Protokoll der Sitzung vom 24.02.2022

Mir steht es ja nicht zu, Nachfragen zu bewerten. Aber für mich gehört es selbstverständlich zum Selbstbestimmungsrecht eines jeden Menschen, selbst über sein Geschlecht zu entscheiden und auch seinen Namen zu wählen.

[Beifall bei den GRÜNEN und der LINKEN – Vereinzelter Beifall bei der SPD]

Die nächste Frage stellt Herr Herrmann. – Bitte schön!

Vielen Dank! – Ich frage den Senat: Wurde die Funktion des Landesbeauftragten der Freiwilligen Feuerwehren abgeschafft, oder aus welchem Grund findet sich der Landesbeauftragte der Freiwilligen Feuerwehren nicht mehr auf der Kontaktseite der Berliner Feuerwehr? – Dort sind die Beauftragten für Medizinproduktsicherheit, für behördlichen Datenschutz und für Extremismus

(Vizepräsidentin Dr. Bahar Haghanipour)

aufgeführt, der Landesbeauftragte der Freiwilligen Feuerwehren hingegen nicht.

Für den Senat antwortet Herr Staatssekretär

Dr. Kleindiek.

Frau Präsidentin! Herr Abgeordneter! Vielen Dank! – Das wäre mir neu, dass diese Funktion abgeschafft ist. Wir werden aber überprüfen, warum und aus welchen Gründen da möglicherweise niemand mehr aufgeführt wird.

Herr Herrmann, möchten Sie die Gelegenheit nutzen, eine Nachfrage zu stellen?

Keine Nachfrage, aber beste Genesungswünsche an die Innensenatorin! – Vielen Dank!

[Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek: Kann ich darauf antworten? – Heiterkeit]

Eine zweite Nachfrage liegt nicht vor.

Die nächste Frage geht an Frau Brychcy.

[Paul Fresdorf (FDP): Ist gerade Kaffee holen! – Weitere Zurufe]

Da Frau Brychcy nicht an ihrem Platz ist, geht die nächste Frage an Herrn Jotzo. – Bitte schön!

Vielen Dank! – Ich frage den Senat: Wie ist momentan der Stand in der Justizverwaltung bei der Bearbeitung der Blockadevorgänge? Dort gab es ja schon mehrere Hundert Fälle, die übergeben worden sind bzw. zur Übergabe anstanden.

Frau Senatorin und Professorin Kreck – bitte!

Frau Präsidentin! Werter Abgeordneter Jotzo! Vielen Dank für die Frage! – Ich habe diese Frage eingängig gestern im Rechtsausschuss erläutert. Von daher können

Sie sich auch gerne an Herrn Krestel wenden, der zugegen war. Ich möchte es deshalb hier in aller Kürze darstellen. Der Stand gestern, 11.30 Uhr, war so, dass elf Verfahren von der Polizei an die Staatsanwaltschaft abgegeben worden sind. Hier gab es einen Vorgang, wo sechs Personen betroffen waren. Das heißt, dieser ist auseinandergenommen worden, sodass derzeit 18 Verfahren bei der Staatsanwaltschaft liegen, wie gesagt, Stand gestern, 11.30 Uhr.

Herr Jotzo – bitte schön!

Frau Senatorin, Sie haben ja auch in der besagten Sitzung des Rechtsausschusses deutlich gemacht, dass Sie die Beweislage für zu kompliziert halten, um dort beschleunigte Verfahren im Sinne von § 417 StPO durchzuführen. Mich würde interessieren, inwieweit diese Verfahren denn wesentlich komplizierter sind als etwa die bei vermummten Gewalttäterinnen und Gewalttätern am 1. Mai?

Bitte schön, Frau Senatorin!

Herzlichen Dank! – Auch dazu habe ich gestern bereits Ausführungen gemacht. Zunächst: Entscheidend ist nicht meine Rechtsauffassung, sondern die Rechtsauffassung der zuständigen Gerichte. Das ist in der Gewaltenteilung so. Da werde ich Ihnen jetzt auch jedes Mal das Gleiche erzählen müssen.

[Holger Krestel (FDP): Das sind wir schon gewohnt!]

Als Demokratin werden Sie aber da von mir keine andere Antwort bekommen, und ich erinnere auch noch mal daran, dass Sie – ja, und darauf habe ich mich auch letztes Mal positiv bezogen – sehr richtig ausgeführt haben, dass auch im Strafverfahren und gerade im Strafverfahren die rechtsstaatlichen Grundsätze zu wahren sind. Jetzt haben Sie den Vergleich zum 1. Mai gezogen, und dieser Vergleich dreht jetzt schon seit einigen Tagen, fast Wochen die Runden, und ich muss das korrigieren: Es ist nicht zutreffend, was Sie beschreiben. Auch am 1. Mai ist es nicht so, dass reihenweise beschleunigte Verfahren durchgeführt werden. Auch da ist die Beweis- und Sachlage so komplex, dass diese Verfahren in der Regel nicht durchgeführt werden. Von daher möchte ich Sie bitten, diesen Vergleich nicht mehr fortzuführen, weil das nämlich nicht den Tatsachen entspricht.

[Vereinzelter Beifall bei der LINKEN]

(Alexander Herrmann)

Die zweite Nachfrage stellt Herr Rissmann.

Danke, Frau Präsidentin! – Frau Senatorin, gab es von Ihnen oder aus Ihrem Hause eine formelle oder auch informelle Weisung an die Staatsanwaltschaft, in dem hier besprochenen Themenkomplex nicht das besonders beschleunigte oder beschleunigte Verfahren zur Anwendung zu bringen?

Bitte schön, Frau Senatorin!

Ich danke auch für diese Frage, weil ich damit die Gelegenheit bekommen, eine Unterstellung, die immer mitschwingt, aus dem Weg zu räumen. Seit ich im Amt bin, habe ich der Staatsanwaltschaft keine einzige Weisung erteilt. Ich finde, die Weisung an die Staatsanwaltschaft so oder so eine sehr schwierige und komplexe Angelegenheit. Davon werde ich nicht leichtfertig Gebrauch machen, und ich kann Ihnen ganz sicher sagen: Weder auf dem formellen Wege noch informell habe ich hier eine Weisung erteilt.

[Beifall bei der LINKEN und den GRÜNEN]

Die nächste Frage stellt Herr Weiß für die AfD-Fraktion.

Wir sind über die Sieben schon hinaus. Das sollten Sie vielleicht noch mal ansagen.

Sie sind sehr gut in der Zeit, und wir haben noch – –

Wir sind über die Sieben schon hinaus. Ach ja, dann ist das richtig.

Wir sind über die Sieben hinaus, und ich warte die ganze Zeit darauf, dass die 60 Minuten um sind.

[Heiterkeit – Vereinzelter Beifall bei der LINKEN]

Aber, Herr Weiß, wir haben 60 Minuten für die Fragestunde, und deswegen, Herr Weiß: Bitte schön, Sie haben das Wort!

Ich werde sehr langsam sprechen.

[Heiterkeit]

Ich bitte Sie, normal zu sprechen.

Vielen Dank, Frau Präsidentin! – Der Boulevard der Stars am Potsdamer Platz, der Ikonen des deutschen Films ehrt, ist in einem desolaten Zustand. Ich frage den Senat: Was gedenkt der Senat zu tun, um mit diesem doch eigentlich als Ehrung gedachten Ort, der jetzt ein Schandfleck ist, angemessen umzugehen?

Senator Geisel – bitte schön!

Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Abgeordneter Weiß! Nach meiner Kenntnis befindet sich der Mittelstreifen der Straße am Potsdamer Platz, auf dem sich der Boulevard der Stars befindet, in der Verantwortung des Straßen- und Grünflächenamtes des Bezirkes Mitte, und insofern nehme ich diesen Hinweis als Gelegenheit, mit dem Bezirksamt Mitte Kontakt dazu aufzunehmen, um die Frage zu erörtern.

[Sven Rissmann (CDU): Viel Spaß! – Paul Fresdorf (FDP): Die haben keine Termine! – Heiterkeit]

Nachfragen liegen nicht vor.

Deshalb kommen wir zur nächsten Frage von Herrn Dr. Juhnke. – Bitte schön!

Warten lohnt sich. – Es kommt natürlich eine Frage zum Thema Kunsthalle Berlin am Flughafen Tempelhof, weil das doch die Gazetten weiter bewegt und der Kultursenator sich mit der Aussage zitieren lässt, dass es in solchen Fällen üblich sei, die Miete zu erlassen bzw. auch Betriebskostenzuschüsse zu gewähren. Vielleicht kann mir

der Senat erklären, welche weiteren Beispiele es gibt, wo mit solcher Praxis verfahren wurde.