wir erreichen, weil sehr viele Suchtmittel ja gar nicht im öffentlichen Raum
konsumiert werden, das darf man auch nicht vergessen.
Aber die konkreten Zahlen für jeden Tag, also wie viele Menschen
tatsächlich da reinkommen, kann ich Ihnen gern noch nachliefern. Das gibt
aber keine Aussage darüber – was Sie darunter verstehen –, wie Ihnen
geholfen wird. Da muss ich ganz klar sagen, ist es unterausgestattet und wir
erreichen nicht alle so, wie wir sie gern erreichen wollen.
Eine weitere Zusatzfrage? – Bitte sehr!
Wenn ich Sie gerade richtig
verstanden habe, dann sind 22,8 Prozent der Männer zwischen 18 und 64 in
Bremen alkoholabhängig oder zeigen Tendenzen für eine Abhängigkeit.
Inwiefern begegnen Sie diesem Problem beziehungsweise welche
Maßnahmen und Lösungen sehen Sie da? Können Sie uns sagen, wie das
bundesweit einzuordnen ist? Es ist ja fast jeder vierte Mann in Bremen, der
Ja, das kann man so in etwa sagen. Nun gut,
diese Zahlen des Suchtsurveys stammen von Selbsteinschätzungsfragen.
Das ist sozusagen nicht der reelle Blick darauf, wie weit ich mich schon als
abhängig einschätze. Das darf man nicht unterschätzen. Alkohol ist eine,
nennen wir es mal legale Droge, bei der sehr schwer zu verifizieren ist, wer
sich in einem gesundheitsgefährdenden Zustand befindet.
Ich finde es auch sehr schwierig, dass man die Alkoholabhängigkeit
gegenüber den illegalen Drogen immer etwas vernachlässigt. Da sind wir
gehalten, viel stärker in die Aufklärung zu gehen. Wir sind beschäftigt mit
unserem Drogenhilfeplan, den wir jetzt aufstellen, und wenn wir nicht relativ
früh, das spricht für den gesamten Bildungsbereich, Aufklärung betreiben,
halte ich das für ein Riesenproblem. Wir sind in der Debatte darum,
Werbung zu verbieten an bestimmten Stellen, aber das sind alles
flankierende Maßnahmen, die nicht dazu führen werden, dass diese
Alkoholabhängigkeit und –problematiken auf lange Sicht einfach
verschwinden werden. Sondern wir müssen da, glaube ich, die Trennung von
legal und illegal aufheben.
(Beifall SPD, Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE)
Frau Senatorin, eine weitere Zusatzfrage
durch die Abgeordnete Maja Tegeler.
Frau Senatorin, geben Sie mir
recht, dass die in der Anfrage unterstellte permissive Drogenpolitik und die,
Zitat: „Offene Zurschaustellung der Toleranz gegenüber Suchtkranken“
eigentlich eher den Weg zumacht für von Vertreter:innen der Suchthilfe
immer wieder eingeforderte akzeptierende Drogenarbeit, eben um den
Suchtkranken gerecht zu werden und um auch Beschaffungskriminalität zu
Ich gebe zu, dass es so einen Eindruck
erwecken kann, wenn man das so formuliert. Ich halte das
selbstverständlich für falsch, weil zum einen sind Großstädte
entsprechende Ballungszentren, zweitens ist Bremen da wirklich nicht an
der Spitze, das darf man an der Stelle auch nicht vergessen, und der
Eindruck von wegen „ich werde jetzt mal drogenabhängig“, der ist völlig
Wir haben inzwischen solche Problematiken, bei denen die Menschen da
hineinschlittern, und es sind sehr lange Prozesse, um das überhaupt