Protokoll der Sitzung vom 11.10.2023

Diese direkte Belastung der Bürgerinnen und Bürger wurde ja nun durch die

Koalition in Berlin endlich beendet. Es bleiben aber weiterhin Kosten, die

über den öffentlichen Haushalt entsprechend finanziert werden müssen. All

das, was man sich mit den mehr als 100 Milliarden Euro in den letzten

20 Jahren EEG geleistet hat, das wäre ja sogar noch irgendwie vertretbar,

wenn wir damit jetzt energietechnisch zumindest zu den saubersten

Ländern der Welt gehören würden, aber das Gegenteil ist der Fall. Wir

befinden uns im unteren Drittel nach Ländern wie Bolivien, nach Ländern

wie Bulgarien, Rumänien und sogar Russland.

Selbst, wenn wir uns Europa angucken, dann hat Frankreich schwankend

eine Emission von 35, 45 Gramm CO2 pro Kilowattstunde, bei der Schweiz

sind es 60 bis 70 Gramm, Belgien hat ungefähr 190, Schweden nur 10 bis

15 Gramm CO2. In Deutschland, ich habe es gestern nachgeguckt, hatten

wir live eine CO2-Emission pro Kilowattstunde von 468 Gramm.

(Abgeordneter Kevin Lenkeit [SPD]: Das andere waren Live-Daten oder Durchschnittswerte?)

Die Kernkraft mit einer CO2-Belastung von 50 bis 100 Gramm pro

Kilowattstunde aus ideologischen Gründen runterzufahren – –. Herr Rupp,

da haben Sie eben nicht recht, Sie schmeißen das Thema Endlager in einen

Topf mit dem Thema Klimabelastung. Die Stromerzeugung per Kernkraft ist

deutlich sauberer als per Kohlekraft. Wir haben bei Kernkrafterzeugung eine

CO2-Belastung von 50 bis 100 Gramm, die Meinungen gehen da

auseinander, pro Kilowattstunde. Bei Kohlekraft sind es um die 1 000

Gramm. Wir haben natürlich ein Problem mit dem Endlager. Ich war auf der

Waldorfschule, da wurde regelmäßig schulfrei gegeben, wenn die Schüler zu

einer Wendland-Demonstration gehen durften. Ich habe dann in der Zeit

was anderes gemacht.

(Abgeordneter Jan Timke [Bündnis Deutschland]: Sie sind nach Brokdorf gefahren, oder was?)

Trotzdem zeigt das doch, dass die reine Stromerzeugung per Kernkraft

deutlich sauberer ist als die per Kohlekraft, und in diesen Zeiten, wo wir

über einen hohen Strompreis sprechen, ernsthaft die Kernkraft abzustellen

wir haben in der Bundesregierung dafür gekämpft, dass es weitergeht, Sie

haben sich leider durchgesetzt, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen von

den Grünen –, in diesen Zeiten ernsthaft den Kohlestrom wieder

hochzudrehen, das zeigt noch mal, dass es Ihnen weniger um das Thema

Energieversorgung, weniger um das Thema bezahlbare Energie geht und

eben mehr um Ideologie.

(Beifall FDP)

Wir stellen fest, wir haben in Deutschland einen der schmutzigsten

Stromproduktionsstandorte in ganz Europa. Jetzt könnte man sagen,

irgendeinen Tod müssen wir sterben, die Stromproduktion ist sehr

schmutzig, deswegen ist sie zumindest billig. Aber selbst das ist ja nicht

der Fall. Die gesamte planwirtschaftliche Energiewende, so, wie sie von den

Grünen angestoßen wurde, hat in Deutschland in die heutige Energiekrise

geführt.

Dass Sie sich jetzt ernsthaft hier hinstellen, nach 20 Jahren, und sagen, das,

was Sie angestoßen haben damals durch Ihren Kollegen Jürgen Trittin, das,

was Sie verursacht haben, das müssen wir – quasi die Preise, die wir

künstlich hochgetrieben haben – jetzt mit Steuergeldern oder durch

Abgaben, durch höhere Strompreise für private Haushalte oder kleine

Unternehmen wieder künstlich runtersubventionieren, das ist eine

bodenlose Frechheit, und das gehen wir auch nicht mit!