Protokoll der Sitzung vom 11.10.2023

lange toleriert wurden, gibt der Antrag ja zu, zumindest indirekt, wenn er

den Senat auffordert, ich zitiere, „ein Verbotsverfahren von hier tätigen

Vorfeldorganisationen der Hamas in Bremen oder Bremerhaven erneut zu

prüfen und gegebenenfalls unverzüglich einzuleiten.“

(Beifall Bündnis Deutschland)

Das ist leider, meine Damen und Herren, etwas schwammig formuliert.

Worum es geht, hat die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen

Bundestagsfraktion Irene Mihalic klarer formuliert. Sie forderte das

Innenministerium auf, konsequent gegen die Hamas und ihr

Unterstützerumfeld sowie gegen die Volksfront für die Befreiung Palästinas

und deren Vorfeldorganisationen wie Samidoun vorzugehen, also diese

Vereine zu verbieten und ihre Aktivitäten zu unterbinden.

(Beifall Bündnis Deutschland)

Solche Vereinsverbote können auch die Innenbehörden der Länder, also

auch Bremen, veranlassen. Insofern unterstützen wir auch diese Forderung

des Antrags sehr ausdrücklich. Viel zu spät ist die libanesische Hisbollah

2020 vom damaligen Bundesinnenminister Seehofer verboten worden.

Inwiefern das damals erlassene Betätigungsverbot überhaupt Wirkung

entfaltet hat, müsste dringend mal überprüft werden. Auf keinen Fall darf

der Terror gegen Israel von Deutschland aus organisiert und finanziert

werden.

(Beifall Bündnis Deutschland)

Das, meine Damen und Herren, betrifft zum einen das Sammeln von

Geldern für den Terror durch dubiose Organisationen. Darüber hinaus ist es

schon seit Jahren bekannt, dass von der Bundesrepublik direkt oder

indirekt über die EU bereitgestellte Gelder für den Kampf gegen Israel

missbraucht werden. Vielfach dokumentiert wurde diese Verbreitung von

Judenhass in palästinensischen Schulen. Die Finanzierung solcher

Hasspropaganda aus deutschen Steuermitteln ist unerträglich

(Beifall Bündnis Deutschland)

und muss unter allen Umständen unterbunden werden. Wir begrüßen daher,

dass der Antrag auch die indirekte Terrorfinanzierung ausschließen will.

Meine Damen und Herren, antijüdische Kundgebungen wie jüngst in Berlin

Neukölln oder tätliche Angriffe müssen strengstens geahndet werden. Dass

auch in Bremen und Bremerhaven jeder Form von Antisemitismus mit allen

Mitteln des Rechtsstaates begegnet wird, muss eine Selbstverständlichkeit

sein.

(Beifall Bündnis Deutschland)

Juden müssen sich in Bremen und Bremerhaven jederzeit sicher fühlen, ihr

kulturelles und religiöses Leben ungestört entfalten können, ihre

Einrichtungen entsprechend geschützt werden. Dafür sind jetzt womöglich

neue Vorkehrungen erforderlich, die mit Betroffenen und den

Sicherheitsbehörden erörtert werden müssen.

Meine Damen und Herren, wir legen Ihnen heute einen Änderungsantrag zu

Ihrem Antrag vor. Wir möchten Ihren Antrag damit keinesfalls schmälern,

sondern um einen Punkt ergänzen und damit, wie wir finden, bereichern.

Und zwar wollen wir aus diesem Haus ein deutliches Zeichen an alle

Hamas-Anhänger senden, die auf deutschem Boden und unter dem

Deckmantel der Meinungs- und Demonstrationsfreiheit ihre antisemitischen

und hasserfüllten Parolen verbreiten.

(Beifall Bündnis Deutschland)