Protokoll der Sitzung vom 11.10.2023

Dazu

Änderungsantrag der Fraktion Bündnis Deutschland

vom 11. Oktober 2023

(Drucksache 21/107)

Dazu als Vertreter des Senats Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte.

Die Beratung ist eröffnet.

Als erste Rednerin hat die Abgeordnete Antje Grotheer das Wort.

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr

geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen! Am Samstag,

den 7. Oktober 2023, wurden an einem Tag mehr Jüdinnen und Juden

ermordet als jemals an irgendeinem anderen Tag nach Ende des

Holocausts. Bereits am ersten Tag des Krieges und des terroristischen

Angriffs ermordeten Kämpfer der Hamas mehr als 700 Personen, darunter

zahllose Zivilist:innen, darunter Familien, Frauen, alte Menschen, Kinder und

Babys.

Ähnlich viele Zivilist:innen wurden während der gesamten fünfjährigen

Intifada nach 1987 oder während des palästinensischen Aufstands in den

2000er-Jahren getötet, dieses Mal an nur einem einzigen Tag. Der Angriff

der Hamas ist damit der tödlichste in der Geschichte des Landes Israel.

Terroristen ziehen von Haus zu Haus, um ihre Opfer zu suchen, als Geiseln

zu nehmen, zu foltern, zu vergewaltigen, zu quälen, zu verletzen, zu

demütigen und zu töten. Das alles wird dokumentiert und ins Netz gestellt,

um Angst und Schrecken zu verbreiten und die eigene Skrupellosigkeit

klarzustellen. Die schwer zu ertragenen Bilder von jungen Erwachsenen und

Teenagern auf dem Supernova-Musikfestival in der Wüste Negev, ein Rave,

dessen Motto dem Frieden gewidmet war, zeigen ein Massaker.

Mindestens 260 Leichen wurden auf dem Gelände des Festivals entdeckt.

Dutzende weitere Menschen werden immer noch vermisst, unter ihnen die

22-jährige Shani Louk. Sie soll sich in einem Krankenhaus in Gaza

befinden, schwerstverletzt. Ihre Mutter Ricarda erbittet sofortige Hilfe von

Deutschland. Dass sie noch lebt, soweit wir heute wissen, gleicht einem

Wunder. Zuvor gingen Bilder von ihr, schwerstverletzt auf der Ladefläche

eines Pkw um die Welt.

Hersh Goldberg-Polin, 23 Jahre alt, war auf dem gleichen

Friedensmusikfestival. Hersh war Anfang dieses Jahres noch mit Bremer

Freundinnen bei einem Spiel des SV Werder. Er ist Werder-Fan und hat eine

enge Verbindung zu uns und dem Verein. Vielleicht sind einige von uns an

dem Tag im Stadion an ihm vorbeigelaufen. Seit Sonnabend wird er

vermisst. Bis jetzt ist nicht bekannt, wo er ist.

Hersh wurde vermutlich nach Gaza verschleppt. Augenzeugen berichteten,

er ist verletzt und benötigt medizinische Hilfe. Wir hoffen, dass diese

beiden genauso wie alle anderen bald wieder in Sicherheit und bei ihren

Familien zurück sind.

(Beifall)

Der Angriff war einer der schlimmsten Vorfälle während des Überfalls der

militanten palästinensischen Gruppe Hamas, der Tag, der als Israels 9/11 in

die Geschichte eingehen wird. Diese Gräueltaten können keine

Rechtfertigung finden, und ich bin froh, dass wir uns in dieser Sache einig

sind. So komplex die Lage im Nahen Osten ist, so geradeheraus und richtig

ist es, diese Angriffe aufs Schärfste zu verurteilen.

(Beifall)