Protokoll der Sitzung vom 11.10.2023

Also abschließend: Dieses Klimageld ist gut, dieses Klimageld muss

gemacht werden und dieses Klimageld muss, so schnell es geht, an die

Menschen ausgezahlt werden. Wir müssen dafür sorgen, dass es nicht

irgendwo in irgendwelchen Verfahren versickert, und wir müssen auch dafür

sorgen, dass das Geld noch vorhanden ist, am Ende des Tages.

Wir reden jetzt noch mal über den Brückenstrom. Das ist für Bremen ja

nicht irgendwie eine abstrakte Größe. Wir haben ein Stahlwerk, und

langfristig beziehungsweise mittelfristig ist die Existenz dieses Stahlwerkes

in Bremen durch die aktuelle Energiepreis- und Strompreisentwicklung

bedroht. Die Strompreisbremse läuft April nächsten Jahres aus, wenn ich

mich nicht irre, und sie ist auch in einer Größenordnung, dass sie

wahrscheinlich nicht dafür sorgt, dass in Bremen wettbewerbsfähiger Stahl

hergestellt werden kann.

Jetzt ist mein allererstes Interesse nicht zwingend die Gewinnmarge der

Stahlindustrie. Mein allererstes Interesse ist, dass wir hier in Bremen einen

Prozess auf den Weg gebracht haben, dass Stahl wesentlich

umweltschonender erzeugt werden kann als anderswo in der Welt. Wenn

Bremen Arcelor zumacht, dann wird ja nicht weniger Stahl erzeugt, sondern

möglicherweise nur anderswo und umweltschädlicher. Deswegen dürfen wir

uns die Chance oder die Möglichkeit, dass es in Bremen diesen

Transformationsprozess im Stahlwerk und mit Wasserstoff produzierten

Stahl gibt, nicht aus der Hand nehmen lassen. Das muss existieren und das

muss auch die Bundesregierung einsehen, dass sie diesen Prozess

keinesfalls gefährden darf.

(Beifall DIE LINKE, SPD, Bündnis 90/Die Grünen)

Das Stahlwerk braucht ungefähr 1,3 Terawattstunden Strom. Ich habe

mittlerweile im Kopf mitgerechnet: Kilo mal 1 000 ist Mega, mal 1 000 ist

Giga und dann kommt Tera. Das ist schon eine Zahl mit vielen Nullen. Am

Ende des Tages sind es bei einem Strompreis von 13 Cent ungefähr

170 Millionen Euro im Jahr nur für Strom, da ist Gas noch nicht mit drin. Für

die Stahlwerke ist es natürlich wichtig und auch für den Standort, ob sie

Stahl verkaufen können bei einem solchen Strompreis. Ihnen würde nützen,

wenn der Strompreis weiter gesenkt wird. In der Debatte stehen 6 Cent pro

Kilowattstunde – in Frankreich haben sie einen Industriestrompreis von

4,2 Cent – und wenn die das hätten, würden sie in Bremen nur 55 Millionen

Euro zahlen müssen für Strom. Dann wären die Stahlwerke wieder

wettbewerbsfähig. Wie gesagt, es geht nicht in allererster Linie darum, die

Gewinne der Stahlwerke zu halten, die waren in den letzten Jahren relativ

hoch, sondern in erster Linie darum, das Projekt hyBit, das Projekt

Transformation, das Projekt Wasserstoffstahl nicht abzuwürgen.

Die Frage ist: Warum passiert das nicht? Die Probleme mit dem EU

Beihilferecht sind offensichtlich gelöst. Es gab einen zeitweiligen

Krisenrahmen, der diese ganzen Fragen von Beihilfe und ob man eigentlich

unter dem im eigenen Land subventionieren darf, während andere Länder

das nicht können – –, diese Frist ist verlängert worden bis 2025. Ein

Brückenstrompreis von 6 Cent bis 2030 würde diesen Zeitraum

überschreiten, aber bis dahin kann man sich überlegen, wie man das

hinkriegt. Die EU scheint in dieser Frage kein Hindernis zu sein.

Jetzt ist die Frage: Haben wir im Klima- und Transformationsfonds der

Bundesregierung noch Geld? Das wird gerade offensichtlich diskutiert, und

es wird ein bisschen hin- und hergeschoben, auch zwischen Klimageld und