Protokoll der Sitzung vom 26.09.2018

(Beifall bei den Grünen – Lachen bei der SPD – Zu rufe von der AfD)

Und wir weisen die kruden Vorwürfe, insbesondere die des Kollegen Rülke, und auch die Wortwahl, die Sie verwendet haben, zurück.

(Beifall bei den Grünen)

Der Antrag der Opposition ist doch – sagen wir es einmal ganz offen – ein durchsichtiges Manöver. Dieser Antrag der Oppo sition war zu erwarten. Mit diesem Antrag war früher oder später zu rechnen. Ja, Ihnen ging es immer darum, eine hoch geschätzte, eine geachtete Ministerin zu beschädigen.

(Abg. Andreas Stoch SPD: Das hat sie selbst ge macht! – Zuruf des Abg. Sascha Binder SPD)

Das war von vornherein das Ziel von SPD und FDP/DVP im Untersuchungsausschuss.

(Beifall bei den Grünen – Abg. Andreas Stoch SPD: Hat die Ministerin keine Fehler gemacht?)

An Aufklärung in der Sache waren Sie offensichtlich über haupt nicht interessiert.

(Abg. Sascha Binder SPD: So ein Quatsch!)

Sie hatten sich Ihr Urteil von vornherein schon gebildet. Der Antrag auf Entlassung war nur eine Frage der Zeit. Und Sie konnten keine substanziellen Vorwürfe gegen die Ministerin persönlich finden.

(Lachen bei der SPD – Abg. Reinhold Gall SPD: Meine Güte!)

Sie gehen auch nicht davon aus, noch welche finden zu wol len. Das macht auch der Zeitpunkt Ihres Antrags hier im Par lament deutlich.

(Abg. Andreas Stoch SPD: Können Sie lesen?)

Denn Aufklärung setzt voraus, dass man sich ernsthaft mit dem Untersuchungsgegenstand auseinandersetzt.

(Abg. Reinhold Gall SPD: Richtig!)

Mit Abwahlanträgen, mit Effekthascherei, mit kruden An schuldigungen klärt man nicht auf, liebe Kolleginnen und Kol legen.

(Beifall bei den Grünen)

Ich habe mich in den letzten Monaten ausführlich damit be schäftigt, und ich kann sagen: Nach eineinhalb Jahren Tätig keit des Untersuchungsausschusses müssen wir festhalten: Die Opposition will nicht lernen, nicht aufklären, sie will nichts verbessern. Es geht Ihnen nur um Skandalisierung. In der gan zen Zeit hat die Opposition immer steile Vorwürfe erhoben – nichts davon ist belegt,

(Lachen bei der SPD und der AfD – Abg. Reinhold Gall SPD: Wie weltfremd sind Sie eigentlich? Meine Güte!)

nichts davon hat sich als belastbar herausgestellt.

(Abg. Reinhold Gall SPD: Das ist geradezu peinlich!)

Wenn Sie wirklich hätten aufklären wollen, wenn Sie ein In teresse an den Vorgängen an der Hochschule Ludwigsburg hätten, dann hätten Sie die Mitglieder der Kommission be fragt. Aber um Aufklärung ging es Ihnen nicht. Sie betreiben Effekthascherei, und das finde ich unseriös, liebe Kolleginnen und Kollegen.

(Beifall bei den Grünen – Abg. Andreas Stoch SPD: Bei der CDU ist es auch ruhig!)

Sie stellen allein auf der Grundlage kruder politischer An schuldigungen

(Abg. Andreas Stoch SPD: „Krude Anschuldigungen“!)

ohne Substanz in der Sache einen Entlassungsantrag. Jetzt soll die Ministerin Einfluss auf Kommissionsmitglieder ausgeübt haben; diese wurden doch als entscheidende Zeugen im Un tersuchungsausschuss überhaupt nicht gehört. Ihr Fazit steht aber von vornherein schon fest. Ich finde das unseriös.

(Abg. Andreas Stoch SPD: Das ist nicht unser Fazit, sondern ein Urteil!)

Das ist ein einmaliger Vorgang, liebe Kolleginnen und Kolle gen.

(Beifall bei den Grünen – Abg. Reinhold Gall SPD: Peinliche Nummer!)

Wieso machen wir denn einen Untersuchungsausschuss,

(Abg. Sascha Binder SPD: Du wolltest gar keinen!)

wenn die Opposition die Wahrheit schon vorher kennt?

(Abg. Andreas Stoch SPD: Sie wollten doch gar kei nen!)

Warum wollen Sie denn nicht zuerst hören, was Herr Stratt haus zu sagen hat?

Die Begründung des Urteils des Verwaltungsgerichts, Herr Stoch, zwingt Sie nicht dazu, heute diesen Antrag zu stellen. Sie zwingt Sie nicht dazu, denn Sie wissen genau – Herr Bin

der weiß es auch, Herr Weinmann weiß es auch –, dass der Verwaltungsgerichtshof im Verfahren zum einstweiligen Rechts schutz anders entschieden hat.

(Abg. Sascha Binder SPD: Warum? Jetzt wird es peinlich! – Abg. Andreas Stoch SPD: Weil ihm kei ne Unterlagen vorlagen! – Abg. Reinhold Gall SPD: Jetzt wird es noch peinlicher!)

Deswegen geht auch der Vergleich des Kollegen Rülke fehl. Er vergleicht hier Äpfel mit Birnen. Ich bleibe dabei: Sie ha ben den Richter Kern von dieser Stelle aus beschimpft. Ich bleibe dabei: Wir brauchen einen starken Rechtsstaat,

(Abg. Dr. Hans-Ulrich Rülke FDP/DVP: Aber nur, wenn es den Grünen passt!)

und wir akzeptieren Urteile des Verwaltungsgerichts.

Gleichwohl hat man in einem Rechtsstaat die Möglichkeit, in Berufung zu gehen. Das haben wir beim Thema Luftreinhal tung gemacht;

(Abg. Carola Wolle AfD: Was?)

da gehen wir in Berufung. Die Ministerin ist auch hier in Be rufung gegangen. Wenn Sie schon auf den Rechtsstaat Bezug nehmen, wäre es gut gewesen, wenn Sie Ihren Antrag erst dann gestellt hätten, wenn die Verfahren abgeschlossen sind.

(Beifall bei den Grünen – Vereinzelt Beifall bei der CDU)

Schauen wir uns doch die Sachlage einmal an. Die Stimmung an der Hochschule war aufgeheizt. Es gab Rücktritte, das Ver trauen in die Rektorin war passé. Alle Hochschulgremien wa ren sich einig: Frau Stöckle muss gehen. Dagegen hatte das Wissenschaftsministerium rechtswidrige Anträge zur Abwahl der Rektorin im Wege der Rechtsaufsicht verhindert. Sie hat ja gerade die Abwahl der Rektorin verhindert, liebe Kollegen von der SPD und der FDP/DVP.

(Lachen des Abg. Sascha Binder SPD – Abg. Sascha Binder SPD: Junge, Junge, Junge! – Zuruf des Abg. Dr. Hans-Ulrich Rülke FDP/DVP)

Dagegen hat der frühere Vorsitzende der SPD-Fraktion, Claus Schmiedel, die sofortige Ablösung der Rektorin gefordert.

(Abg. Reinhold Gall SPD: Jetzt weiß ich, was „krude“ heißt!)

Um Claus Schmiedel hier zu zitieren:

Es braucht keine Kommission, es braucht einen Kommis sar.

Das waren die markigen Worte aus der SPD. Die SPD wollte die Hochschule Ludwigsburg unter Zwangsverwaltung stel len. Seien wir doch einmal ehrlich: So wollten Sie hier Poli tik machen.