Infolgedessen, glaube ich, wäre es schon angebracht, dass Sie eventuell Ihren Ideologiebegriff noch einmal überdenken. Vor allem dahingehend, weil Sie – das hat auch Frau Treuenfels zum Beispiel gemacht – uns hier darstellen als Akteur:innen, die sich dafür aussprechen, dass es eine freie Entscheidung sein sollte, ob man gendert oder nicht, und dass wir hier sozusagen eine Verbotspolitik betreiben. Um noch einmal Sachlichkeit walten zu lassen: Ich glaube aber, dass es sinnig ist, sich zu überlegen, wer hier gerade einen Antrag stellt, um ein Verbot durchzuführen, und wer nicht. Denn Sachlichkeit wäre in dieser Debatte doch ange
Herr Präsident, werte Kollegin! Das Bundesverfassungsgericht mag zwar ein Urteil darüber gesprochen haben, wie wir zum Beispiel mit intersexuellen Menschen umzugehen haben, und hat sich entsprechend zu einem amtlichen
entschuldigen Sie bitte –, zu einem amtlichen Geschlechtereintrag geäußert. Was das Bundesverfassungsgericht
aber nicht gemacht hat und auch kein Gericht der Welt machen kann, weil kein Gericht über naturwissenschaftliche Tatsachen entscheiden kann, ist, die Zweigeschlechtlichkeit der menschlichen Spezies zu negieren.
Entschuldigen Sie bitte, Sie sind doch angeblich die Partei der Wissenschaft. Sie haben sich doch hier immer geriert.
Listen to the science. Frau Jasberg, listen to the science. Schauen Sie noch einmal ins Biologielehrbuch hinein. Es gibt Menschen mit einem XXChromosom. Es gibt Menschen mit einem XYChromosom. Das bezeichnen wir auch als Männer und Frauen. Alles andere, Frau Jasberg, sind Fehlbildungen im Promillebereich.
Ich habe gerade das Wort, um hier die Sitzungsleitung in die Bahnen zu leiten, und dann müssen Sie nicht dazwischenblöken.
dass Sie den parlamentarischen Sprachgebrauch bitte wahren müssen. Das gilt auch im Zusammenhang mit Herabwürdigung von Personen.
Ich möchte allerdings doch meine letzten Sekunden nutzen, um zu sagen, es geht nicht darum, dass ich hier Personen herabwürdigen will.
(Jennifer Jasberg GRÜNE: Aber das tun Sie doch gerade! Setzen Sie sich doch mal! – Zurufe: Oh! Doch!)
Das zu verharmlosen und so zu tun, als ob das eine neue Geschlechtskategorie wäre, ist schlicht und ergreifend falsch.
(Zuruf: Unglaublich! – Zuruf: Und dann wun- dern Sie sich, wenn man Sie menschenver- achtend nennt!)
Meine Damen und Herren! Das kommt mir als eine sehr typische deutsche Debatte vor, die wir hier gerade führen. Ich glaube, die AfD hat sich gerade sehr klar geäußert, dass es ihr überhaupt nicht um die Sprache geht, sondern um etwas anderes, nämlich um ein Menschenbild. Ich glaube, dass wir das alle gemeinsam zurückweisen sollten.
(Beifall bei der SPD, den GRÜNEN, der LIN- KEN und bei Sami Musa und Anna-Elisa- beth von Treuenfels-Frowein FDP, beide fraktionslos)
Herr Walczak, ich weiß nicht, wann Sie zuletzt in ein Biologiebuch geguckt haben, aber die Schulen, die wir haben, die wissen genau, wie die gesellschaftliche Realität ist. Ich bin sehr froh, dass wir auch in diesem Parlament Menschen verschiedenster Binaritäten haben.
(Beifall bei der SPD, den GRÜNEN, der LIN- KEN und bei Sami Musa und Anna-Elisa- beth von Treuenfels-Frowein FDP, beide fraktionslos)
Vielleicht können wir das Ganze ein bisschen versachlichen, wenn Sie gerade von Wissenschaft sprechen.
Frau Petersen, ich bin sehr erstaunt, da Sie ja einen gewissen slawischen Hintergrund haben, dass Ihnen nicht bekannt ist, dass in jeder slawischen Sprache jedes Verb in drei Geschlechtern vorkommt. Das heißt, Sie können in jeder slawischen Sprache sofort wissen, ob ein Mann, ein Neutrum oder eine Frau etwas getan hat, also zum Beispiel getrunken,