Protokoll der Sitzung vom 11.10.2023

beschließen. [red. Anm.: spricht Hebräisch] – Vielen Dank!

(Beifall)

Als Nächstes hat der Abgeordnete

Jan Timke das Wort.

Frau Präsidentin,

meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Fraktion Bündnis Deutschland

stimmt dem vorliegenden Antrag zu, den wir Satz für Satz unterschreiben.

(Beifall Bündnis Deutschland)

Es ist für uns selbstverständlich, dass die Bremische Bürgerschaft den

Terror und die Gräueltaten der Hamas auf das Schärfste verurteilen muss

und solidarisch an der Seite Israels steht, und das, meine Damen und

Herren, uneingeschränkt.

(Beifall Bündnis Deutschland)

Dass wir als Bremische Bürgerschaft dabei besonders an der Seite der

Menschen in unserer Partnerstadt Haifa stehen, ihre Trauer um Opfer der

Attacken teilen, ist eine mitmenschliche Selbstverständlichkeit. Erschüttert

sehen wir die Morde an unschuldigen Menschen, für deren Grausamkeit

unsere Sprache kaum einen Ausdruck kennt. Der mörderische Fanatismus

der Hamas verfolgt die Absicht, Israel als Staat auszulöschen. Dass

Deutschland in dieser Krise an der Seite Israels stehen muss und dabei auf

Feinde Israels wie den Iran und die libanesische Hisbollah keine falsche

Rücksicht nehmen darf, steht dabei für uns außer Frage.

(Beifall Bündnis Deutschland)

Das, meine Damen und Herren, sollte selbstverständlich sein. Leider war es

dabei bisher nicht selbstverständlich, dann der Terror gegen den Staat

Israel wurde und wird auch von Deutschland und Bremen aus betrieben und

finanziert. Jahrelang wurden vom iranischen Regime orchestrierte

Demonstrationen auf deutschem Boden toleriert, auf denen die

Auslöschung Israels gefordert wurde.

Nach den Hamas-Angriffen feierten Gruppen wie Samidoun in Berlin, in

München und Duisburg auf den Straßen. Mittlerweile berichten nicht nur

einzelne mutige Lehrer von Antisemitismus an ihren Schulen, sondern auch

der SPD-Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln beklagte zahlreiche

antiisraelische, antisemitische und menschenverachtende Provokationen

arabisch-muslimischer Schüler.

(Beifall Bündnis Deutschland)

Sehr zu Recht fordert der vorliegende Antrag den Senat auf, die Schulen im

Umgang mit antisemitischer und antiisraelischer Agitation zu unterstützen.

Allerdings, meine Damen und Herren, reicht es hier nicht aus, die Lehrer zu

bitten und zu ermutigen, die aktuelle Situation in Israel im Unterricht

aufzugreifen. Angesichts von Vorfällen wie der jüngsten tätlichen Attacke

auf einen Lehrer in Berlin-Neukölln kann man die diesbezügliche Vorsicht

der Lehrerinnen und Lehrer verstehen. Wer hier von Lehrerinnen und

Lehrern Mut fordert, sollte ihn selbst zeigen.

Der Bürgerschaft würde es daher gut anstehen, wenn ihre Vertreter nach

den schrecklichen Ereignissen der letzten Tage selbst an Schulen Flagge

zeigen und unsere Position zu Israel erklären, dass und warum wir keine

antisemitischen und antiisraelischen Hetzkampagnen dulden.

(Beifall Bündnis Deutschland)

Dass in Deutschland und auch in Bremen israelfeindliche Aktivitäten viel zu

lange toleriert wurden, gibt der Antrag ja zu, zumindest indirekt, wenn er