Protokoll der Sitzung vom 11.10.2023

wir wissen, dass wir wahrscheinlich nicht jede Schule mit einer eigenen

Logopädin oder Sprachtherapeutin ausstatten können. Da werden sowohl

die finanziellen Ressourcen, vor allen Dingen auch die vorhandenen

Fachkräfte nicht ausreichen. Insofern ist es, glaube ich, der richtige Weg,

Konzepte zu finden, die Kooperationen mit Praxen möglich machen, um

den regelmäßigen Einsatz dieser Kolleginnen an den Schulen zu

ermöglichen.

In Bremerhaven, hatte ich gesagt, gibt es da bereits ein regelmäßiges

Verfahren. Wir hatten in Bremen auch die Möglichkeit. Über die souveränen

Verstärkungsmittel konnten Schulen im Sozialindex vier, fünf und zum Teil

auch drei, denen wir diese Mittel zur Verfügung gestellt haben, auch solche

Angebote für Schülerinnen und Schüler aktivieren, was zum Teil auch

geschehen ist, sodass wir also auch in diesem Bereich punktuell bereits

erste Erfahrungen damit gesammelt haben, aber Sie haben recht, so

systemisch, wie es bis jetzt in Bremerhaven funktioniert, ist das in Bremen

noch nicht.

Herr Staatsrat, eine Zusatzfrage der

Abgeordneten Sandra Ahrens. – Bitte sehr, Frau Kollegin!

Ja, herzlichen Dank! Sie haben ja

gerade mitgeteilt, dass das für Bremen noch nicht gilt, und in der Antwort

auf Nummer 3 von einer langfristigen Perspektive gesprochen. Was heißt

denn langfristig für den Senat? 5 Jahre? 10 Jahre? 15 Jahre?

Ich glaube, für die Umsetzung braucht man

genau drei Komponenten. Man braucht ein gutes Konzept. Man braucht die

erforderlichen Ressourcen, und man braucht die erforderlichen Fachkräfte.

An alle drei Stellen hätten wir im Moment noch Nachholbedarf, sodass ich

einen genauen Anfangstermin noch nicht sagen kann.

Frau Abgeordnete, eine weitere Zusatzfrage?

Bitte sehr!

Gut, ich nehme zur Kenntnis, in den

nächsten zwei Jahren nicht, aber wahrscheinlich auch nicht die nächsten

zehn. Weitere Frage: Die Anzahl der Kinder, die nicht muttersprachlich

deutsch aufwachsen, steigt ja massiv an. Wir haben an der Hochschule

Bremen einen Masterstudiengang, der genau diese Interkulturalität und

dann die Unterscheidung Sprachförderung/Sprachentwicklungsstörung, die

man bei diesen Kindern schwerer diagnostizieren kann, fertigstellt. Meinen

Sie, dass wir da genügend Absolventinnen haben, um diesem steigenden

Bedarf Rechnung zu tragen oder sehen Sie da auch noch Nachholbedarf?

Wenn man sich diese Zahl anguckt – –. Ich

hatte sie vorhin zitiert. 45,6 Prozent, also circa die Hälfte der Schülerinnen

und Schüler haben in Sichtweite zum Schuleintritt solch großen

Sprachförderbedarf, dass man sich darum Sorgen machen muss. Wenn man

so eine Zahl liest, ist völlig klar, dass wir alle – Und zwar wirklich alle! –

Möglichkeiten nutzen müssen, um für diese Kinder ein deutlich

qualifizierteres und besseres Sprachförderangebot möglichst zeitig

beginnend zur Verfügung zu stellen. Dazu werden wir alle Möglichkeiten

nutzen. Dazu brauchen wir natürlich auch Spezialistinnen und Spezialisten,

die in diesem Bereich arbeiten.

Insofern würde ich Ihre Frage an dieser Stelle ausdrücklich mit „ja“

beantworten. Ja, wir brauchen mehr von diesen Leuten, die in diesem

Bereich eine qualifizierte Arbeit leisten können und die auch den