Kolleginnen und Kollegen, ich bin nur ganz kurz noch mal hier am Redner/-innenpult, weil ich nachfragen muss: Sie wollen tatsächlich unseren Antrag, der klarstellend ist, die Rechtslage zur EU-Gentechnik, nicht in Ihren übernehmen? Weil – ich sage es nur mal ganz kurz noch mal – es dürfen keine Ziele formuliert werden, mit denen beabsichtigt wird, die jeweils aktuellen Standards der Gentechnikregulierung der EU zu unterschreiten. Und das bedeutet im Moment, jede gentechnisch veränderte Pflanze muss, bevor sie hier bei uns angebaut oder genutzt werden kann, von der EU genehmigt werden. Und das ist für Sie kein Standard?
Werte Kollegen, ich trete noch mal ans Rednerpult, weil ich glaube, wir haben über eine ganze Menge geredet, aber wir sind nicht wirklich auf den Punkt gekommen.
Und, Frau Rahm-Präger, Sie haben wirklich unglaublich viele kleine Ansätze und Ideen hier in den Raum gebracht. Sie sprachen von irgendwelchen Wels-Burgern, also weiß nicht,
wir reden doch hier eigentlich um das große Problem, vor dem wir eigentlich stehen – wir als Menschheit, von mir aus auch, wenn Sie es gerne global betrachten wollen –, und dieses Problem ist die Überbevölkerung. Die Kapazitäten dieser Erde sind wie die Kapazitäten jedes Ökosystems begrenzt, und wir haben bald zehn Milliarden Menschen auf der Erde. Und wie Sie richtig sagen, alleine in Afrika und in Asien wollen zwei Milliarden Menschen einen zumindest im Ansatz ähnlichen Lebensstandard haben, so, wie Sie ihn pflegen: mit einem Smartphone,
mit einem eigenen Auto, mit einem eigenen Haus, mit einem Urlaub. Und das ist doch das Kernproblem, vor dem wir hier stehen, dass die Ressourcen für diese Menge Menschen einfach nicht ausreichen, und wir reden hier über irgendwelche kleinteiligen Ansätze, dass wir das Problem eventuell mit Proteinen aus irgendwelchen Pilzen oder so weiter … Nein, diese Probleme, diese Probleme werden in den Ländern gelöst werden müssen vor Ort. Afrika muss seine Probleme selber lösen, nicht Deutschland löst die Probleme von Afrika.
Sie sprechen davon, dass Sie Hunderttausende Hektar von Anbauflächen für Nahrungsmittel aus der Produktion nehmen wollen, weil Sie glauben, dass Sie global das Klima retten damit. Und die Nahrungsmittel, die da produziert werden müssen, die müssen irgendwo herkommen. Und die kommen eben aus den Ländern, wo Sie hier gerade in den Raum werfen, wir beuten die aus. Warum beuten wir die denn vielleicht aus?! Weil wir hier aus der eigenen Produktion aussteigen, im Glauben, dass das ja irgendjemand anders für uns erledigen kann
Noch mal, Europa löst nicht die Probleme dieser Erde. Deutschland löst die Probleme dieser Erde auch nicht.