Protokoll der Sitzung vom 19.01.2011

(Zuruf von der CDU: So ist es! – Rüdiger Sagel [LINKE]: Faktenfreier Unsinn!)

Die CDU-Fraktion teilt diese Bewertung.

(Rüdiger Sagel [LINKE]: Weil Sie keine Ah- nung haben!)

Deswegen lehnen wir sowohl den Gesetzentwurf als auch den vorliegenden Antrag der Fraktion Die Linke ab.

(Zuruf von Gunhild Böth [LINKE])

Verehrte Kolleginnen und Kollegen, die Partei Die Linke ist nicht nur eine populistische Protestpartei.

(Rüdiger Sagel [LINKE]: Das sind Sie doch!)

Bei ihr versammeln sich große Teile des linksextremistischen Lagers,

(Zuruf von Rüdiger Sagel [LINKE])

die außerhalb der freiheitlich-demokratischen

Grundordnung stehen.

(Michael Aggelidis [LINKE]: Wie oft haben Sie das Grundgesetz eingeschränkt und Grundrechte abgeschafft!)

Im Osten ist Die Linke die direkte Nachfolgerin der für Unterdrückung und Bespitzelung verantwortlichen SED.

(Zuruf von der CDU: Hört, hört! – Michael Aggelidis [LINKE]: Asylrechtsabschaffung!)

Im Westen – sprich: bei uns – ist Die Linke auch ein Sammelbecken linksextremistischer Sektierer. Erklärtes Ziel der Linken ist es nach wie vor, unsere

freiheitlich-demokratische Grundordnung und die soziale Marktwirtschaft zu beseitigen.

(Zuruf von Rüdiger Sagel [LINKE])

Zahlreiche Kräfte der Linken zielen auf die schleichende Wiederbelebung eines totalitären Staatssozialismus, der 1989 mit der friedlichen Revolution kläglich gescheitert ist.

(Rüdiger Sagel [LINKE]: Sind Sie noch ge- scheit? – Bärbel Beuermann [LINKE]: Was soll das denn?)

Im Staatssozialismus der DDR überwogen Unfreiheit, mangelnde Rechtsstaatlichkeit und offenkundige Verbrechen.

(Rüdiger Sagel [LINKE]: Ist ja unglaublich, was Sie hier erzählen! Unverschämt!)

Die Linke Gesine Lötzsch bekennt sich ausdrücklich zum Kommunismus. In den letzten Stunden ist der Büroleiter der Gesine Lötzsch als Stasi-Spitzel identifiziert worden.

(Zuruf von der CDU: Hört, hört!)

Dies ist eine unglaubliche und verantwortungslose Verhöhnung der Opfer des Stalinismus.

(Beifall von der CDU – Zuruf von Rüdiger Sagel [LINKE])

Deswegen erwartet die CDU-Fraktion sowohl von der Ministerpräsidentin als auch von unserer Schulministerin Sylvia Löhrmann als auch natürlich von Herrn Minister Jäger eine klare Abgrenzung dieser Position.

Die Linke Lötzsch ist für einen demokratischen Sozialismus nach dem Muster eines Staatssozialismus.

(Gunhild Böth [LINKE]: Quatsch! – Rüdiger Sagel [LINKE]: Quatsch, was Sie da erzäh- len!)

Der ist aber mit dem Demokratiebegriff des Grundgesetzes unvereinbar. Wer nach der Überwindung des politischen Systems der Bundesrepublik

Deutschland strebt, wer einer skandalösen Kommunismussehnsucht das Wort redet, kann nicht erwarten, dass diese Bestrebungen vom Verfassungsschutz nicht beobachtet werden.

(Beifall von der CDU und von der FDP)

Verehrte Kolleginnen und Kollegen, Die Linke ist und bleibt eine Gefahr für unsere Demokratie.

(Rüdiger Sagel [LINKE]: Ei, ei, ei! – Zuruf von Bärbel Beuermann [LINKE])

Der Landesverband von Die Linke in NordrheinWestfalen wird von verfassungsfeindlichen Zusammenschlüssen, bei denen Anhaltspunkte für den Verdacht verfassungsfeindlicher Bestrebungen bestehen, beeinflusst. Dies zeigt sich unter anderem

an dem durch extremistische Strömungen beeinflussten Landeswahlprogramm, das Formulierungen der marxistisch-leninistischen Dialektik verwendet.

(Rüdiger Sagel [LINKE]: Jetzt greifen Sie aber tief in die Mottenkiste! – Serdar Yüksel [SPD]: Was wissen Sie schon von Marx?)

Herr Sagel, schauen Sie sich hierzu in aller Nüchternheit den Verfassungsschutzbericht des Jahres 2009, Seite 111 f., an.

(Rüdiger Sagel [LINKE]: Ich werde nicht be- obachtet! – Zuruf von Michael Aggelidis [LINKE])

Dies zeigt sich unter anderem auch an der Nichtunterzeichnung der Thüringer Erklärung und der damit verbundenen Verweigerung, die DDR als Unrechtsstaat anzuerkennen.

(Bärbel Beuermann [LINKE]: Haben Sie nicht zugehört? Das habe ich gerade in meiner Rede gesagt! – Rüdiger Sagel [LINKE]: Reden Sie mal mit Herrn de Maizi- ère! – Zuruf von der LINKEN: Das hätte Herr de Maizière genauso gesagt!)

Verehrte Kolleginnen, verehrte Kollegen, vor wenigen Wochen, Anfang November, hat Die Linke auch bei uns im Landtag und vor allen Dingen wiederholt in ihren Pressemitteilungen zu allen Formen des Protests gegen den Castor-Transport, darunter auch zum sogenannten Schottern, also zum Entfernen der Steine aus dem Gleisbett, aufgerufen. Dies stellt eine Aufforderung zu Straftaten dar.

(Michael Aggelidis [LINKE]: Warten Sie doch erst mal das Gerichtsurteil ab!)

Nach § 111 Abs. 2 des Strafgesetzbuchs wird eine derartige Aufforderung selbst dann mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Aufforderung ohne Erfolg bleibt. Auch dieses Beispiel verdeutlicht, dass Die Linke unsere Rechtsordnung mit Füßen tritt.

(Rüdiger Sagel [LINKE]: Unglaublich! – Zu- ruf von der LINKEN: Was? – Zuruf von Serdar Yüksel [SPD])

Dies kann nicht hingenommen werden.

Frau Präsidentin, verehrte Kolleginnen und Kollegen, die CDU-Fraktion hält an der Beobachtung der extremistischen Strukturen der Partei Die Linke durch den Verfassungsschutz fest.

(Rüdiger Sagel [LINKE]: Die Extremisten sit- zen da drüben bei der FDP!)

Wir wehren uns gegen Demagogen, die durch ihre Angriffe auf die soziale Marktwirtschaft

(Zuruf von Rüdiger Sagel [LINKE])

in Wirklichkeit die dahinter stehenden Freiheitsrechte bekämpfen. Wo der Wesenskern dieser Freiheits

rechte angetastet wird, da werden sozialistische Bestrebungen zu extremistischen Bestrebungen.