Protokoll der Sitzung vom 11.10.2023

Cannabinoide, Sedativa, Kokain, Stimulantien, Halluzinogene und multipler

Substanzgebrauch unterschieden. Die Anzahl ärztlich diagnostizierter

Abhängigkeitserkrankungen umfasst jedoch nicht die tatsächliche Anzahl

von Erkrankungen, da häufig unter anderem aufgrund von

Stigmatisierungseffekten viele Jahre vergehen, bis ein vorhandenes

Abhängigkeitssyndrom diagnostiziert wird.

Bremen hat eine Schätzung durch eine bundeslandspezifische Auswertung

im Rahmen des epidemiologischen Suchtsurveys 2021 veranlasst, die zu

folgenden Hochrechnungen von problematischem Suchtmittelkonsum bei

Erwachsenen im Alter von 18 bis 64 Jahren gekommen ist:

Bei Alkohol sind es 22,8 Prozent der Männer und 9,8 Prozent der Frauen,

bei denen Hinweise auf einen problematischen Alkoholkonsum festgestellt

wurden.

Cannabis: Bei 3,8 Prozent der Stichproben konnten Hinweise auf einen

problematischen Konsum von Cannabis festgestellt werden.

Bei den Opiaten sind es – –, die 12-Monats-Prävalenz des Konsums von

Heroin oder anderen Opiaten lag bei 1,2 Prozent.

Kokain und Crack: Der problematische Konsum von Kokain nach SDS

(Severity Dependence Scale) lag bei 0,8 Prozent.

Zur Frage 2: Die Anzahl der abhängigkeitskranken Menschen in prekären

Lebenslagen, die illegale Drogen im öffentlichen Raum konsumieren, hat

sichtbar zugenommen, wie aus den Rückmeldungen der niedrigschwelligen

Suchthilfe, aber auch von der Polizei hervorgeht. Hier spielt der Konsum von

Crack und Kokain mit intravenöser Applikation beziehungsweise der

Mischkonsum mit Opiaten eine gewichtige Rolle.

Gründe für diese Entwicklung liegen in der hohen Verfügbarkeit von Kokain,

dem leichten Herstellungsprozess von Crack aus Kokain, dem niedrigen

Preis und dem hohen Suchtpotenzial der Substanzen. Insgesamt haben

vorwiegend biopsychosoziale Faktoren einen Einfluss auf die Entwicklung

einer Abhängigkeitserkrankung. Es ist davon auszugehen, dass in von

Pandemie, Krieg und Inflation belasteten Zeiten, zunehmender sozialer

Vereinsamung und Verelendung sowie erhöhtem Armutsrisiko der

Suchtmittelkonsum und das Risiko für einen Anstieg des

Suchtmittelkonsums und damit auch das Abhängigkeitsrisiko steigt.

Der Senat verfolgt mitnichten eine permissive Drogenpolitik, die

Drogenpolitik basiert vielmehr auf den Säulen Prävention, Repression,

sozialer Unterstützung und gesundheitlichen Hilfen, die sich von „Harm

Reduction“ bis hin zu rehabilitativen Maßnahmen erstrecken.

Zu Frage 3: Der Senat sieht in seiner Drogenpolitik keine Anreize für

drogenabhängige Menschen, nach Bremen zu kommen. Allerdings ist es

immer so, dass es drogenabhängige Menschen eher in Ballungsräume und

Großstädte zieht als in ländliche Regionen. – So weit die Antwort des

Senats.

Haben Sie eine Zusatzfrage? – Bitte sehr!

Frau Senatorin Bernhard, Sie

haben gerade insbesondere die Crackproblematik angesprochen, die uns

hier in diesem Haus immer wieder umtreibt. Welchen Plan haben Sie denn

beziehungsweise hat der Senat, diesen Problemen zu begegnen und diesen

Menschen gegebenenfalls auch zu helfen?

Nun, wir haben das durchaus schon in

verschiedenen anderen Zusammenhängen diskutiert. Die Frage ist also: Wie