Mentale Gesundheit dient der Steuerung der emotionalen Aspekte einer Transformation. Psychosoziale Beratung auch mit digitalen Anteilen in der Unterstützung gibt den Studierenden die nötige Orientierungs-, Planungs-, Entscheidungs- und Bewältigungshilfe. Wir Freien Demokraten wollen, dass Studierende die nötige Selbstbestimmung zurückgewinnen und ihre Freizeit, Entschuldigung,
Im Ältestenrat wurde eine Aussprache mit einer Dauer von bis zu sechsmal acht Minuten vereinbart. Ich sehe und höre dazu keinen Widerspruch, dann ist das so beschlossen. Ich eröffne die Aussprache.
Ums Wort gebeten hat für die Landesregierung die Ministerin für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten Frau Martin.
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Zeit des Studiums kann eine der aufregendsten und bereicherndsten Phasen des Lebens sein. Lernen, leben und andere Menschen kennenlernen und, ja, auch Freizeit, das aber oft in ungewohnter Umgebung, all das gehört zum Studium dazu.
Das Studium kann aber auch eine Zeit von Stress und Unsicherheit sein. Studierende haben in MecklenburgVorpommern und in ganz Deutschland in den vergangenen Jahren starke Belastungen erlebt. Sie waren eine der Bevölkerungsgruppen, die am stärksten unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie gelitten haben und betroffen waren: statt Hörsaal oder Seminarraum allein zu Hause und digital in kleinen Kacheln am heimischen Computer, kaum studentisches Leben und für viele auch finanzielle Sorgen, denn der Nebenjob in der Kneipe oder im Kino war auch weg. Ich habe in dieser Zeit Studierende getroffen, die mir gesagt haben, sie sind im 4. Semester, haben aber noch nie eine Universität von innen gesehen.
Gut, dass diese Zeit zu Ende ist, Studierendenpräsenz wieder vollumfänglich möglich ist. Das ist wichtig und auch gut so.
Wir wissen heute, dass diese Zeit für sehr viele Studierende schwere Auswirkungen auf ihr Studium hatte und, ja, auch auf ihre mentale Gesundheit. Vereinzelung und Einsamkeit wegen Online-Lehrveranstaltungen und finanzieller Sorgen zeigen ihre Wirkung. Die Anzahl psychischer Erkrankungen bei jungen Erwachsenen ist besorgniserregend gestiegen in den letzten Jahren, insbesondere bei Studierenden. Das hat auch die Umfrage des Zentrums für Psychologische Psychotherapie der Universität Greifswald unter Studierenden während der Pandemiephase gezeigt. 48 Prozent der jungen Menschen hatten weniger Freude am Studium. 60 Prozent fühlten sich durch die Pandemie belastet und 20 Prozent der Befragten wünschten sich eine psychotherapeutische Beratung und Behandlung.
Auch die Studierendenwerke in Mecklenburg-Vorpommern haben im März 2021 eine Befragung unter den Studierenden durchgeführt. Ähnliches Bild hier: 52 Prozent der Befragten haben angegeben, dass sie einen erhöhten Bedarf an psychosozialer Beratung hätten. Es ist deshalb gut, dass wir dieses Thema heute hier auch im Landtag diskutieren. Und es hat ja auch bereits – und das haben
wir gerade auch gehört – in der Anhörung im Januar im Ausschuss eine wichtige Rolle gespielt. Es besteht Handlungsbedarf, und zwar auf mehreren Ebenen. Und da sind wir uns ja auch einig.
Psychische Gesundheit ist nicht allein ein individuelles Problem, sondern wird auch von strukturellen Faktoren beeinflusst, meine sehr geehrten Damen und Herren. Diskriminierung und Vorurteile etwa können sich auf die psychische Gesundheit von Studierenden auswirken, insbesondere bei Minderheiten oder Studierenden mit Behinderung. Hochschulen müssen deshalb sicher und inklusiv sein und die Bedürfnisse aller Studierenden, unabhängig von ihrer Herkunft oder Identität, berücksichtigen.
Dem haben sich viele unserer, oder eigentlich alle, dem haben sich alle unsere Hochschulen im Land verschrieben. Sowohl unsere Hochschulen als auch die Studierendenwerke widmen sich dem Thema „psychische Gesundheit der Studierenden“ bereits intensiv. Nach dem Landeshochschulgesetz und dem Studierendenwerksgesetz M-V obliegt die soziale Betreuung von Studierenden den Studierendenwerken. Die Hochschulen wirken dabei mit.
Hinzu kommen in Greifswald ambulante Beratungsmöglichkeiten des dortigen Zentrums für psychiatrische Psychotherapie, des ZPP. Und an dieser Stelle möchte ich mal ganz herzlich Danke sagen an dieses ZPP, an Frau Professorin Brakemeier und ihr Team in Greifswald, weil die haben in der Zeit der Pandemie ein enormes Engagement gebracht, sich um die psychische Gesundheit in dieser schweren Zeit, um die Studierenden zu kümmern. Und das machen sie auch heute noch, übrigens auch digital, weil auch das ein Teil des Antrages ist.
Das ZPP ist Teil der psychotherapeutischen Ausbildung im Land. Ab dem kommenden Semester wird dort auch der Masterstudiengang angeboten werden können. Aber klar ist natürlich auch, dieses ZPP kann natürlich keinesfalls den gesamten Mehrbedarf, der auftritt, an psychosozialer Betreuung auffangen. Das wäre nicht leistbar, aber das ist auch sachlich überhaupt nicht angemessen.
Sehr geehrte Damen und Herren, gerade Probleme, die unmittelbar mit dem Studium zusammenhängen, gehören in erster Linie in die Studienberatung der Hochschulen und sollten dort auch bearbeitet werden, bevor sie therapeutisch oder sogar medizinisch relevant werden. Die Hochschulen haben bereits ihre Schlüsse aus der schon erwähnten Studierendenbefragung zur psychischen Gefährdungsbeurteilung gezogen und haben das studentische Gesundheitsmanagement in den Fokus gerückt.
An der Uni Rostock beispielsweise spielen dabei psychische Aspekte in den zurückliegenden Semestern eine besonders große Rolle. Mitarbeitende können hier auch zu dem Thema „psychische Gesundheit“ geschult werden. Auch an der Hochschule Neubrandenburg wird die psychische Gesundheit und mentale Stärkung Studierender im studentischen Gesundheitsmanagement be
Doch nun auch zu den Studierendenwerken Rostock, Wismar und Greifswald, die mit ihren psychosozialen Beratungsstellen im Land die Hauptakteure der psychosozialen Beratung und Hilfe von Studierenden sind: Sie haben dem Ministerium bereits sehr deutlich ihren gewachsenen Bedarf angezeigt. Das wird selbstverständlich auch Thema in den anstehenden Haushaltsverhandlungen sein. Diese laufen jetzt gerade erst an und das wird ja dann auch sehr bald hier das Hohe Haus erreichen, dieses Thema.
Aber, sehr geehrte Damen und Herren von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN und von FDP, diese Haushaltsverhandlungen werden wir ja noch führen. Insofern ist das jetzt nicht der Ort hier heute, sondern dann zu gegebener Zeit,
und da, bin ich mir ganz sicher, wird das Thema „psychosoziale Beratung der Studierendenwerke“ eine ganz gewichtige Rolle spielen. – Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.
Also, Frau Ministerin Martin, zum Redebeitrag gibt es einen Antrag auf Kurzintervention seitens der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.
Frau Ministerin, ich suche jetzt gerade nach einem Wort, was nicht zynisch ist, weil ich es nicht so stark formulieren wollte, aber es hat mich getroffen, weil Sie gesagt haben, das ZPP – und ungefragt macht das eine gute Arbeit und eine sehr wichtige Arbeit, ein tolles Zentrum –, Sie haben gesagt, dass die einen großen Beitrag bei eben genau dieser Studierendenbetreuung leisten, die wir jetzt hier in dem Antrag zur Sprache bringen. Und das finde ich deswegen so einen Moment, wo ich vorhin zur Frage hingelaufen bin, weil genau dieses Zentrum einen temporären Aufnahmestopp jetzt verhängt hat, weil sie keine Kapazitäten mehr haben für diese Studierenden.
Und dann verstehe ich auch nicht, warum Sie mit der Haushaltsberatung sozusagen jetzt dann hier aufwarten, wenn da im Antrag steht, aus dem MV-Schutzfonds Mittel zu nehmen jetzt kurzfristig, weil offensichtlich die Bedarfe so hoch sind, dass temporäre Aufnahmestopps verhängt werden.
Und als letzter Punkt, es ist ja auch nicht sofort eine therapeutische Betreuung. Die psychosoziale Beratung ist das nicht, sondern das ist noch mal ein anderes System, darauf werde ich dann aber wahrscheinlich in der Rede zu sprechen kommen müssen.
Noch mal, ich glaube, wir sind uns einig, das ZPP macht da eine hervorragende Arbeit. Und ja, der Bedarf ist hoch und so stark gewachsen, dass wir dort nicht nur vom ZPP, auch von denen, aber natürlich auch von den Studierendenwerken diesen Mehrbedarf angezeigt bekommen haben. Es gibt ja, also für mich ist es wichtig, dass wir eine langfristige Lösung finden. Mit kurzfristig befristeten Stellen, das könnte sogar sehr, sehr schwierig werden, weil dann fängt man eine Therapie an und die muss dann abgebrochen werden, wenn diese,