Erst vor zwei Jahren haben Sie einstimmig in diesem Hause bestätigt, dass Schlesv.1g-Holstein beim Tech
nologietransfer eine ,,bundesweit fuhrende Stellung erreicht hat'· - Drucksache 14/516 dieser Legislaturperiode.
Was sollen Ihnen die Wählerinnen und Wähler denn nun glauben? Plakative Unterstellungen zum Thema sind zu kurz gegriffen. Darum wollen "1r Ihnen mit diesem Bericht helfen, die Erfolgsstory konkret nachzuvollziehen.
Dieser Erfolg lässt sich am besten an der Tatsache messen, dass Schleswig-Holstein den Wandel von einem Land, das übef\\iegend durch Landwirtschaft, Schiftbau und Bundeswehr gekennzeichnet war, hin zur technologieorientierten Dienstleistungswirtschaft erfolgreich vollzogen hat. In der Landwirtschaft Schleswig-Holsteins arbeiten nur noch 28.000 Menschen. im Sehiftbau nur noch 6.000 Menschen, vom Truppenabbau war Schleswig-Holstein nicht zuletzt anfgrund der tatkräftigen Mithilfe des damaligen Verteidigungsministers, als er unser Land noch nicht als eine Karrieresprosse entdecki hatte, besonders betroffen.
- Ich weiß, Sie sind jetzt "1eder ertappt. Es ist mir klar, dass Sie sich \\ieder ertappt fuhlen bei 34.800 Arbeitsplätzen, die llrr ehemaliger Verteidigungsminister hier damals wegrationalisiert hat.
Heute kommen mehr als zwei Drittel der Wirtschaftskraft und der Beschäftigten in Schleswig-Holstein aus dem Dienstleistungssektor. Medizintechnik, Software,
Elekirotechnik und Umwelttechnik dominieren das Qesc~. Im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien sind im Land flirrende Unternehmen angesiedelt: Motorola, Mobi!Com, Orga, T aJidine und andere. Heute haben 1.100 Softwarefrrmen ilrren Sitz in Sehleswig-Holstein, in denen über 7. 000 Arbeitnehmer eine zukunftssichere Beschäfti. gÜng fmden.
Mit über 20% hat Schles,.1g-Holstein einen überdurchschnittlichen Anteil der Beschäftigten im Hightech-Bereich. Allein in der Umweltwirtschaft bieten rund 1.000 Firmen etwa 32.000 Menschen Beschäftigung.
(Bcifall bei der SPD und des Abgeordneten Karl-Martin Hentschel [BüNDNIS 90/DIE. GRÜNEN] - CJ._ •stel Aschmoneit-Lücke [F.D.P.]: Das stimmt doch überhaupt nicht!)
Dieser erfolgreiche Umbau unserer Wirtschaft kommt nicht von ungefahr. Eine Fülle richtiger politischer Entscheidungen ist dafür ursächlich: So war es richtig, die Strukturförderung über die einzelbetriebliche Förderung zu stellen. So war es richtig, den Bau von Technologie- und Innovationszentren zu fOrdern. Nach Nordrhein-Westfalen hat Schleswig-Holstein heute die meisten Technologiezentren. So war es richtig, Technologiestiftung und Technologie-TransferZentrale als zwei Säulen des Teclmologietransfersystems zu etablieren.
men im Lande nicht mit dem Förderangebot allein zu lassen, sondern regionale Investitions- und Innovati
onsberater - unsere RIBS - an die Seite zu stellen, die von sich aus an die Betriebe herantreten - Beratung als Briogschuld von Politik.
So war es richtig, neue Formen des Technologietransfers zu fördern, wie die Transfer-GmbHs an unseren Hochschulen. So war es richtig, unsere Schulen mit nenen T,echniken auszustatten - ich nenne nur das Progrrumn "Schulen ans Netz" -und das Projeki "Virtuelle Hochschule" nach Lübeck zu holen.
gungsgesellschaft und dem Wagniskapitalfonds Hamburg/Schleswig-Holstein ausreichendes Riskokapital zur Verfugung zu stellen. Und so war es richtig, weitere wichtige Einrichtw1gen zn schaffen, die Technische Fakultät der CAU, Geomar, IsiT, Artefact seien hier stell vertretend genaunt.
Zur Erfolgsbilanz und zu einer solchen Debatte gehört aber auch. die Sensibilität ftir noch vorhandene Probleme und noch vor uns stehende Aufgaben zu schärfen. Ich netme hier beispielhaft die Biotechnologie, die es verstärkt zu fürdem gilt.
Noch mehr Transparenz in Bezug auf die Yielfältigen Angebote zur Existenzgründung und Existenzsicherung und des Teclmologietransfers in SchlesWtgHolstein! Stichworte sind ftir mich die TeclmologieHotline und Agenten-Software ftir Existenzgründer und Selbstständige. Berufsmarketing ist ein Aufgabenfeld. Das bedeutet unter anderem, SchülerimJen und Schülem noch mehr als bisher die Chancen technischer Berufe näher zu bringen. Es bedeutet. unseren Studierenden die Selbstständigkeit als eine Alternative der Berufsperspektive deutlich zu machen.
Und wir müssen die wirtschaftliche Dimension der neuen T echnologien flir m1sere Entscheidungen erfassenlemen. Was bedeuten etwa die Iufonnationsgesellschaft 1md ihre Möglichkeilen flir unsere Verkehre in 20 Jahren. ftir unsere Bildungspolitik - Stichwort.. virtuelle. Hochschulen'· - oder etwa flir die Notwendigkeit, Yiele Gäste, gar Einwanderer, ins Land zu holen, da uns schon jetzt 30.000 Informatiker händeringend fehlen'?
Bilanz und Perspektive bietet dieser Bericht. Lassen Sie uns die Erfolgsstory "Teclmologieland Schleswig
Holstcin'" gemeinsam weiterschreiben, meine Dan1en und Herren von der Opposition! Heute in vier Wochen dürfen wir alle wieder Erreichtes loben. Da müssen
Sie nicht mehr leugnen, dass auch Sie stolz auf unsere teclmologiepolitischen Erfolge in Schleswig-Holstein sind, denn auch Sie als Opposition haben Ihren Antetl daran. Stellen Sie Ihr Licht nicht weiter w1ter den ScheffeL
Als er mir nämlich diesen Antrag in die Hand drückte und zu mir kam - ich gebe es zu, dieser Antrag stammt nicht aus meiner Feder-, habe ich zuerst zu Holger gesagt: "Holger, was soll dem1 das?""