Protokoll der Sitzung vom 25.09.2008

(Zurufe von Egbert Liskow, CDU, und Stefan Köster, NPD)

die Methoden sind etwas raffinierter geworden, doch die Zustände erinnern sehr stark an die Hexenverfolgungen des Mittelalters.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Ja. – Helmut Holter, DIE LINKE: Das hatten wir heute schon mal.)

Die HDJ beschwert sich nicht. Sie weiß, im Leben wird einem selten etwas geschenkt, und gerade die Freiheit muss immer erkämpft werden.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Reichspogromnacht, wissen Sie, was das ist? Dafür sind Sie verant- wortlich. – Zuruf von Angelika Peters, SPD)

Die Freiheit fordert sie für ihr Vaterland ein.

(Zuruf von Dr. Wolfgang Methling, DIE LINKE)

Deutschlands Unabhängigkeit ist ihr Ziel in einem Eu ropa der freien Völker und Gedanken.

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktion der NPD)

Sie fordert die Freiheit ein, nach deutscher Art und Weise leben zu können und zu dürfen.

(Irene Müller, DIE LINKE: Schreien Sie vor jungen Leuten auch so rum?)

Da die BRD nur den Schein von Werten und Volksherrschaft vorgaukelt, muss sich volkstreue Jugendarbeit als Gegengewicht zum liberalistischen Zeitgeist auszeichnen. Die Treue zur Heimat und zum Volk ist nicht nur Parole, sondern heißt in der HDJ auch, in Schmach und Schande zu seinem Lande zu stehen.

Zur kinder- und jugendgemäßen Erziehung gehören selbstverständlich auch der Spaß und das Ausleben des jugendlichen Übermuts.

(Reinhard Dankert, SPD: Ja. – Dr. Margret Seemann, SPD: Als Drill, ne?! – Zurufe von Angelika Peters, SPD, und Helmut Holter, DIE LINKE)

Ohne wahre Freude und Begeisterung am Fahrtenleben durch ihre Mitglieder jenseits von Computer- und Discowelt wäre die HDJ nicht denkbar.

(Zuruf von Helmut Holter, DIE LINKE)

In der HDJ müssen die Eltern ihre Kinder nicht zwingen, denn wer einmal das Wagnis HDJ zum Erlebnis werden ließ, der fühlt sich sofort zu Hause.

(Reinhard Dankert, SPD: Na klar, das wollen Sie ja auch. – Volker Schlotmann, SPD: So sehen Sie auch aus!)

Es ist die Heimat, die die BRD nicht bieten kann,

(Reinhard Dankert, SPD: Ich habe das Herrn Köster schon angeboten, sich eine Insel zu kaufen, die unbewohnt ist. Da können Sie das dann treiben.)

da die HDJ den Menschen nach lebensgesetzlichen Prinzipien so anerkennt, wie ihn Erbwelt

(Dr. Wolfgang Methling, DIE LINKE: Erbwelt, aha! – Zuruf von Irene Müller, DIE LINKE)

und Umwelt geprägt haben. Dabei fordert sie die Gemeinschaft ein, bei dem sich das Ich im Wir einbringen kann.

(Dr. Wolfgang Methling, DIE LINKE: Aha!)

Die besonderen Fähigkeiten des Einzelnen fördert die HDJ nach ganzen Kräften, um sie der kleinen Gemeinschaft HDJ und später der großen Gemeinschaft Volk zur Verfügung stellen zu können.

(Dr. Wolfgang Methling, DIE LINKE: Sie belegen sehr gut die Gefährlichkeit dieser Truppe.)

Letztlich sieht die HDJ ihr Erziehungsziel darin, bewusste und selbst denkende Menschen heranzubilden, die ihr Weltbild ohne bundesrepublikanische Scheuklappen selbstständig entwickeln,

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Das kann man nicht mehr hören! – Angelika Peters, SPD: Das glauben Sie doch selber nicht! – Zuruf von Barbara Borchardt, DIE LINKE)

die den Mut haben, in Zeiten geistiger Verwirrung klar zu erkennen,

(Zurufe von Angelika Peters, SPD, und Barbara Borchardt, DIE LINKE)

was falsch und schändlich für das Vaterland ist.

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktion der NPD – Irene Müller, DIE LINKE: Sie verteidigen sich doch auch mit der Waffe, wenn es sein muss. – Zurufe von Dr. Norbert Nieszery, SPD, Angelika Peters, SPD, und Barbara Borchardt, DIE LINKE)

Meine Damen und Herren, im Ältestenrat wurde eine Aussprache mit einer Dauer von 60 Minuten vereinbart. Ich sehe und höre keinen Widerspruch, dann ist das so beschlossen. Ich eröffne die Aussprache.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Markige Männer.)

Das Wort hat der Abgeordnete Herr Ritter von der Fraktion DIE LINKE.

(Michael Andrejewski, NPD: Ein Loblied auf die FDJ. – Stefan Köster, NPD: Jetzt kommt der kleine Pionier. – Dr. Wolfgang Methling, DIE LINKE: Herr Borrmann, der könnte das doch singen.)

Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Stellen wir uns mal einen Augenblick lang vor,

(Stefan Köster, NPD: Wo ist denn Ihr Halstuch?!)

wir sind im Ferienlager.

(Michael Andrejewski, NPD: Im FDJ-Lager.)

Der lustige Herr Bormann mit der großen Propellerfliege am Hals singt mit den Kindern fröhliche Lieder.

(Heiterkeit bei Abgeordneten der Fraktionen der SPD, CDU und DIE LINKE – Zuruf von Dr. Norbert Nieszery, SPD)

Der im Zweikampf erfahrene Herr Köster lädt ein zum sportlichen Wettkampf.

(Stefan Köster, NPD: Das ist doch in Ordnung. – Zuruf von Angelika Peters, SPD)

Der kleine Trommler Herr Müller übt mit den Kindern Topfschlagen.

(Heiterkeit bei Abgeordneten der Fraktionen der SPD, CDU und DIE LINKE)

Der gute Onkel Pastörs liest Märchen vor.

(Raimund Borrmann, NPD: Über Raubritter vielleicht.)

Die Bücher hat er sich bei seinem Freund Andrejewski aus dessen Volksbücherei ausgeliehen.

(Dr. Wolfgang Methling, DIE LINKE: Ja. – Raimund Borrmann, NPD: So ist es auch. – Zuruf von Stefan Köster, NPD)

Und schließlich kommt noch der Ladenbesitzer Lüssow und bringt den Jungen und Mädel schicke Hemden und Blusen.