Protokoll der Sitzung vom 11.10.2023

abholen. Sie erreichen ja gerade das Gegenteil. Dieser Streit steigert die

Frustration, weil keiner weiß, woran er ist.

Anstatt die Einnahmen aus der immer steigenden CO2-Bepreisung an die

Bürgerinnen und Bürger direkt zurückzugeben mit den Mitteln, die ich eben

gerade genannt habe, wollen Sie nun irgendwie beliebige Ampelprojekte

aus dem Klima- und Transformationsfonds bezahlen. Das Resultat ist, dass

am Ende kein Geld mehr da ist, um dieses Klimageld, das Sie anstreben, zu

verteilen. Das kommt mir ehrlicherweise bekannt vor. In Bremen haben wir

so ein ähnliches Ding, dass nennt sich Klimafonds. Damit werden auch mal

eben Haushaltslöcher gestopft.

Zum Thema Klimageld muss ich sagen, dass wir das Instrument in der

Vergangenheit schon sehr kritisch betrachtet haben. Sie sagen auch, es

könnte zu einem Bürokratiemonster werden. Die Behörde und die Kanäle,

die das Geld auszahlen sollen, gibt es auch noch nicht, wurden noch nicht

benannt. Auch im Haushaltsentwurf der Bundesregierung sucht man

vergeblich nach finanziellen Mitteln. Ich frage Sie direkt: Wo ist das Geld

dafür? Vielleicht können Sie mir gleich die Antwort liefern, aber die Ampel

bleibt auch diese Antwort schuldig. Nach wie vor gibt es keine Behörde, die

das Klimageld auszahlen würde, und in der Ampel herrscht weiterhin Chaos.

Mittel- und langfristig kann es sein, dass Sie dieses Problem lösen werden.

Es gibt auch Ökonomen, die sagen, dass es möglicherweise sinnvoll sein

könnte. Wir betrachten das jedoch kritisch. Es gibt auch bei uns intern die

ein oder andere Debatte, wie das Geld verteilt werden soll. So, wie wir die

Ampel verstehen, soll jeder davon profitieren, das heißt, der Bürgermeister

würde Klimageld kriegen, der Fraktionsvorsitzende der SPD würde es

kriegen. Wir haben eher die Idee, dass das Geld bei den Menschen

ankommt, die auch tatsächlich die Hilfe brauchen. Die Frage stelle ich in

den Raum, die können Sie vielleicht gleich beantworten.

(Abgeordneter Mustafa Güngör [SPD]: Nö, das klären wir mit Herrn Imhoff.)

Sie merken, viele Punkte sind noch offen, und ich fasse zusammen: Sie sind

sich wieder einmal nicht einig auf Bundesebene,

(Abgeordneter Mustafa Güngör [SPD]: Oh ja, Einigkeit ist ja Ihre Disziplin!)

wir kriegen alles ab. Sie spüren mittlerweile die Frustration der Menschen in

diesem Land, und die Klatsche haben Sie am Sonntag bekommen, in

Hessen und in Bayern.

Klar ist, dass sich die CDU sowohl in Bremen als auch im Bund deutlich zu

einer schnellen Entlastung der Industrie und der Menschen bekennt. Wir

stehen auch hinter unserer Stahlindustrie und möchten natürlich ebenfalls,

dass wir hier die Transformation schaffen. Aber, liebe Grünen und liebe

SPD, machen Sie erst mal Ihre Hausaufgaben vor Ort, bevor Sie hier große

Töne spucken! – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

(Beifall CDU)

Als nächstes erhält der

Abgeordnete Thore Schäck das Wort.

Frau Präsidentin, sehr geehrte

Kolleginnen und Kollegen! Wir debattieren heute eine Aktuelle Stunde,

eingereicht von der Koalition, zum Thema Industriestrompreis und

Klimageld. Wir alle konnten die letzten anderthalb Jahre beobachten, wie

die Energiepreise, insbesondere die Strompreise auch und insbesondere in

Deutschland, durch die Decke geknallt sind. Energieintensive Branchen wie

beispielsweise Chemie, Stahl, Glas, Papier und viele andere können in