Es gibt viele Optionen, inklusiv und geschlechtssensibel zu sprechen. Tatsächlich ist es auch gar nicht schwer. Ich mit meinen fast 66 Jahren bin dazu fähig, die jungen Menschen sowieso und auch Menschen mit Beeinträchtigung oder Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, sind dazu wunderbar in der Lage. Sie tun so, als gäbe es auf der einen Seite eine normale Sprache, die es schon immer gab und im Duden festgeschrieben ist, und auf der anderen Seite eine gegenderte Sprache.
Sprache unterliegt schon immer einem Wandel. Wir sprechen nicht mehr wie im Mittelalter. Wir sprechen nicht einmal mehr wie vor 20 Jahren noch. Das ist Ihnen vielleicht aufgefallen. Gegendert wird im Deutschen ebenfalls immer schon, nämlich mit dem generischen Maskulinum. Wenn man sich dafür entscheidet, konservativ und ignorant zu sein und Männer als das Maß aller Dinge zu setzen, dann ist das möglich, in der Tat.
Liebe CDU-Kolleg:innen! Ihr Anti-Gender-Feldzug ist an Erbärmlichkeit und Inhaltsleere wirklich nicht zu überbieten.
(Beifall bei der LINKEN, der SPD und den GRÜNEN – Dennis Thering CDU: Das se- hen die Hamburger anders! – Lachen bei der AfD)
Es gibt keinen Zwang zur inklusiven Sprache, auch wenn Sie das immer wieder suggerieren wollen. Die Einzigen, die hier Sprachpolizei spielen, mit Verboten um die Ecke kommen und Bücher verbieten wollen, sind die AfD-Frauen und -Männer. Mit denen wollen Sie sich gemein machen? Prüfen Sie das noch einmal.
Ich kann nur sagen, bei mir – und ich gehe davon aus, dass es vielen so geht – weckt das sehr, sehr düstere Erinnerungen. – Vielen Dank.
In allen Umfragen, sogar parteiübergreifend, hat die Gendersprache keine Zustimmung, keine Mehrheit. Im Gegenteil, die Gendersprache wird abgelehnt.
Diese Frage müssen sich die Regierungsfraktionen hier wirklich einmal gefallen lassen: Wie kann es sein, dass Bürgerinnen und Bürger zu einer Gendersprache gebracht werden sollen?
Ich würde gern zum Schluss kommen. Daher sollte niemand dazu gezwungen werden, eine Gendersprache zu verwenden.
Sehr geehrter Präsident, liebe Kollegen! Ich wollte in diese Debatte eigentlich nicht hineingehen, weil ich sie ehrlich gesagt wirklich überflüssig finde, denn Gendern wird ja nicht verboten. Aber wenn ich das hier höre, was von den LINKEN kommt, muss ich leider doch noch einmal hineingehen, weil ich finde, wenn man indirekt versucht, Menschen zu beeinflussen … Da finde ich schon, Frau Stöver, dass da auch Schule und Universität sehr wohl dazugehören. Denn welcher Schüler, Schülerin meinetwegen auch gern, fühlt sich nicht beeinflusst, wenn die Lehrer das zur Ultima Ratio machen? Das kann mir keiner erzählen, dass ein Schüler oder eine Schülerin sich denkt: Oh, das muss ich jetzt auch machen.
Ich finde, wir sollten daraus jetzt nicht so ein großes Ding machen, hier wieder so eine Bevormundungspolitik betreiben und dann sagen, wer dagegen sei, der müsse jetzt schon wieder einmal rechts sein. Können wir damit nicht vielleicht einfach einmal aufhören?
(Ivy May Müller GRÜNE: Wir haben den An- trag nicht gestellt! – Sabine Boeddinghaus DIE LINKE: Nach rechts bewegen, ja, tun Sie!)
Wir haben eine wunderbare Sprache. Grammatik steht einfach aufgeschrieben. Die sollten wir, finde ich, auch nicht verändern. Wenn es dann Menschen gibt, die sich ausgeschlossen fühlen oder die gern gendern wollen, Herrgott, dann sollen sie es doch bitte schön tun. Die, die es nicht wollen, die sollen es lassen. Aber wir müssen doch jetzt hier nicht eine Spaltungsdebatte führen, in der von Ihnen jetzt kommt …
Kann ich vielleicht den ansprechen oder die ansprechen, die ich ansprechen möchte, ohne dass mir die LINKEN sagen, mit wem ich reden soll?
Ich finde, wenn Sie hier sagen, es wäre altmodisch, und der CDU vorwerfen, sie würden sich jetzt zu sehr wieder nach rechts bewegen, kann man das schon einmal kritisieren. Nein, das tun sie damit nicht.
Wenn Sie mich da gleich wieder mit in eine Tüte stecken wollen, dann ehrt mich das ja nur, aber ich halte es für falsch.
Ich finde, wir sollten hier keine moralischen Debatten auf diesem wirklich minderwertigen Niveau führen. Ich finde, jeder kann tun, was er will, und Ende der Durchsage. – Vielen Dank.
Verehrtes Präsidium, meine Damen und Herren! Frau Müller, ich weiß nicht, wie viel Sie im Biologieunterricht mitbekommen haben.
Ich habe selbst vier Kinder geboren, und ich habe nie eine männliche Wöchnerin auf der Geburtsstation gesehen.
Nach Finnisch, Chinesisch und Japanisch gehört Deutsch zu den am schwierigsten zu erlernenden Sprachen der Welt. Das liegt vor allem an der komplizierten Grammatik. Es ist daher für unsere Kinder schon schwer genug, ob ohne oder mit Migrationshintergrund, sich das Ganze einzuprägen. Kommen jetzt noch Gendersternchen, Binnenstriche, Schräg- und Unterstriche sowie Doppelpunkte dazu, entsteht nur eins: Chaos und Verwirrung. Die Genderschreibweise steht zudem im Widerspruch zur amtlichen Rechtschreibung. Daher dürfte sie in keinem einzigen Lehrbuch oder Arbeitsheft auftauchen und natürlich auch nicht an den Schulen gelehrt werden.