Mit der Inklusion, der Vervielfältigung der Lebensentwürfe und der
Zuwanderung ist die Heterogenität an Schulen stetig angestiegen. Damit
wachsen auch die Herausforderungen, mit diesen so unterschiedlichen
Bildungsvoraussetzungen, kulturellen und sprachlichen Hintergründen,
Interessenpotenzialen, sozialen Problemen oder Lebensmodellen
Um den Bedürfnissen jeder Schülerin und jedes Schülers gerecht zu
werden, sind die Lehrkräfte auf Unterstützung in Form von professionell
ausgebildeten Fachkräften angewiesen. Schule und erst recht die inklusive
Schule oder die Ganztagsschulen sind nicht denkbar ohne
multiprofessionelle Teams. An Schulen arbeitet also längst eine Vielzahl von
Personen oder anderen Professionen, ob Sozialpädagogen, Assistenzkräfte,
Gesundheitsfachkräfte, Hausmeister und Verwaltungskräfte, IT-Kräfte,
Küchenkräfte und so weiter. Schulen sind geradezu ein Hort der
Multiprofessionalität, und deshalb müssen wir weder Rahmenbedingungen
dafür schaffen noch gar, wie Sie behaupten, unsere Denkweise neu
(Zuruf Abgeordnete Yvonne Averwerser [CDU])
sondern wir realisieren bereits ein modernes und den sozialen Lagen
angepasstes Bildungsangebot, wie Sie so treffend formulieren.
Eigentliches Ziel Ihres Antrages aber ist es ja, die Option zu schaffen, nicht
verausgabte Mittel aus den Landeszuweisungsrichtlinien für Lehrkräfte,
wenn die Stellen nicht besetzt werden konnten, flexibel auch für anderes
schulisches Personal in den Stadtgemeinden einsetzen zu können, damit
sie nicht in den allgemeinen Landeshaushalt zurückfallen. Bremen hat in
der vergangenen Legislaturperiode bereits mit vielfältigen Maßnahmen
reagiert, um den Fachkräftemangel an Schulen abzumildern und Lehrkräfte
für Bremen zu gewinnen beziehungsweise in Bremen zu halten. Darüber
wurde zur Genüge in der Bremischen Bürgerschaft debattiert, zum Beispiel
die Erhöhung von Referendarplätzen, die Schaffung von unterschiedlichen
Seiteneinstiegsmöglichkeiten oder jüngst das Back-to-school-Programm,
das Quereinsteigerinnen eine berufsbegleitende Ausbildung zur Lehrkraft
für ein Unterrichtsfach ermöglicht.
Im April dieses Jahres hat der Senat im Auftrag der Koalitionsfraktionen
außerdem ein umfassendes Personalversorgungskonzept für das Land
Bremen vorgelegt, in dem kurz- und mittelfristige Eigeneinstellungsbedarfe
im allgemeinbildenden und beruflichen Bildungssystem aufgezeigt, sowie
Bedarfe, die durch die Inklusion und den Ganztag entstehen, und neben
Lehrkräften auch nicht unterrichtendes Personal in den Blick genommen
und weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Personalversorgung
Wir werden den Senat bei seiner Umsetzung der erforderlichen
Maßnahmen nach Kräften unterstützen. Als bildungspolitischer Sprecher
der SPD-Fraktion sehe ich natürlich auch immer, dafür alle Möglichkeiten
zu nutzen, dass nicht verausgabte Mittel für Lehrkräfte gegebenenfalls auch
für anderes Personal in Schulen verwendet werden können,
(Beifall SPD, Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE)
denn wir alle wissen doch genau, dass wir hier dringend überall Personal
brauchen und dieses Personal auch in den Schulen halten müssen. Der
Senat ist längst dabei, im Rahmen der Haushaltsaufstellung verschiedene
Optionen zu prüfen, die es den Stadtgemeinden ermöglichen würden, die