Protokoll der Sitzung vom 11.10.2023

bodenlose Frechheit, und das gehen wir auch nicht mit!

(Beifall FDP – Abgeordneter Dr. Emanuel Herold [Bündnis 90/Die Grünen]: Und in den 16 Jahren Merkel ist nichts passiert?)

Der Industriestrompreis ist die falsche Lösung. Er würde einen zweistelligen

Milliardenbetrag bis 2030 kosten, er setzt keine Anreize zum Ausbau

erneuerbarer Energien. Er bevorteilt große Unternehmen, wo noch gar nicht

definiert ist: Was ist das eigentlich, ein großes Unternehmen, Industrie, was

heißt das? Und er sorgt für Marktverzerrung. Bei all den Debatten über

große energieintensive Unternehmen muss uns doch auch klar sein, dass

auch kleine Unternehmen, auch der Bäcker, auch der Mittelstand, große

Probleme mit hohen Strompreisen haben. Dann würde das beispielsweise

vielleicht für den energiearmen großen Betrieb gelten, aber nicht für das

Start-up mit 100 Mitarbeitern, das eine Serverfarm betreibt und horrende

Stromkosten hat. Die dürfen nicht davon profitieren. Ich bin sehr gespannt,

wie Sie diese Auswahl in Zukunft treffen wollen.

Dass das für energieintensive Unternehmen gilt wie beispielsweise Daimler

oder ArcelorMittal, das ist mir klar. Aber wir haben auch andere

energieintensive Unternehmen in Bremen, zum Beispiel Airbus und

Rheinmetall. Es würde dann übrigens auch für Rüstungsunternehmen

gelten, und ich freue mich darüber, weil wir als FDP-Fraktion mit dem

Thema Rüstung keine Probleme haben. Ich freue mich sehr darüber, dass

die Linke mittlerweile auch dahintersteht und sagt, wir brauchen günstigere

Strompreise auch für Rüstungsunternehmen.

(Beifall FDP)

Unser Vorschlag ist stattdessen ein anderer. Wo wir dabei sind, ist die

Frage: Haben wir zu hohe Strompreise? Ganz klar, die Strompreise in

Deutschland müssen runter. Müssen wir dafür sorgen, dass die Wirtschaft in

Deutschland entlastet wird, und zwar nicht nur die großen

Industriebetriebe, sondern auch die kleinen Unternehmen? Ja, ganz klar.

Ist der Industriestrompreis die richtige Antwort darauf? Nein. Die richtige

Lösung ist stattdessen eher, dass wir das, was ich vorhin angeführt habe,

dass wir die Abgaben und die Steuern in Deutschland senken. Das wäre

nämlich die marktwirtschaftliche Alternative dazu. Das bringt gleiche, das

bringt faire Entlastung und insbesondere auch eine spürbare Entlastung für

den deutschen Mittelstand, der für unsere deutsche Wirtschaft so wichtig

ist. Denn auch hier leiden viele Betriebe unter den explodierenden Strom-

und Energiepreisen.

Das würde gleichermaßen allen helfen, das ist fair, und es kommt dort an,

wo es ankommen soll, nämlich bei den großen Industrieunternehmen

genauso wie bei dem kleinen Bäcker. Es kommt beim Rentner genauso an

wie beim Studenten. Abschließend, sehr geehrter Herr Kollege Rupp, lassen

Sie mich noch sagen: Sie haben vorhin gesagt, die FDP in der

Bundesregierung sei ihr, glaube ich, drittes großes Problem. Ich fühle mich

dadurch geadelt. Das nehme ich gern so an. Ich entgegne Ihnen: Die

Menschen in Deutschland können froh sein, dass als dritter

Koalitionspartner in Berlin die FDP sitzt und nicht Ihre Linkspartei. –

Herzlichen Dank!

(Beifall FDP)

Als nächstes erhält der

Abgeordnete Volker Stahmann das Wort.

Frau Präsidentin, liebe

Kolleginnen und Kollegen, sehr verehrte Gäste! Das ist schon eine