Protokoll der Sitzung vom 11.10.2023

Frost zuerst mal Kontakt mit der Senatorin aufgenommen, im Juli 2023

wurde ihm gesagt, man würde darüber nachdenken, und am 1. September

hat er die Reißleine gezogen und ganz deutlich gemacht, dass am

31. Dezember 2023 an den Schulen in Bremerhaven das Licht ausgehen

wird, wenn wir jetzt nicht handeln werden.

Es kann nicht sein, wir haben immer noch keinen Haushalts- und

Finanzausschuss, der dieses Thema im Moment behandelt. Deshalb sehen

wir das so, dass wir das zukünftig grundsätzlich behandeln müssen, dass

nicht immer jahresweise an der Stelle neu beschlossen werden muss. Wenn

wir qualitativ gute Schulen in Bremerhaven haben wollen, dann müssen wir

sie stärken, dann müssen wir eine Finanzsicherheit haben, dann müssen wir

da stabil sein, und wir müssen unserer Seestadt, Kollegen und Kolleginnen,

auch auf Augenhöhe entgegenkommen und nicht immer so tun, als würden

wir am längeren Hebel sitzen.

(Beifall CDU, FDP)

Es stehen 1,13 Millionen Euro der Seestadt zu, die schon 2022 so

festgehalten wurden. Wir könnten sie ohne Probleme sofort loseisen und

sagen, dass es an der Stelle möglich ist, dass die Schulleitungen in

Bremerhaven auf ihre Teams setzen können, dass sie weiter Personal

suchen können, dass die Menschen wissen, dass sie an den Schulen in

Bremerhaven auf jeden Fall gut aufgenommen sind und gewollt sind und

dass sie tatsächlich auch qualitativ und verlässlich dort arbeiten können.

Ich gehe davon aus, dass Sie das genauso sehen und dass Sie uns an der

Stelle zustimmen und uns bei dem Beschlussvorschlag folgen.

Ich freue mich darüber, dass wir dann gemeinsam mit Bremerhaven einen

qualitativ guten Unterricht machen können und auf Augenhöhe miteinander

umgehen und nicht immer so tun, als wäre die Seestadt so ein kleines

Anhängsel, das wir bemitleidend hinter uns herziehen. Das ist nicht unsere

Politik, das wollen wir nicht. Wir wollen das auf Augenhöhe, wir wollen gute

Schulen dort, und darum bitte ich hier um Ihre Zustimmung.

(Beifall CDU)

Als nächster Redner hat der

Abgeordnete Holger Fricke das Wort.

Sehr geehrte Frau

Präsidentin, meine sehr verehrten Damen und Herren! „Bildung ist unser

wertvollster Rohstoff. Deshalb bringen Investitionen in Bildung immer noch

die besten Zinsen.“ Das Zitat des TV-Moderators Jörg Pilawa ist bereits

zwölf Jahre alt. Trotzdem ist es brandaktuell, gerade auch in Bremen.

Bremens Bildungsbehörde hat in den letzten Jahren, in den letzten

Jahrzehnten keinen guten Job gemacht. Die aktuelle Situation in unserem

Bundesland ist katastrophal. 65 Lehrerinnen und Lehrer fehlen in Bremen,

114 Lehrerstellen können in Bremerhaven nicht besetzt werden. Die traurige

Wahrheit: Ohne Lehrer keine Lehre.

Vorläufiger letzter trauriger Höhepunkt ist die 4-Tage-Woche in der Paul

Goldschmidt-Förderschule. CDU und FDP fordern darum die Schaffung von

Rahmenbedingungen für multiprofessionelle Teams. Können wir uns das

leisten? Ein Bremer Lehrer wird nach der Besoldungsgruppe A 13 bezahlt.

Durch die unbesetzten Stellen werden im Schnitt 55 351 Euro Jahresgehalt

pro Lehrkraft nicht in Anspruch genommen. Fast zehn Millionen Euro

bleiben ungenutzt liegen oder werden anderweitig von der Regierung

ausgegeben. Mit dem Geld könnte man in Bremen so einiges fördern und