Die Landesregierung begrüßt daher, dass inzwischen mehr als die Hälfte aller Tageszeitungen in Nordrhein-Westfalen Zeitungsprojekte für Schulen anbietet. Die Landesregierung hat gemeinsam mit dem Zeitungsverlegerverband NRW im vergangenen Jahr das Projekt „Zeitung 4 You“ – wir schreiben jetzt immer die Ziffer 4, Herr Keymis – aufgelegt.
Etwa 33.000 Schüler der neunten Klasse von Hauptschulen wurden über mehrere Wochen täglich und gratis mit den örtlichen Lokalzeitungen beliefert.
Begleitende Studien zeigen: Schon eine halbe Stunde Zeitunglesen pro Tag hat einen messbar positiven Einfluss auf das Allgemeinwissen, die Lesefähigkeit und ganz generell auf den Umgang mit Informationen.
Es ist unstrittig, dass solche Fähigkeiten in einer Wissensgesellschaft immer mehr an Bedeutung gewinnen. Ich unterstreiche gerne, dass ich es auch als eine Einengung betrachte, wenn man nicht mehr so viel hört – sprich: Radio –, wenn man nicht mehr so viel liest – sprich: Zeitung – und sich stattdessen nur noch Bilder im Fernsehen beguckt.
Guter Journalismus lebt von gut ausgebildeten Journalisten. Bei uns in Nordrhein-Westfalen gibt es viele Wege in diesen Beruf. Auch das zeigt die Antwort auf die Große Anfrage.
So haben zum Beispiel die Hochschulen in Nordrhein-Westfalen ihr Ausbildungsangebot in diesem Feld in den vergangenen zwei Jahren deutlich erhöht. In der Antwort auf die Große Anfrage vor zwei Jahren waren 16 Hochschulen aufgeführt, die entsprechende Studiengänge anboten. Heute sind es 26 Hochschulen. Insbesondere zusätzliche Fachhochschulausbildungen haben das Spektrum erweitert, sodass insgesamt 60 Studiengänge in Nordrhein-Westfalen im Bereich Journalismus absolviert werden können. Das Spektrum reicht vom klassischen Journalistikstudium über Mediendesign bis hin zu Sportpublizistik.
Da die Berufsbezeichnung „Journalist“ nicht geschützt ist, gibt es keinen vorgeschriebenen Ausbildungsweg. Derzeit haben 68,8 % der Journalisten einen Hochschulabschluss. Rund ein Viertel hat kommunikationswissenschaftliche Fächer studiert, 14 % eine Journalistenschule absolviert.
Die Landesregierung weiß um die große Bedeutung der Printbranche für unser Land und unternimmt alles in ihren Kräften Stehende, um ihr in Nordrhein-Westfalen auch in Zukunft gute Entwickungsperspektiven zu ermöglichen. Deshalb haben wir mit dem Zeitungsverlegerverband auf Landes- wie auf Bundesebene eine intensive Zusammenarbeit vereinbart.
In den kommenden Monaten werden wir ausgiebig Gelegenheit haben, alle aktuellen medienpolitischen Fragen intensiv zu diskutieren. Damit meine ich zum Beispiel die Jahreshauptversammlung der nordrhein-westfälischen Zeitungsverleger am 26. April in Remscheid-Lennep, und damit ich natürlich das diesjährige Medienforum in Köln vom 18. bis 20. Juni. Dieses Medienforum wird
sich nicht nur intensiv mit der Mediensparte Print beschäftigen, sondern auch mit dem Zusammenwachsen der verschiedenen Medien und Informationskanäle. Diesen Diskussionen sieht die Landesregierung schon heute mit großer Spannung entgegen.
Vielen Dank, Frau Ministerin. – Meine Damen und Herren, ich habe keine weiteren Wortmeldungen vorliegen. – Dem widersprechen Sie nicht. Damit schließe ich die Beratung und stelle fest, dass die Große Anfrage 3 der Fraktion der SPD erledigt ist.
Ich entlasse Sie jetzt nach Hause und wünsche Ihnen ein schönes Wochenende mit möglichst wenigen Terminen und mehr Zeit für die Familie.
Damit Sie nicht in Versuchung kommen, überhaupt nicht mehr wiederzukommen: Die nächste Sitzung findet statt am Mittwoch, 28. März 2007, 10 Uhr, hier an gleicher Stelle.