Vielen Dank, Frau Präsidentin! – Ich frage den Senat: Welche Regelungen sind pandemiebedingt in diesem Schuljahr für den Erwerb des Abiturs, des mittleren Schulabschlusses und der erweiterten Berufsbildungsreife vorgesehen?
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete! Vielen Dank für die Frage! Wir haben zusammen mit den Bildungspolitikerinnen und Bildungspolitikern der Regierungsfraktionen einen sehr guten Kompromiss gefunden, und zwar haben wir den Fokus auf die Jugendlichen gelegt. Wir sind nämlich noch in der Pandemie, und die Jugendlichen haben schon jetzt zwei Jahre Pandemie in den Knochen. Wir führen aber schriftliche Arbeiten im mittleren Schulabschluss durch, auch wenn die Opposition das noch nicht mitbekommen hat.
Wer in dieser Zeit aber normale Prüfungsabläufe fordert, den muss ich enttäuschen. Das können wir nicht machen. Wir möchten unbedingt, dass den jetzigen Abschlussjahrgängen keine Nachteile beim Erwerb eines Schulabschlusses erwachsen.
Danke! – Mein Ziel ist, den psychologischen Druck zu nehmen, denn wir haben ein einfacheres Leben, wenn wir hier sitzen und darüber sprechen und nicht in der Schule sind. Aber wir wissen auch: Viele Jugendliche wollen auch mal zeigen, was sie gelernt haben. – Es ist keineswegs so, dass in der Pandemie nicht gelernt wurde, aber unter anderen Bedingungen.
Wir haben schriftliche Arbeiten in Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache, und zwar mit zentralen Aufgaben. Nicht die Lehrerin, Frau Müller, macht wie immer die Klassenarbeit, sondern es sind zentrale Aufgaben, sodass eine Vergleichbarkeit entsteht, und die Pädagogen können dann nach Auswertung Diagnostik tätigen und sehen: Wo muss ich gezielt fördern? – Diese Arbeiten gelten aber wie eine Klassenarbeit. Es bleibt natürlich auch noch die Präsentationsprüfung, in der unsere Schülerinnen und Schüler eigentlich besonders zeigen, was sie vielseitig können. Da kommen alle Lernerfolge auf den Punkt, und auch die Jugendlichen, die vielleicht nicht die tollste Mathematikarbeit schreiben, erreichen dort vielleicht eine Eins.
Also: Die Präsentation bleibt, drei schriftliche Arbeiten, und die Prüfungszeit beim Schreiben wird verlängert. Die schriftlichen Arbeiten werden wie eine normale Klassenarbeit gewertet und fließen dann in die Gesamtnote ein, sodass wir zur Freude der Jugendlichen sehr erfolgreiche Schulabschlüsse haben werden, sei es beim mittleren Schulabschluss oder beim Abitur, wo es mit den Vereinfachungen unter Einhaltung aller Sicherheitsabstände und
Welche Chancen bieten die für den Erwerb von mittlerem Schulabschluss und erweiterter Berufsbildungsreife vorgesehenen schriftlichen Lernerfolgskontrollen, auch im Hinblick auf das Schließen von Lernlücken?
Ich schließe an: Es ist auch ein Diagnoseinstrument, wenn ich die Ergebnisse der Arbeiten habe, und ich kann dann gezielt fördern. Das können unsere Pädagoginnen und Pädagogen auch. Das erfinden wir in der Pandemie auch nicht neu. Jeder nimmt das sehr ernst.
Dann habe ich ein Ergebnis. Ich habe natürlich auch Schülerinnen und Schüler, die keiner besonderen Förderung bedürfen, aber auf die, die den Bedarf haben, legen die Kolleginnen und Kollegen ihr Augenmerk. Wir haben genug Instrumente. Auch die müssen wir nicht neu erfinden.
Vielen Dank, Frau Senatorin! Bezogen auf die Reduzierung der Abschlussprüfung zum mittleren Schulabschluss: Es gab einen Kompromissvorschlag der BISSS, die Prüfungsergebnisse wie in Brandenburg mit den Jahrgangsnoten zu verrechnen, aber zu 40 Prozent in die Endnote einfließen zu lassen. Warum sind Sie diesem Vorschlag nicht gefolgt?
aber ich sagte schon: Wir haben, worüber ich mich sehr freue, einen guten Kompromiss gefunden, und haben uns auch mit den Koalitionspartnern, mit den Bildungsfachleuten auseinandergesetzt. Es war ein längerer Prozess und nicht eine Entscheidung über Nacht oder von Einzelnen.
Vielen Dank, Frau Präsidentin! – Worauf stützt der Senat seine Auffassung, dass der vor wenigen Tagen verstorbene Luftbrückenpilot Gail Halvorsen kein Denkmal gewollt hätte und ein Halvorsen-Denkmal, auch stellvertretend für alle anderen Luftbrückenpiloten, nicht in seinem Sinne gewesen wäre?
Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Der Tod des USLuftbrückenpiloten Gail Halvorsen mit 101 Jahren wurde vom Senat sehr ernst genommen, gewürdigt, nicht nur mit einem eigenen Kondolenzbuch. Herr Halvorsen hat schon eine ganze Reihe von Ehrungen im Laufe seines langen Lebens erhalten.
Tatsächlich ist es so, dass der Senat, aber, ich glaube, auch der verstorbene Luftbrückenpilot, zu der Auffassung gekommen wäre, dass eine Ehrung, die ihn unter den anderen Luftbrückenpiloten hervorhebt, nicht angemessen wäre, weil er zwar prominenter sein mag, aber damals alle die gleiche tapfere Arbeit geleistet haben. Vielleicht darf ich Ihnen, wenn ich mit Erlaubnis der Präsidentin zitieren darf, ein Zitat des Verstorbenen vortragen, das das, wie ich finde, eindrucksvoll belegt. Das würde also nicht seinem eigenen Selbstverständnis entsprochen haben. Er hat gesagt:
There were 31 true American heroes of the Airlift. I was not one of these. These are they who gave their lives for the freedom of their former enemies,
Das Zitat geht noch weiter. Ich glaube, es wäre nicht in seinem Sinne gewesen, und wir tun das Richtige. – Vielen Dank!
[Beifall bei den GRÜNEN – Torsten Schneider (SPD): Das hätte man der AfD viel- leicht auf Russisch vorlesen müssen!]
Vielen Dank! – Darum habe ich die Frage so formuliert: „stellvertretend für alle anderen“ –, denn wie Sie wissen: Prominenz, Namen sind oft stellvertretend für alle, die das ähnlich gemacht haben. Das war die Frage, und es haben sich vier demokratische Parteien im Hause, nämlich die SPD, die CDU, die FDP und die AfD dafür ausgesprochen.
Sehr geehrter Herr Hansel! Wie Sie wissen, gibt es ein Luftbrückenmahnmal, das aller Piloten und auch aller Toten aus der damaligen Zeit gedenkt. Darüber hinaus wird der 73. Jahrestag des Endes der Luftbrücke am 12. Mai dieses Jahres auch noch mal eine Gelegenheit geben, ihn neben den Opfern der Luftbrücke in ein ehrendes Gedenken einzubeziehen und bestimmt auch noch mal besonders zu benennen, aber, wie gesagt, in einem Gesamtrahmen, den auch er nicht anders gewollt hätte.