Protokoll der Sitzung vom 07.12.2022

Minister Lauterbach hat das auch in einer Talkshow angekndigt. Ich bin gespannt. Zudem muss er fr eine ausk|mmliche Finanzierung bei den Betriebskosten sorgen. Da sind wir gespannt, was nach der gestrigen Erklärung an der Basis herauskommt.

(Vereinzelter Beifall CDU ± Zuruf Stephan Grger (SPD))

Einen weiteren Schwerpunkt im hessischen Sozialhaushalt setzen wir in der Pflege. Die Pflegestrategie bildet zuknftig die Grundlage. Wir wollen eine Pflegeinfrastruktur ausbauen, um pflegenden Angeh|rigen Untersttzung zu geben. Schlie‰lich sind es meist die Angeh|rigen, die pflegen. 80 % der Pflegebedrftigen werden immer noch und auch zuknftig zu Hause gepflegt. Deshalb wollen wir den Pflegenden, die täglich den Spagat zwischen ihrem Beruf und der Pflege bewältigen mssen, durch den Ausbau der Tages- und Kurzzeitpflege Untersttzung geben.

Damit kommen wir auch dem Wunsch vieler Pflegebedrftiger nach, m|glichst lange zu Hause wohnen zu bleiben. 10 Millionen ¼ im Doppelhaushalt sind fr das F|rderprogramm verankert. Zudem finanzieren wir auch im Doppelhaushalt die Gemeindepfleger und stellen Mittel fr die Erweiterung der gef|rderten Modelllandkreise zur Verfgung, indem wir die Pflegesttzpunkte weiter ausbauen, um pflegende Angeh|rige ber ein Case-Management vor Ort und direkt zu untersttzen.

(Vereinzelter Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

± Danke; denn der Beifall an dieser Stelle ist au‰erordentlich wichtig. Die Corona-Zeit hat uns nämlich gezeigt, wie wichtig ein gut funktionierendes Gesundheitswesen ist.

Deshalb nutzen wir die Mittel aus dem Pakt fr den |ffentlichen Gesundheitsdienst, um das Landesamt fr Gesundheit und Pflege zu etablieren. Durch klare Entscheidungswege und organisatorische Konzentration der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Landesgesundheitsamt, und zwar in der Zusammenarbeit, nicht am Arbeitsplatz, wollen

wir die Handlungsfähigkeit stärken und Entscheidungswege verkrzen.

Den dritten Schwerpunkt setzen wir durch den weiteren Ausbau der praxisintegrierten vergteten Ausbildung. 50 Millionen ¼ stehen zur Finanzierung von zusätzlich 1.400 Plätzen in den nächsten beiden Jahren zur Verfgung. Je frher wir damit anfangen, desto besser, Frau Gnadl.

(Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Neben Rekordzahlen in den Erzieherfachschulen ± die haben wir auch ± erschlie‰t die Piv-Ausbildung ganz neue Zielgruppen fr den dringend ben|tigten Erziehernachwuchs. Hier brauchen wir uns gar nicht zu streiten. Wir wollen durch die F|rderung zweier weiterer Jahrgänge mit diesen 1.400 Ausbildungsplätzen die Träger durch zusätzliche Fachkräfte untersttzen.

Meine Damen und Herren, neben den gro‰en Haushaltspositionen fr Flchtlinge, Integration, aber auch fr die Kinderbetreuung und die Beitragsfreistellung, die natrlich weiterhin in unserem Haushalt eine gro‰e Rolle spielen, spiegelt sich die breite Aufgabenstruktur wider, die das Sozialministerium abdecken muss und verantwortet.

Ich weise auf die Redezeit hin, Frau Ravensburg.

Danke, ich komme auch gleich zum Schluss. ± Beispielhaft m|chte ich zwei wichtige Punkte nennen, die eine hohe Priorität haben. Das sind einmal 22,5 Millionen ¼, die jetzt zur Rettung der Sprach-Kitas zur Verfgung stehen. Das zweite Projekt ist mir auch ein besonderes Anliegen: dass wir mit 2 Millionen ¼ das Eltern-Kind-Haus bei den Kleinen Riesen am Klinikum in Kassel mitfinanzieren, fr die Eltern chronisch schwer erkrankter Kinder, die ihre eigenen Kinder zu Hause pflegen wollen. Ich finde das ein unglaublich gutes Projekt.

Meine Damen und Herren, an diesen Beispielen erkennen Sie: Der Sozialetat ist geprägt von der Absicherung der Pflichtaufgaben. Aber wir setzen politische Schwerpunkte und Akzente. Deshalb leistet dieser Etat einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Infrastruktur und des guten Miteinanders in der Bev|lkerung in Hessen. ± Vielen Dank.

(Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Frau Ravensburg, danke sehr. ± Fr die AfD-Fraktion spricht nun Herr Richter.

Sehr geehrter Herr Präsident, meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir befinden uns im Teilhaushalt Soziales und Integration, Einzelplan 08. Wir sind da an dem Punkt, an dem die Hessische Landesregierung endlich damit aufh|ren msste, eine zutiefst fehlgeleitete und stark ideologisch geprägte Politik zu betreiben, die alle Brger unseres Landes immer mehr belastet. Sie versuchen ber Ihre Finanzpolitik, unser Land in starkem Ma‰e nach Ihren moralischen Wertvorstellungen zu transformieren. In dem

Teilhaushalt Soziales und Integration, Einzelplan 08, wird das nun berdeutlich.

Man kann an diesem Teilhaushalt erkennen, dass das Interesse der Landesregierung nicht das Wohl der Brger unseres Landes ist. Denn, wenn das so wäre, wrden Sie politisch v|llig anders vorgehen. Dann wäre Ihr Bestreben, dass m|glichst wenige Brger unseres Landes berhaupt erst in eine Notsituation kommen. Ihre Politik wäre viel mehr auf Hilfe zur Selbsthilfe aufgebaut.

(Beifall AfD)

Tatsächlich aber geben Sie immense Geldsummen dauerhaft aus und schaffen Versorgungsstrukturen, die von den Problemen leben, die zu einem nicht geringen Teil von Ihnen sogar ursächlich geschaffen oder nicht rechtzeitig beseitigt wurden. Wenn eine Landesregierung sich nicht mehr traut oder nicht mehr willens ist, die wahren Ursachen der Probleme unseres Landes anzugehen oder zumindest anzusprechen, dann ist es die Aufgabe der Opposition, genau das zu tun.

(Beifall AfD)

Leider finden wir aber weder bei der SPD noch bei der FDP und schon gar nicht bei der LINKEN beim Sozialen und in anderen Bereichen den Willen zur Konsolidierung, um genau da die Hessische Landesregierung zu kritisieren. Den Mitgliedern der SPD-Fraktion sei gesagt: Es schrt niemand Ängste, wenn die Bev|lkerung schon Ängste hat, die aufgrund der jahrelangen Mitregierung der SPD erst geschaffen wurden.

(Beifall AfD)

Es gibt die Angst vor der Corona-Pandemie, vor der Klimakrise und vor dem Klimatod. Die Menschen kleben sich mittlerweile schon auf die Stra‰e. Es tut mir leid: Wenn hier berhaupt jemand Ängste schrt, dann ist das Bestandteil Ihrer Politik.

(Beifall AfD)

Die Ursachenbenennung, geschweige denn, die Ursachenbekämpfung sind also auch im Hessischen Landtag als populistisch verp|nt. Man verleugnet, was haushaltspolitisch zwingend notwendig ist.

Wir als Mitglieder der AfD-Fraktion werden weiterhin die Ursachen ansprechen, weil wir die Zukunft unseres Landes nur dann gestalten k|nnen, wenn wir die Ursachen erkennen und L|sungen ergebnisoffen suchen. Allein diese Form der Politik wird am Ende zu einem Haushalt im Sinne unserer Brger und unserer Verfassung fhren. Das ist nicht so schwer zu verstehen.

(Beifall AfD)

Wenn man aber versucht, ber die eigene Politik die Brger unseres Landes zu erziehen, dann muss man eben wie die Hessische Landesregierung arbeiten. Sie steht sich dabei sogar noch selbst moralisch im Weg. Auf der einen Seite wird im Hessischen Landtag oft davon gesprochen, dass man alles tun wrde, um Frauen vor Gewalt zu schtzen. Man wrde ihnen jede erdenkliche Hilfe zukommen lassen. Auf der anderen Seite spiegelt sich das im Teilhaushalt Einzelplan 08 nicht ausreichend wider.

(Beifall AfD)

Nicht nur, dass man bei Gewalt gegen Frauen die Täter v|llig au‰en vorlässt. Man schaut nicht mehr genau hin, wenn die Tätergruppe nicht ins Weltbild passt.

(Beifall AfD)

Sie sind nicht einmal mehr bereit, anzuerkennen, dass Gewalt gegen Frauen zu einem Teil zum Weltbild der Menschen geh|rt, die zu uns kommen. Sie k|nnen die Gewalt aufgrund der Negierung durch die sozialistisch geprägte Regierungspolitik in Hessen sogar ungeniert ausleben.

(Beifall AfD)

Wir sprechen die Ursachen an. Es tut mir leid, dass die Mitglieder der Fraktion DIE LINKE da aufjaulen. Es gibt Grnde, warum Sie bei 2 % sind.

Schauen wir auf die F|rderung der Projekte, Ma‰nahmen und Hilfen zur Prävention geschlechterspezifischer Gewalt. Die Hessische Landesregierung ist bei diesem wichtigen Thema lediglich bereit, 2 Millionen ¼ im Jahr fr dieses F|rderprodukt zu veranschlagen. Wir, die Alternative fr Deutschland, m|chten die F|rderung der Prävention geschlechterspezifischer Gewalt um 4 Millionen ¼ aufstocken. Denn wir wollen Opferhilfe und keinen Täterschutz.

(Beifall AfD)

Übrigens schtzen Sie keine Opfer, indem Sie negieren, wer die Täter sind. Es tut mir leid. Denn eines steht fest: Durch Ihre aktuelle Migrationspolitik, die in keiner Form auch nur ansatzweise gesteuert ist, drfen Frauen, die vor Gewalt geflohen sind, in Hessen nicht auf neue Täter treffen. Somit muss der Prävention vor Gewalt ein h|herer Stellenwert eingeräumt werden.

(Beifall AfD)

Das Gleiche gilt selbstverständlich auch fr Menschen anderer sexueller Ausrichtung, die in ihrer Heimat deswegen verfolgt wurden und nichts mehr wnschen, als bei uns in Ruhe und Frieden leben zu k|nnen. Die Ursache des Leidens all dieser Menschen k|nnten Sie unterdessen mit einer zielgerichteten Migrationspolitik und einer klaren Benennung der Tätergruppen erheblich eingrenzen.

(Beifall AfD)

Sie benennen im Text der Erläuterung zu diesem F|rderprodukt durchaus die Ehrgewalt. Zumindest hier wird die Ursache fr geschlechterspezifische Gewalt von Ihnen in Teilen richtig erkannt. Da Sie darber hinaus aber nicht genau die Ma‰nahmen ergreifen, die zwingend notwendig wären, um zu verhindern, was Sie zu Recht beklagen, mssen Sie sich den Vorwurf gefallen lassen, dass Ihre Migrationspolitik ursächlicher Teil der geschlechterspezifischen Gewalt ist.

(Beifall AfD)

Ebenso verhält es sich beim F|rderprodukt ÄKommunalisierung sozialer Hilfen³. Wir sprechen ber Frauenhäuser sowie ber Beratungs- und Integrationsstellen. Auch da mssen wir mehr Geld in die Hand nehmen, um die Wirkungen Ihrer Politik auszugleichen.

(Vereinzelter Beifall AfD)

In vielen kommunalen Selbstverwaltungen fehlt es massiv an Geld. Da ist es nur folgerichtig, sie entsprechend zu untersttzen. Da erachten wir den Haushaltsansatz von rund 30 Millionen ¼ als viel zu gering. Wir wrden da um

8 Millionen ¼ aufstocken. Bei einem Haushalt, der nicht so unter Druck stehen wrde wie der aktuelle, mssten wir tatsächlich weitaus mehr Mittel zur Verfgung stellen. Denn selbstverständlich nehmen die Suchtprävention und die Suchthilfe sowie die ambulante Versorgung der Menschen mit Handicap und ihrer Familien einen enorm hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft ein.

(Beifall AfD)

Wir sehen auch bei der Hebammenversorgung einen erh|hten Bedarf. Wir wrden da um rund 1,2 Millionen ¼ aufstocken. Die von der Landesregierung veranschlagten Mittel werden unserer Meinung nach nicht ausreichen, um das Recht der Frauen auf eine Betreuung durch eine Hebamme und damit die Nachfrage nach Hausgeburten 1 : 1 abzudecken.