diesen Antrag und auch für diese Plenardebatte ist das umfangreiche und sehr informative Hebammengutachten, das meine Kollegin Frau Damus schon erwähnt hat. Es steht seit Sommer erstmals für das Land Brandenburg zur Verfügung und gibt uns eine gute Datengrundlage.
Was läuft gut? Wo sind die Probleme - oder was wird demnächst zum Problem? Ja, es sind mehr Hebammen geworden in den letzten Jahren, und das ist wunderbar. Das hat auch damit zu tun, dass einiges getan wurde in den letzten Jahren. Mit dem Hebammenreformgesetz wurde zum Beispiel die Akademisierung des Hebammenberufs vorangebracht, und wegen der Übergangsfrist bei der Umstellung von der Ausbildung an Hebammenschulen auf das Studium der Hebammenwissenschaft an der BTU Cottbus gibt es derzeit mehr ausgebildete Hebammen als zuvor.
Auch wegen des Hebammenaktionsplans - auch der wurde erwähnt -, der 2020 in Kraft getreten ist, ist ein Zuwachs zu verzeichnen. Durch ihn werden Hebammen bei der Ausbildungsbegleitung, bei der Gründung einer eigenen Praxis und der Fortbildung gefördert. Meine Kollegin Sahra Damus hat aufgezählt, was schon neu gegründet wurde.
Was ich im Gutachten auch interessant fand: Die Zufriedenheit der betreuten Frauen ist sehr groß - und ganz ehrlich: Das ist angesichts der oft schwierigen Bedingungen ein wirklich großes Verdienst der Hebammen. - Vielen Dank dafür!
Alles das sind gute Schritte, allerdings kennen wir auch die Probleme. Das Gutachten zeigt deutlich, wo noch etwas zu tun ist und wo angesetzt werden muss. Ich will die Gelegenheit nutzen, allen zu empfehlen, einmal in dieses Gutachten zu schauen. Es gibt auch regional sehr gute Einblicke; und bei diesem elementaren Thema sollten wir alle - nicht nur die Landtagsabgeordneten, sondern auch die engagierten Kommunalpolitiker - Bescheid wissen, wie es im Moment läuft, gerade was die kommenden Herausforderungen betrifft.
Die wurden ja auch schon genannt, zum Beispiel der Geburtenrückgang. Ich habe noch einmal geguckt: Im Jahr 2022 wurden in Brandenburg nach Angaben des statistischen Bundesamtes insgesamt 17 439 Kinder geboren. Das sind etwa 1 500 Babys weniger als 2021.
Es gibt in den verschiedenen Landesteilen natürlich unterschiedliche Entwicklungen. Zurückgehende Geburten sieht man gerade
im ländlichen Raum. Dadurch ist die Auslastung in den Geburtskliniken so niedrig, dass sie vermehrt von Schließung bedroht sind - oder eben geschlossen werden. Mit Rathenow, Templin, Eisenhüttenstadt sind es schon drei der 25 Krankenhausstandorte mit Geburtshilfe. Das hat mit der erforderlichen Wirtschaftlichkeit der Klinken zu tun. Aber dadurch, dass sie geschlossen werden, fallen natürlich auch wieder Ausbildungsmöglichkeiten für angehende Hebammen weg.
In Rathenow - das wurde auch schon erwähnt, das ist sehr erfreulich - wird derzeit mit sehr viel Kraft daran gearbeitet, einen hebammengeleiteten Kreißsaal aufzubauen. Das freut mich sehr. Denn auch wenn wir gehört haben, dass es einen Anstieg der Zahl der Hebammen gibt: Ein Drittel der derzeit tätigen Hebammen geht in den nächsten Jahren in Rente. Eine wohnortnahe Betreuung und Versorgung der Frauen, Babys und Familien wird - gerade im ländlichen Raum - also immer schwieriger. Das gilt es zu verhindern. Dazu muss man Konzepte mit den Betroffenen ausarbeiten.