wir wissen, dass wir wahrscheinlich nicht jede Schule mit einer eigenen
Logopädin oder Sprachtherapeutin ausstatten können. Da werden sowohl
die finanziellen Ressourcen, vor allen Dingen auch die vorhandenen
Fachkräfte nicht ausreichen. Insofern ist es, glaube ich, der richtige Weg,
Konzepte zu finden, die Kooperationen mit Praxen möglich machen, um
den regelmäßigen Einsatz dieser Kolleginnen an den Schulen zu
In Bremerhaven, hatte ich gesagt, gibt es da bereits ein regelmäßiges
Verfahren. Wir hatten in Bremen auch die Möglichkeit. Über die souveränen
Verstärkungsmittel konnten Schulen im Sozialindex vier, fünf und zum Teil
auch drei, denen wir diese Mittel zur Verfügung gestellt haben, auch solche
Angebote für Schülerinnen und Schüler aktivieren, was zum Teil auch
geschehen ist, sodass wir also auch in diesem Bereich punktuell bereits
erste Erfahrungen damit gesammelt haben, aber Sie haben recht, so
systemisch, wie es bis jetzt in Bremerhaven funktioniert, ist das in Bremen
Herr Staatsrat, eine Zusatzfrage der
Abgeordneten Sandra Ahrens. – Bitte sehr, Frau Kollegin!
Ja, herzlichen Dank! Sie haben ja
gerade mitgeteilt, dass das für Bremen noch nicht gilt, und in der Antwort
auf Nummer 3 von einer langfristigen Perspektive gesprochen. Was heißt
denn langfristig für den Senat? 5 Jahre? 10 Jahre? 15 Jahre?
Ich glaube, für die Umsetzung braucht man
genau drei Komponenten. Man braucht ein gutes Konzept. Man braucht die
erforderlichen Ressourcen, und man braucht die erforderlichen Fachkräfte.
An alle drei Stellen hätten wir im Moment noch Nachholbedarf, sodass ich
einen genauen Anfangstermin noch nicht sagen kann.
Frau Abgeordnete, eine weitere Zusatzfrage?
Gut, ich nehme zur Kenntnis, in den
nächsten zwei Jahren nicht, aber wahrscheinlich auch nicht die nächsten
zehn. Weitere Frage: Die Anzahl der Kinder, die nicht muttersprachlich
deutsch aufwachsen, steigt ja massiv an. Wir haben an der Hochschule
Bremen einen Masterstudiengang, der genau diese Interkulturalität und
dann die Unterscheidung Sprachförderung/Sprachentwicklungsstörung, die
man bei diesen Kindern schwerer diagnostizieren kann, fertigstellt. Meinen
Sie, dass wir da genügend Absolventinnen haben, um diesem steigenden
Bedarf Rechnung zu tragen oder sehen Sie da auch noch Nachholbedarf?
Wenn man sich diese Zahl anguckt – –. Ich
hatte sie vorhin zitiert. 45,6 Prozent, also circa die Hälfte der Schülerinnen
und Schüler haben in Sichtweite zum Schuleintritt solch großen
Sprachförderbedarf, dass man sich darum Sorgen machen muss. Wenn man
so eine Zahl liest, ist völlig klar, dass wir alle – Und zwar wirklich alle! –
Möglichkeiten nutzen müssen, um für diese Kinder ein deutlich
qualifizierteres und besseres Sprachförderangebot möglichst zeitig
beginnend zur Verfügung zu stellen. Dazu werden wir alle Möglichkeiten
nutzen. Dazu brauchen wir natürlich auch Spezialistinnen und Spezialisten,
die in diesem Bereich arbeiten.
Insofern würde ich Ihre Frage an dieser Stelle ausdrücklich mit „ja“
beantworten. Ja, wir brauchen mehr von diesen Leuten, die in diesem
Bereich eine qualifizierte Arbeit leisten können und die auch den