verschiedenen anderen Zusammenhängen diskutiert. Die Frage ist also: Wie
kann man da überhaupt rankommen? Weil Crack ist eine sehr abhängig
machende Droge, die relativ schnell diese Abhängigkeit hochtreibt. Wir
haben auch eine massive Zunahme in den letzten fünf bis sechs Jahren
erfahren, gerade in den letzten zwei Jahren, würde ich sogar sagen, sodass
wir darauf angewiesen sind, dass wir sehr viel Streetwork und letztendlich
auch die Ausstattung sämtlicher Drogenhilfeeinrichtungen, die deutlich
vergrößert werden muss – –, an der Stelle ein Auffangsystem brauchen.
Dieses Auffangsystem darf nicht nur zentral angeboten werden, sondern es
muss dezentral angeboten werden; und wir stehen vor der Herausforderung,
dass bei Diamorphin beispielsweise die Diamorphinambulanz, die wir in
Angriff genommen haben, nicht präzise Crackabhängige, wie soll ich es
jetzt mal sagen, von der Sucht wegbringen kann. Deswegen sind wir darauf
angewiesen, dass wir sehr umfassend diese Suchthilfemöglichkeiten
ausbauen und so etwas wie Ruheräume schaffen et cetera. Das ist
personalintensiv, es ist aber auch eine Frage von Standorten.
Haben Sie eine weitere Zusatzfrage? – Bitte
Inwiefern würden Sie denn die
Drogenpolitik der letzten Jahre als erfolgreich bezeichnen, insbesondere im
Hinblick auf das Provisorium, was wir immer noch an der Friedrich-Rauers
Straße sehen, wo wir ja schon seit Jahren hören, dass eigentlich ein
Drogenkonsumraum eingerichtet werden sollte? Wie vielen Menschen
konnte durch dieses Provisorium bislang geholfen werden, womöglich der
Ich will ganz ehrlich einräumen, dass es ein
bisschen ein Hase-und-Igel-System ist, weil wir praktisch gezwungen sind,
der Entwicklung hinterherzulaufen aufgrund der eklatanten Zunahme.
Dieses Provisorium – und ich finde, dass wir zumindest parallel Angebote
machen konnten – fängt durchaus sehr viele Menschen auf. Das geht
inzwischen tatsächlich in die Hunderte.
Da ist es letztendlich so, dass wir auch mit sehr temporären Mitteln, das ist
leider so, Auffangmöglichkeiten geschaffen haben, und diese bislang nicht
so institutionalisiert sind, wie wir sie eigentlich bräuchten. Das möchte in an
der Stelle auch noch mal betonen.
Dass es aber nicht ausreicht, ist eine Wahrheit, der wir ins Auge gucken
müssen angesichts der radikalen Zunahme.
Frau Kollegin, eine Zusatzfrage? – Bitte sehr!
Noch mal die Nachfrage: Wie
vielen Menschen konnten Sie denn konkret durch dieses Provisorium
helfen, der Sucht zu entkommen?
Wir haben ein sehr gutes Feedback und es
sind wirklich sehr viele aufgenommen worden, wir haben praktisch – –.
(Abgeordnete Sandra Ahrens [CDU]: Zahlen!)
Zahlen kann ich Ihnen nicht sagen. Das ist auch etwas, was sehr volatil ist.
Wir haben ungefähr hundert bis hundertfünfzig Menschen, die das pro
Woche in Anspruch nehmen. Aber es ist ja nicht so, dass die dahinlaufen
und behandelt werden und drei Wochen später sind sie clean. Das kann
man sich nicht so vorstellen. Insofern haben wir letztendlich die Frage, wen
wir erreichen, weil sehr viele Suchtmittel ja gar nicht im öffentlichen Raum