Protokoll der Sitzung vom 27.02.2025

Die Tagesordnungspunkte 20 bis 25 stehen auf der Konsensliste.

Tagesordnungspunkt 26 war Priorität der Fraktion der SPD unter der Nummer 3.5.

Tagesordnungspunkt 27 steht auf der Konsensliste.

Ich rufe auf

lfd. Nr. 28:

Abkommen über die gemeinsame Finanzierung der „Stiftung Preußischer Kulturbesitz“

Vorlage – zur Kenntnisnahme – gemäß Artikel 50 Absatz 1 Satz 3 der Verfassung von Berlin Drucksache 19/2227

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragt die Überweisung der Vorlage an den Ausschuss für Kultur, Engagement und Demokratieförderung. Dementsprechend wird verfahren. Im Übrigen hat das Haus von der Vorlage hiermit Kenntnis genommen.

Ich rufe auf

lfd. Nr. 29:

Änderung des Abkommens über die Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik

Vorlage – zur Kenntnisnahme – gemäß Artikel 50 Absatz 1 Satz 3 der Verfassung von Berlin Drucksache 19/2228

Von der Vorlage hat das Abgeordnetenhaus hiermit Kenntnis genommen.

Ich rufe auf

lfd. Nr. 30:

Zusammenstellung der vom Senat vorgelegten Rechtsverordnungen

Vorlage – zur Kenntnisnahme – gemäß Artikel 64 Absatz 3 der Verfassung von Berlin Drucksache 19/2250

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragt die Überweisung der Siebten Verordnung zur Änderung von Vorschriften für berufliche Schulen im Land Berlin an den Ausschuss für Bildung, Jugend und Familie sowie die Überweisung der Umwandlungsverordnung 2025 an den Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Dementsprechend wird verfahren. Im Übrigen hat das Haus von den vorgelegten Rechtsverordnungen hiermit Kenntnis genommen.

Die Tagesordnungspunkte 31 bis 33 stehen auf der Konsensliste.

Ich rufe auf

lfd. Nr. 34:

Kulturelle Identität stärken I: Förderung klassischer Theaterstücke

Antrag der AfD-Fraktion Drucksache 19/2167

(Präsidentin Cornelia Seibeld)

In der Beratung beginnt die AfD-Fraktion und hier der Abgeordnete Eschricht. – Bitte schön!

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kollegen! Liebe Berliner! Berlin ist Weltstadt. Daran besteht trotz der bescheidenen Politik der letzten zwei Jahrzehnte, verursacht von CDU bis Linke, noch immer kein Zweifel, doch die Hauptstadt der Deutschen ist nur dann wirklich großartig, wenn sie sich ihrer kulturellen Wurzeln bewusst bleibt und ihr zivilisatorisches Erbe annimmt,

[Beifall von Rolf Wiedenhaupt (AfD)]

genauso wie in Paris, in Madrid oder Rom ganz selbstverständlich. Unser Antrag verfolgt genau dieses Ziel: Die Befreiung der Berliner Bühnen von ideologischer Überfrachtung, eine mutige Emanzipation von geistiger Verbohrtheit und moralischer Überlegenheitsdünkel einer übersättigten Kulturelite durch die Stärkung von Standards bei Transparenz und Eigenverantwortlichkeit.

[Beifall bei der AfD]

Ob deutschsprachige oder europäische Dramatiker – diese haben das Fundament unserer europäischen Identität gelegt, haben uns die Kraft und Schönheit von Freiheit, Gerechtigkeit, Verantwortung und Menschlichkeit gelehrt. Es ist deshalb unsere schöne Pflicht, dieses Erbe zu bewahren und weiterzugeben, ohne die gezielte ideologische Verfremdung.

Was sehen wir stattdessen? – Die Berliner Kulturförderung ist in relevanter Größe zur Beute eines Milieus von Selbstgerechten geworden, der Schaumkrone des Shitbürgertums, denn augenscheinlich hasst niemand Deutsche so leidenschaftlich wie manche linke Deutsche und ihre postmigrantischen Verbündeten. Die Sparte Theater wird offensichtlich für plumpe politische Botschaften missbraucht, die immer gleiche einseitige weltanschauliche Ausrichtung und politische Indienstnahme.

[Beifall von Harald Laatsch (AfD)]

Niemand braucht Shakespeare als Antikapitalismusmanifest, Schillers Don Karlos als postmoderner Genderdiskurs oder eine antike Tragödie wie Antigone als Vehikel für die Klimakleberromantik. Kein Berliner Steuerzahler braucht Bühnentechniker und Theatertross, egal ob Gorki, Volksbühne oder Berliner Ensemble, welche sich mit dem Zentrum für politische Hässlichkeit nervenaufreibende Fehden mit der Berliner Polizei gönnen.

[Beifall bei der AfD]

So verwandelt sich das Theater in eine Dienststelle für weltanschaulichen Klamauk und linken Ideologievertrieb, anstatt die Menschen mit zeitlosen Themen und lebendiger Sprache zur Großartigkeit zu ermutigen, zu offen erkennbar soll das Berliner Publikum belehrt statt begeistert und umerzogen statt unterhalten werden.

[Ario Ebrahimpour Mirzaie (GRÜNE): Das nennt sich Kunstfreiheit! – Dr. Klaus Lederer (LINKE): Bücherverbrennung?]

Unsere Forderung bleibt die Stärkung von kultureller Identität. Öffentliche Gelder sollen nach internationalem Vorbild, wie in Italien mit dem Fondo Unico geschehen, nach Publikumsresonanz, kultureller Relevanz und Transparenz bei der Mittelverwendung vergeben werden. Es gilt, das deutsche Kulturerbe vor ideologischer Überformung zu schützen, während die kulturelle Vielgestaltigkeit und die künstlerische Innovation weiter gefördert wird.

[Beifall bei der AfD – Dr. Klaus Lederer (LINKE): Sie scheinen sich Ihres Selbstbewusstseins nicht sicher zu sein!]

Schluss mit der Erniedrigung einer Kunstform, bei der Theaterstücke nur zum Abziehbild tagespolitischer Befindlichkeit gemacht werden. Ich ahne den Ruf nach den titelscharfen Nennungen in diesen sparsamen Zeiten, aber vielleicht traut sich das politische Establishment mehr zu als ein Reförmchen. Die Stiftung Oper hat doch ganz gut funktioniert. Eine Stiftung Bühne wäre eine gute Idee – kostenschonend und ebenso ein geeignetes Steuerungsinstrument mit Transparenz und Zielgenauigkeit der Fördermittelvergabe.

[Beifall bei der AfD]

Deshalb modernisieren Sie die Kulturförderung nach internationalen Standards, sagen Sie Nein zur Steuermittelverschwendung weit jenseits kultureller und eigenwirtschaftlicher Wertschöpfung! Helfen Sie mit sicherzustellen, dass so viele Werke wieder in ihrer ursprünglichen Kraft zugänglich gemacht werden.

[Dr. Klaus Lederer (LINKE): Schon mal etwas von Kunstfreiheit gehört?]

Groß ist die Kultur, die Bestand haben muss – Gerade eben! –, nicht vergehen soll sie in zeitgenössischen Statusspielen des Shitbürgertums und ihrer wohl stolzesten Vertreter in der Theaterblase.

[Dr. Klaus Lederer (LINKE): Die Reichskulturkammer spricht!]

In diesem Sinne: Tun Sie etwas für Berlin! Wir bleiben wachsam. – Vielen Dank!

[Beifall bei der AfD – Dr. Klaus Lederer (LINKE): Das empfinde ich als Drohung!]

Für die CDU-Fraktion hat der Kollege Dr. Juhnke das Wort.

(Präsidentin Cornelia Seibeld)

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ursprünglich hatte ich mir vorgenommen, mich an dem Text des Antrages zu orientieren und nicht hineinzuinterpretieren, was man da vielleicht hineininterpretieren kann, aber Ihre Ausführungen haben deutlich gemacht, wessen Geistes Kind dieser Antrag ist. Wenn man es auch im Text nicht unbedingt erkennt, aber der Hauch der Reichskulturkammer geht da schon ein bisschen durch Ihre Intention durch.

[Beifall bei der CDU, der SPD, den GRÜNEN und der LINKEN – Rolf Wiedenhaupt (AfD): Och nö!]

Sie haben damit grundsätzlich einen Dissens mit meiner Fraktion in der Frage, wie wir uns inhaltlich in die Programmgestaltung von Häusern einmischen – nämlich nicht. Sie haben aber auch handwerklich-methodisch ein paar Probleme indiziert, auf die ich eingehen möchte.