Protokoll der Sitzung vom 11.10.2023

diskriminierende Wirkung hat. Auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis für die

Einführung einer solchen Karte muss dabei berücksichtigt werden. – So weit

die Antwort des Senats!

Frau Abgeordnete, haben Sie eine

Zusatzfrage? – Bitte sehr!

Frau Staatsrätin, inwiefern wäre es

denn eine Diskriminierung, wenn man von Menschen, die hier erst mal noch

kein oder relativ sicher kein Bleiberecht haben – um die geht es ja in erster

Linie –, erwartet, dass sie das sogenannte Taschengeld für unabdingbar

notwendige persönliche Bedarfe in Höhe von ungefähr 180 Euro mithilfe

einer Bezahlkarte auch nur für genau diese Bedarfe in Deutschland

ausgeben?

Bei anderen Leistungen der Sozialhilfe wird

nicht eingeschränkt, wie die Menschen dort ihr Geld verwenden,

(Beifall SPD, Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE)

und entsprechend wäre dies aus unserer Sicht eine Diskriminierung.

(Beifall SPD, Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE)

Frau Abgeordnete, haben Sie eine weitere

Frage? – Bitte sehr!

Wäre es dann nicht folgerichtig, aus

ihrer Sicht auch richtig, dass die Nutzung der gesetzlich jetzt schon lange

möglichen reinen Sachleistungen ganz ohne Taschengeldauszahlung, auf

die die Bundesregierung aktuell auch immer wieder hinweist, eine noch viel

größere Diskriminierung darstellt, die aber offensichtlich vom Gesetzgeber

ausdrücklich gewollt ist?

(Abgeordnete Sofia Leonidakis [DIE LINKE]: Deshalb machen wir das ja!)

Deswegen machen wir ja keine

Sachleistungen, sondern geben diese Zahlkarte jetzt schon im Amt für

Soziale Dienste aus.

Frau Abgeordnete, haben Sie eine weitere

Frage? – Bitte sehr!

Ich dachte, dass bislang auf

Sachleistung verzichtet wird, weil der bürokratische Aufwand zu hoch ist

und nicht, weil es eine Diskriminierung ist. Ist Ihnen bekannt, dass auf

Bundesebene gegen das Gesetz, was ja deutschlandweit gilt, irgendjemand

klagt, weil es diskriminierend ist?

(Abgeordnete Sofia Leonidakis [DIE LINKE]: Ach, wo nicht geklagt wird, gibt es keine Diskriminierung?)

Über eine Klage habe ich keine Kenntnis und

tatsächlich ist die Ausgabe von Sachleistungen ein enormer bürokratischer

Aufwand. Und das ist natürlich auch ein Grund, warum dies nicht erfolgt.

Frau Abgeordnete, haben Sie eine weitere

Frage? – Bitte sehr!

Stimmen Sie mir zu, dass Begriffe wie

Flüchtlinge und Asylbewerber oft verallgemeinernd für alle benutzt werden,

die bei uns ankommen und aufgenommen werden und auf einen der

verschiedenen Aufenthaltstitel hoffen? Sind da nicht doch auch Menschen

dabei, die sich, was ich ja verstehen kann, aber was ich auch gerne

unterbinden möchte, doch aufgrund der guten Versorgung und der

erwartbaren Sozialleistungen, die sie eben auch finanziell ausgehändigt

bekommen, auf den Weg zu uns machen? Meinen Sie, wir können

tatsächlich, auch ohne Anreize zu minimieren, auf Dauer alle