hineinschlittern, und es sind sehr lange Prozesse, um das überhaupt
bewusst zu machen und um es dann entsprechend abzubauen. Das ist ein
Zeitfaktor, den man nicht unterschätzen darf. Da ist eine Drogenhilfe, die
darauf eingeht, und das ist bei allen Abhängigkeitsstrukturen so, egal, wo
wir hingucken – –, dass wir uns dem nähern müssen, dass wir den
Menschen nicht von vornherein eine kriminalisierte Botschaft
entgegensetzen, sondern dass wir sie auffangen müssen.
Das, glaube ich, ist der einzige Ansatz, den Bremen hier verfolgt, der
überhaupt zum Erfolg führen kann.
Haben Sie eine weitere Zusatzfrage? – Bitte
Vor dem Hintergrund von Ihnen
auch hier heute beschriebenen Entwicklungen bei Suchtkranken: Geben Sie
mir recht, dass die in der Anfrage angesprochene, angebliche Ausweitung
und Verbesserung bei Hilfs- und Unterstützungsangeboten erstens völlig
faktenfrei dargestellt ist und zweitens wir eigentlich eher zu einer
deutlichen Ausweitung dieser Unterstützungsangebote kommen müssen –
auch hier wieder, um den Suchtkranken adäquat helfen zu können und um
Beschaffungskriminalität zu minimieren?
(Abgeordneter Frank Imhoff [CDU]: Das ist ja eine super Frage.)
Ich kann das nur unterstreichen, ich komme
gerade von einem Fachtag der Wilden Bühne, und da ist ziemlich deutlich
geworden, in welchen Zusammenhängen man überhaupt ansetzen muss. Es
ist eine Krankheit, das darf man nie vergessen.
(Beifall SPD, Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE)
Wir müssen uns dem vom gesundheitlichen Aspekt nähern, und ich finde es
einfach wichtig, dass wir solche Einrichtungen und Projekte haben, die
wirklich institutionalisiert werden müssen, um dem relativ früh Einhalt zu
gebieten, damit man sich damit auseinandersetzt, schon allein von dem
Aspekt her, was es für Gefahren birgt. Wir müssten sehen, dass wir das in
den Familien, für die Kinder und Jugendlichen zur Verfügung stellen. Nur
dann funktioniert es, dass es langfristig wirkt.
Eine weitere Nachfrage der Abgeordneten
Sina Dertwinkel. – Bitte sehr!
Frau Senatorin, Sie sind ja vorhin
auf die Substitution mit Diamorphin eingegangen. Könnten Sie auch noch
mal auf den geplanten Umzug der Methadonausgabestelle von AMEOS
eingehen, wie konkret die Pläne jetzt sind, da wir in der vergangenen
Gesundheitsdeputation leider nicht wirklich dazu kamen, das zu behandeln?
Wie Sie wissen, ist die Methadonausgabe
und übrigens auch die Diamorphinambulanzplanung unter der Ägide von
AMEOS angesiedelt. Wir haben erfahren, dass diese Einrichtung relativ
zentral in der Mitte Problematiken aufweist bezüglich der Mietverträge. Der
ist jetzt glücklicherweise verlängert worden, sodass es möglich ist, eine
entsprechende Niederlassung und Ansiedlung in greifbarer Nähe zu finden.
Wir unterstützen das, ich würde mal sagen, im nicht so öffentlichen Bereich,
weil das nicht direkt unser Zugriff ist. Das ist völlig klar, dass AMEOS das
mit den Krankenkassen und jeweils den Vermietern und
Immobilienbesitzern aushandeln muss. Wir sind da im Hintergrund
beratend tätig, aber ich kann Ihnen versichern, dass wir das mit Hochdruck
tun und versuchen, entsprechende Schwierigkeiten zu lösen.