Protokoll der Sitzung vom 11.10.2023

verbindlich sind. Wir brauchen ein anderes Vorschulkonzept, die Erziehung

in Kindergärten und Vorschulen ist bisher zu wenig als Bildungsauftrag

begriffen worden. Wir brauchen eine Schule für die

Einwanderungsgesellschaft, wir brauchen selbstständige und

eigenverantwortliche Schulen.

Das waren dringende Forderungen von SPD-Altkanzler Gerhard Schröder

nach dem ersten PISA-Schock. Das ist inzwischen 20 Jahre her. Das

Wenigste davon wurde seitdem umgesetzt. Besonders in Bremen hat sich

wenig getan. Im nationalen Bildungsranking belegt Bremen seit

Jahrzehnten den letzten Platz.

(Beifall Bündnis Deutschland)

Ist die Bildung von multiprofessionellen Teams eine Lösung? Nein. Es ist

nur eine von vielen Möglichkeiten, die von der Bildungsbehörde bisher

leider zu wenig genutzt wurden. Dabei sind die Bremer Probleme mehr als

deutlich zu sehen.

Gerade an den Brennpunktschulen sind viele Lehrer seit Jahren überfordert.

Dort fällt besonders oft der Unterricht aufgrund der hohen Krankenstände

aus. Multiprofessionelle Teams wären mit Sicherheit eine große Hilfe.

Hamburg stieg im Bildungsranking in kurzer Zeit vom drittletzten auf den

sechsten Platz auf, unter anderem mit multiprofessionellen Teams, mit

Lernstandsvergleichen, mit kostenloser Nachhilfestundenzahlerhöhung in

den Fächern Deutsch, Lesen und Mathe, außerdem mit einer

verpflichtenden Vorschule für Kinder mit Sprachdefiziten, die bisher von

Bildungssenatorin Aulepp kategorisch abgelehnt wird.

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe von der SPD verriet in einem „buten un

binnen“-Interview, dass er täglich mit Frau Aulepp spricht – doch

anscheinend hat sie ihm bisher nicht so richtig zugehört. Vielleicht ist der

Einsatz von multiprofessionellen Teams ein Weckruf für unsere Senatorin. –

Vielen Dank!

(Beifall Bündnis Deutschland)

Als Nächstes der Abgeordnete

Professor Dr. Hauke Hilz.

Sehr geehrte Frau Präsidentin,

sehr geehrte Abgeordnete! Zurück zum Thema: Ich freue mich, dass

vonseiten der Koalition so viel eigentliche Zustimmung zu diesem Antrag

gekommen ist. Ich finde ja immer oder wir als Freie Demokraten finden ja

immer – und ich sehe das auch, wenn Sie selbst Anträge stellen –, dass so

eine kleine Aufforderung an den Senat immer hilfreich ist, um das Ganze zu

untermauern. Deswegen finden wir die Zustimmung zu unserem Antrag

durchaus gut und wichtig und richtig.

Okay, Sie werden sich jetzt einen anderen Weg aussuchen, aber wichtig und

entscheidend ist, dass wir hier gemeinsam nach Lösungen suchen und dass

wir gemeinsam hier einen Schritt weiterkommen, damit genau das, was in

der Vergangenheit immer passiert ist, nicht passiert: dass das Geld, das

eigentlich für Personal und Schule zur Verfügung steht, eben nicht dafür

genutzt wird. Ich habe das sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen.

Frau Strunge, natürlich sind die Punkte, die Sie gesagt haben, alle nicht

verkehrt, und die muss man alle abwägen. Wir wollen natürlich primär

Lehrkräfte einstellen. Das bleibt so, das soll auch so bleiben. Wir brauchen

gute, qualifizierte Lehrkräfte, und wenn wir die nicht kriegen, auch gerne

Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger oder Seiteneinsteigerinnen und