Protokoll der Sitzung vom 11.10.2023

verschiedenen anderen Zusammenhängen diskutiert. Die Frage ist also: Wie

kann man da überhaupt rankommen? Weil Crack ist eine sehr abhängig

machende Droge, die relativ schnell diese Abhängigkeit hochtreibt. Wir

haben auch eine massive Zunahme in den letzten fünf bis sechs Jahren

erfahren, gerade in den letzten zwei Jahren, würde ich sogar sagen, sodass

wir darauf angewiesen sind, dass wir sehr viel Streetwork und letztendlich

auch die Ausstattung sämtlicher Drogenhilfeeinrichtungen, die deutlich

vergrößert werden muss – –, an der Stelle ein Auffangsystem brauchen.

Dieses Auffangsystem darf nicht nur zentral angeboten werden, sondern es

muss dezentral angeboten werden; und wir stehen vor der Herausforderung,

dass bei Diamorphin beispielsweise die Diamorphinambulanz, die wir in

Angriff genommen haben, nicht präzise Crackabhängige, wie soll ich es

jetzt mal sagen, von der Sucht wegbringen kann. Deswegen sind wir darauf

angewiesen, dass wir sehr umfassend diese Suchthilfemöglichkeiten

ausbauen und so etwas wie Ruheräume schaffen et cetera. Das ist

personalintensiv, es ist aber auch eine Frage von Standorten.

Haben Sie eine weitere Zusatzfrage? – Bitte

sehr!

Inwiefern würden Sie denn die

Drogenpolitik der letzten Jahre als erfolgreich bezeichnen, insbesondere im

Hinblick auf das Provisorium, was wir immer noch an der Friedrich-Rauers

Straße sehen, wo wir ja schon seit Jahren hören, dass eigentlich ein

Drogenkonsumraum eingerichtet werden sollte? Wie vielen Menschen

konnte durch dieses Provisorium bislang geholfen werden, womöglich der

Sucht zu entkommen?

Ich will ganz ehrlich einräumen, dass es ein

bisschen ein Hase-und-Igel-System ist, weil wir praktisch gezwungen sind,

der Entwicklung hinterherzulaufen aufgrund der eklatanten Zunahme.

Dieses Provisorium – und ich finde, dass wir zumindest parallel Angebote

machen konnten – fängt durchaus sehr viele Menschen auf. Das geht

inzwischen tatsächlich in die Hunderte.

(Beifall SPD, DIE LINKE)

Da ist es letztendlich so, dass wir auch mit sehr temporären Mitteln, das ist

leider so, Auffangmöglichkeiten geschaffen haben, und diese bislang nicht

so institutionalisiert sind, wie wir sie eigentlich bräuchten. Das möchte in an

der Stelle auch noch mal betonen.

Dass es aber nicht ausreicht, ist eine Wahrheit, der wir ins Auge gucken

müssen angesichts der radikalen Zunahme.

Frau Kollegin, eine Zusatzfrage? – Bitte sehr!

Noch mal die Nachfrage: Wie

vielen Menschen konnten Sie denn konkret durch dieses Provisorium

helfen, der Sucht zu entkommen?

Wir haben ein sehr gutes Feedback und es

sind wirklich sehr viele aufgenommen worden, wir haben praktisch – –.

(Abgeordnete Sandra Ahrens [CDU]: Zahlen!)

Zahlen kann ich Ihnen nicht sagen. Das ist auch etwas, was sehr volatil ist.

Wir haben ungefähr hundert bis hundertfünfzig Menschen, die das pro

Woche in Anspruch nehmen. Aber es ist ja nicht so, dass die dahinlaufen

und behandelt werden und drei Wochen später sind sie clean. Das kann

man sich nicht so vorstellen. Insofern haben wir letztendlich die Frage, wen

wir erreichen, weil sehr viele Suchtmittel ja gar nicht im öffentlichen Raum