Cannabinoide, Sedativa, Kokain, Stimulantien, Halluzinogene und multipler
Substanzgebrauch unterschieden. Die Anzahl ärztlich diagnostizierter
Abhängigkeitserkrankungen umfasst jedoch nicht die tatsächliche Anzahl
von Erkrankungen, da häufig unter anderem aufgrund von
Stigmatisierungseffekten viele Jahre vergehen, bis ein vorhandenes
Abhängigkeitssyndrom diagnostiziert wird.
Bremen hat eine Schätzung durch eine bundeslandspezifische Auswertung
im Rahmen des epidemiologischen Suchtsurveys 2021 veranlasst, die zu
folgenden Hochrechnungen von problematischem Suchtmittelkonsum bei
Erwachsenen im Alter von 18 bis 64 Jahren gekommen ist:
Bei Alkohol sind es 22,8 Prozent der Männer und 9,8 Prozent der Frauen,
bei denen Hinweise auf einen problematischen Alkoholkonsum festgestellt
Cannabis: Bei 3,8 Prozent der Stichproben konnten Hinweise auf einen
problematischen Konsum von Cannabis festgestellt werden.
Bei den Opiaten sind es – –, die 12-Monats-Prävalenz des Konsums von
Heroin oder anderen Opiaten lag bei 1,2 Prozent.
Kokain und Crack: Der problematische Konsum von Kokain nach SDS
(Severity Dependence Scale) lag bei 0,8 Prozent.
Zur Frage 2: Die Anzahl der abhängigkeitskranken Menschen in prekären
Lebenslagen, die illegale Drogen im öffentlichen Raum konsumieren, hat
sichtbar zugenommen, wie aus den Rückmeldungen der niedrigschwelligen
Suchthilfe, aber auch von der Polizei hervorgeht. Hier spielt der Konsum von
Crack und Kokain mit intravenöser Applikation beziehungsweise der
Mischkonsum mit Opiaten eine gewichtige Rolle.
Gründe für diese Entwicklung liegen in der hohen Verfügbarkeit von Kokain,
dem leichten Herstellungsprozess von Crack aus Kokain, dem niedrigen
Preis und dem hohen Suchtpotenzial der Substanzen. Insgesamt haben
vorwiegend biopsychosoziale Faktoren einen Einfluss auf die Entwicklung
einer Abhängigkeitserkrankung. Es ist davon auszugehen, dass in von
Pandemie, Krieg und Inflation belasteten Zeiten, zunehmender sozialer
Vereinsamung und Verelendung sowie erhöhtem Armutsrisiko der
Suchtmittelkonsum und das Risiko für einen Anstieg des
Suchtmittelkonsums und damit auch das Abhängigkeitsrisiko steigt.
Der Senat verfolgt mitnichten eine permissive Drogenpolitik, die
Drogenpolitik basiert vielmehr auf den Säulen Prävention, Repression,
sozialer Unterstützung und gesundheitlichen Hilfen, die sich von „Harm
Reduction“ bis hin zu rehabilitativen Maßnahmen erstrecken.
Zu Frage 3: Der Senat sieht in seiner Drogenpolitik keine Anreize für
drogenabhängige Menschen, nach Bremen zu kommen. Allerdings ist es
immer so, dass es drogenabhängige Menschen eher in Ballungsräume und
Großstädte zieht als in ländliche Regionen. – So weit die Antwort des
Haben Sie eine Zusatzfrage? – Bitte sehr!
Frau Senatorin Bernhard, Sie
haben gerade insbesondere die Crackproblematik angesprochen, die uns
hier in diesem Haus immer wieder umtreibt. Welchen Plan haben Sie denn
beziehungsweise hat der Senat, diesen Problemen zu begegnen und diesen
Menschen gegebenenfalls auch zu helfen?
Nun, wir haben das durchaus schon in
verschiedenen anderen Zusammenhängen diskutiert. Die Frage ist also: Wie