Protokoll der Sitzung vom 11.10.2023

Optionen zu prüfen, die es den Stadtgemeinden ermöglichen würden, die

ihnen landesseitig nach dem Finanzierungsgesetz für das unterrichtende

Personal zur Verfügung gestellten Mittel flexibel einsetzen zu können. Wir

brauchen Ihren Antrag also nicht, sehr geehrte Damen und Herren der FDP

und CDU.

(Abgeordnete Yvonne Averwerser [CDU]: Fragen Sie mal Bremerhaven!)

Wir lehnen ihn ab.

(Beifall SPD, DIE LINKE)

Als nächstes hat die Abgeordnete

Miriam Strunge das Wort.

So klein bin ich gar nicht.

(Heiterkeit Bündnis 90/Die Grünen)

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Der Antrag, finde

ich, ist eigentlich ganz geschickt geschrieben, denn er suggeriert, wenn

kein Geld da ist, nein, wenn keine Personen da sind – –. Entschuldigung. Er

suggeriert, wenn kein Fachpersonal in Form von Lehrkräften da ist, dann

nehmen wir eben andere Personen von anderen Professionen, die dann in

den multiprofessionellen Teams in den Schulen gut arbeiten können. Das

klingt ja erst mal eigentlich gar nicht schlecht, denn wenn die Situation so

ist, dass wir beispielsweise keine Lehrkraft haben, die Mathe und Biologie

unterrichten kann und wir stattdessen dann das Geld nehmen, um eine

Sozialarbeiterin einzustellen, dann ist das ja besser, als das Geld verfallen

zu lassen. So in der Theorie.

In der Praxis hat man jetzt natürlich mehrere Probleme. Denn erstens, die

Sozialarbeiterin kann natürlich nicht Mathe und Biologie unterrichten. Das

heißt, die Lücke ist immer noch vorhanden. Zweitens haben wir das

Problem: Wie wollen wir eigentlich die Stellen ausschreiben, die wir mit

dem Geld, das wir eigentlich für die Lehrkräfte haben, jetzt haben wollen?

Das heißt, wir haben die Möglichkeit, wir schreiben die Stelle befristet aus.

So wurde es auch in Bremerhaven gemacht. Dann ist natürlich das Problem:

Welche Fachkraft meldet sich, um diese sehr kurz befristete Stelle

anzunehmen?

Schreiben wir unbefristet aus, haben wir das Problem, dass wir doch

eigentlich die Lehrkraft, die Mathe und Biologie unterrichtet, unbedingt

haben wollen und uns wünschen, dass diese Lehrkraft im nächsten

Schuljahr dann an den Start gehen kann. Das heißt dann aber, dass das

Geld, das wir dringend für diese Lehrkraft brauchen, gerade wiederum

anderweitig gebunden ist.

Das zentrale Problem habe ich jetzt eigentlich noch gar nicht

angesprochen. Wenn wir es trotzdem alle so machen würden und

unbefristet ausschreiben würden, würden wir denn dann die Sozialarbeiterin

oder die Erzieherin an die Schule bekommen? Bei dem Fachkräftemangel,

den wir gerade haben, glaube ich, dass wir Schwierigkeiten hätten, in

größerem Umfang diese offenen Stellen zu besetzen. Das Geld würde dann

ja wieder liegen bleiben.

In Bremerhaven wurde deswegen auch ein anderer Schritt gegangen. Hier

hat man sich unterstützendes Personal an die Schulen geholt, und in dem

Senatsbeschluss heißt es genauer gesagt „pädagogisch tätiges

unterstützendes Personal“. Das heißt, es ist kein rein pädagogisches

Personal. Es kann pädagogisches Personal sein, aber pädagogisch tätig

sein kann ja eigentlich erst mal jede Person, die mit Kindern und