hört, das ist aber etwas anderes - sollen die persönlichen fachlichen Kompetenzen und Interessen herausgearbeitet werden. Das Ministerium beteiligt sich ebenfalls an den Kosten der praxisorientierten Tage mit zehn Euro pro Tag pro Teilnehmer. Zur Praktikumswoche und zu den Ausbildungsbotschaftern hat die Kollegin Meiser vorhin schon etwas gesagt, ebenfalls zum Tag des Handwerks, der von der HWK auch mit finanzieller Unterstützung des Wirtschaftsministeriums seit Jahren durchgeführt wird. Dort soll Handwerk hautnah, erlebbar, bunt und innovativ sein.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, wichtig ist eben aber auch, dass wir Kleinst- und vor allen Dingen Kleinbetriebe unterstützen. Die Kammern bieten schon eine umfangreiche Ausbildungsberatung an, um Betriebe zu gewinnen, die noch nie ausgebildet haben oder schon seit längerer Zeit nicht mehr ausbilden. Auch dort gibt es passgenaue Hilfen für die entsprechenden Betriebe, beispielsweise das Projekt der Ausbildungscoaches. Es gibt einen Kooperationsvertrag zwischen den Playern Arbeitsagentur, HWK, IHK und Wirtschaftsministerium aus dem Jahr 2024, angelegt bis 2027. Das Projekt ist insgesamt mit vier Vollzeitstellen besetzt und wird finanziell gefördert in Höhe von rund 35.000 Euro pro Jahr über das Wirtschaftsministerium. Dadurch soll ein Beitrag zur Integration von Geflüchteten in den Arbeits- oder Ausbildungsmarkt garantiert werden. Das Ganze dient der Fachkräftesicherung. Betrieben, die Hilfe mit ihren Auszubildenden benötigen, bietet die Agentur für Arbeit auch die sogenannte assistierte Ausbildung. Das Ziel soll sein, einen erfolgreichen Abschluss der Berufsausbildung durch schulische und sozialpädagogische Begleitmaßnahmen zu erreichen.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, es ist sicherlich ein steiniger Weg mit diesem gesellschaftlichen Umbruch, dem Wandel, den wir mit der sogenannten Generation Z im Moment erleben. Das kommt nicht erst seit heute oder seit gestern, es ist ein langer Weg, den wir noch vor uns haben. Aber ich bin sicher, dass wir über entsprechende Maßnahmen auf Landes-, aber auch auf Bundesebene schon ein gutes Fundament geschaffen haben, auf dem wir weiter ausbilden und das wir auch aufbauen sollten. - Ich bitte um Unterstützung unseres Antrags. - Vielen Dank und Glück auf!
Ich danke Ihnen, Herr Kollege Maas. - Es liegt eine weitere Wortmeldung vor, ich erteile für die CDU-Landtagsfraktion das Wort Herrn Abgeordneten Bernd Wegner.
Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich freue mich natürlich, heute hier zu diesem Thema reden zu können. Ich glaube, dass die Beiträge der Frau Kollegin Meiser sowie von Herrn Maaß doch sehr stark in Richtung unseres Antrags gehen, weil Probleme, die sie beschrieben haben, von uns und von Frau Schmitt-Lang ein Stück weit genauso dargestellt worden sind. Wir sind eben in der Situation, dass wir Handlungsdruck haben, Sie alle haben davon geredet und gesagt: Wir haben Fachkräftemangel! Dieser Fachkräftemangel betrifft die mittelständische Wirtschaft, die Pflegeberufe, die medizinischen Berufe, das Handwerk und die Industrie. Überall ist es leider so, dass zu wenige junge Menschen sich für eine berufliche Karriere, für eine berufliche Ausbildung interessieren. Deshalb glaube ich, dass es nicht genügt, nur das zu erwähnen, was wir zurzeit richtigmachen. Es genügt nicht, wie wir an den Ergebnissen sehen, die wir feststellen müssen. Wir brauchen Menschen mit Abitur, mit mittlerer Reife, mit Hauptschulabschluss, weil gerade in der beruflichen Bildung in den letzten Jahren das Niveau durch Digitalisierung, durch viele andere Dinge, durch Wettbewerbsänderungen einfach auf dem Level ist, dass wir qualifizierte Menschen brauchen, die diese Jobs ausfüllen. All das, was schon beschrieben worden ist wie Messen, Ansprachen oder die Ausbildungslöhne nach oben treiben, hat bisher leider nicht die Ergebnisse gebracht, die wir uns vorstellen.
Das Leibniz-Institut hat festgestellt - das hat mich in der Vorbereitung dieser Debatte sehr erschreckt, als ich das gelesen habe -, dass wir in der Republik 200.000 bis 230.000 Menschen aus dem Schulsystem entlassen, die nicht die notwendige Ausbildungsreife haben. Das heißt, dass es uns auch mit viel Mühe nicht gelingen wird, sie zu einem guten Start in den Beruf hineinzubringen. Diese erschreckende Zahl muss man im Bildungssystem wahrnehmen und dagegen angehen.
Herr Maaß, Sie haben es richtigerweise gesagt, das Image der beruflichen Bildung ist in dieser Gesellschaft leider ein bisschen unter die Räder gekommen. Obwohl die duale Ausbildung weltweit als genau die richtige praxisnahe Lehre gilt, haben wir es nicht geschafft, das auf unsere jungen Menschen zu übertragen. Deshalb glaube ich, dass Gleichstellung, wie Sie auch festgestellt haben, Frau Meiser, nicht durch Sonntagsreden und durch die Formulierung entsteht, sondern wir müssen auch finanziell nachlegen. Es ist von der Nullrunde der Lehrer gesprochen worden. Ich sage mal, auch unsere Berufsschullehrer haben das Problem, dass sich die Berufe ändern, dass wir über Digitalisierung reden. Wir brauchen auch in diesem Bereich eine deut
liche Weiterbildung der Berufsschullehrerinnen und -lehrer, damit sie in der Lage sind, unsere Auszubildenden entsprechend zu fördern und als Lehrer in diesem ganzen Spektrum mithalten zu können.
Eben ist über die BBZs gesprochen worden. Auch in Ihrem Antrag schreiben Sie über die Berufsbildungszentren, dass dort bei der Digitalisierung schon vieles auf den Weg gebracht worden ist. Ich bin aufgrund meiner Tätigkeit in den letzten Jahren auch viel in BBZs gewesen. Ich weiß, dass wir da wirklich Geld in die Hand nehmen müssen. Da müssen modernere Maschinen her, da müssen modernere Werkzeuge her und vor allen Dingen, was Frau Schmitt-Lang eben schon angesprochen hat, muss auch die Digitalisierung richtig und wirklich umgesetzt werden. Da haben wir die Gleichstellung mit den Hochschulen und den Gymnasien mit Sicherheit nicht erreicht.
Ich könnte jetzt - ich mache das ganz kurz - einfach einmal die Bildungsstätte der Handwerkskammer nennen. Das Land gibt 10 Pro zent, der Bund 60 Prozent und die Handwerks kammer ist mit 30 Prozent dort eingetragen. Wenn alles ganz normal läuft, wird das für die Handwerkskammer ein Betrag von circa 15 bis 18 Millionen Euro für die Ausbildung von Meis tern sein, für die Ausbildung von Fachkräften in diesem Land. Ich frage mich, wie eigentlich Juristinnen und Juristen, Ärztinnen und Ärzte oder Ingenieurinnen und Ingenieure ausgebildet werden und wo der Beitrag ist, der dort entweder von der Wirtschaft oder von den Profiteuren geleistet wird? Wir reden ja nicht mehr über Studiengebühren, wir brauchen in dieser Gesellschaft auch gar nicht damit anzufangen. Aber eines ist ganz klar, eine Gleichstellung ist hier nicht vorhanden, denn das Handwerk finanziert hier ein großes Stück mit.
Kosten der Meisterausbildung. Herr Maaß, Sie sind darauf eingegangen. Wir reden - da ist Ihre Zahl durchaus richtig - über 15.000 bis 20.000 Euro je Gewerk. Wir reden natürlich nicht über das, wie es zum Beispiel bei mir der Fall war. Ich musste nach Niedersachsen, um meine Ausbildung zu machen und dort über ein Jahr meine Meisterschule machen. Das ist in verschiedenen Gewerken gar nicht so einfach. Aber wir reden über einen Betrag, der die Meisterschülerinnen und -schüler sehr viel Geld kostet.
Das BAföG - Sie haben es eben mit 60 Prozent, auch in der neuen Form ab 2025, beschrieben - fängt eben nicht auf, was da letztendlich an Kosten ist. Es muss zu großen Teilen zurückgezahlt werden, wie Sie sicherlich auch wissen. Wir haben den Meisterbonus mit 1.000 Euro herausge stellt. Ich war sehr stolz, dass wir das mit der Landesregierung damals - ich glaube, 2017 - auf den Weg gebracht hatten. Das ist ja auch ein
richtiger Weg. Nur leider muss man sagen, dass sich die Welt auch weiterentwickelt hat. Unsere Partner, was die Haushalts- und Notlagensituation angeht, Bremen und Niedersachsen, geben einen Meisterbonus in der Größenordnung von 4.000 Euro und liegen damit an der Spit ze in der Republik. Wir reden über Hessen, das seit Juni dieses Jahres den Meisterbonus mit 3.500 Euro beziffert und wir reden über Bayern, das 3.000 Euro gibt.
Dann ist bei Ihnen so ein bisschen Irritation darüber entstanden, was denn die Forderung nach einem Tag des Handwerks ist, das mache man doch und es werde doch auch gefördert vom Wirtschaftsministerium. Das, was ich Ihnen hier einbringen möchte, ist der „Tag des Handwerks“ nach dem Muster von Bayern. Das heißt, dass jede Schulform einen Tag in ihrem Schuljahr dem Handwerk widmen und über die Möglichkeiten und Chancen informieren soll, die das Handwerk bietet, und das auch in allen Formen, nicht nur in Gesamtschulen, sondern auch in Gymnasien und in anderen Schulformen, damit diese Möglichkeiten, die es gibt, auch genutzt werden.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, auch da möchte ich noch einmal aufgreifen, was Sie, Frau Meiser, genannt haben, die Förderung von Sprache. Frau Schmitt-Lang hat deutlich gemacht, wie wenig das vorangeht und wie schwierig das ist. Aber ich will auch auf einen Aspekt aufmerksam machen, der noch problematischer ist. Selbst junge Leute mit Migrationshintergrund, die die Sprache einigermaßen können, müssen irgendwann in eine Prüfung gehen und mit Schachtelsätzen, die sich über vier und fünf Zeilen bewegen, die Aufgaben verstehen. Das ist ein großer Nachteil für sie, da sie das so nicht machen oder so nicht lösen können. Daher haben wir auch in diesem weiterführenden Bereich die ganz wichtige Aufgabe, dass wir das besser in den Griff kriegen. Ich glaube - und ich bin sehr hoffnungsfroh bei den Wortmeldungen, die Sie gemacht haben -, dass wir uns einigen können, dass wir mit Sicherheit bei Ihrem sehr beschreibenden Antrag, was bisher gemacht wurde, uns auf unseren Antrag einigen könnten, damit wir ins Handeln kommen. Dafür wäre ich dem Plenum sehr dankbar. Ich bitte Sie, darüber nachzudenken, und freue mich darauf, mit Ihnen weiter an der beruflichen Bildung in diesem Land zu arbeiten. - Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Ich danke Ihnen, Herr Kollege Wegner. Es liegt nun eine weitere Wortmeldung vor. - Ich erteile für die Regierung das Wort dem Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie, Herrn Jürgen Barke.
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! Liebe Bürgerinnen und Bürger! Ich will in diese Debatte zum Thema berufliche Bildung, Weiterbildung und Qualifizierung kurz eingreifen, weil es mir ein Herzensanliegen ist, gerade, lieber Bernd, in Erwiderung auf dich. Danke, dass du das Mikrofonpult so eingestellt hast, dass ich es ohne Veränderung benutzen kann. Ich möchte auf die Rahmenbedingungen eingehen und vielleicht einen anderen Aspekt setzen. Die berufliche Bildung ist das Rückgrat unserer Wirtschaft und sie ist Schlüssel für die Zukunft unseres Arbeitsmarkts. Ich glaube, das haben alle konstruktiven Beiträge in der Debatte gezeigt. Das will keiner bestreiten.
Wir haben rund 300 anerkannte Ausbildungsberufe im Land. Wir haben auch noch so ein paar ein bisschen vermuffte Bezeichnungen für Ausbildungsberufe. Da kann in den einen oder anderen, so wie ich es auch mit vielen Unternehmensvertretern bespreche, vielleicht noch ein bisschen mehr Pep rein, damit das interessant wird. Aber für diese Berufe haben wir 5.000 Ausbildungsbetriebe und wir haben entsprechende Ausbilder, die mit hoher Qualität und mit ganz viel Leidenschaft anstreben, diese jungen Menschen zu einem Ausbildungsziel zu führen. Gleiches gilt im Übrigen auch für die Lehrerinnen und Lehrer an den Berufsschulen.
Ich habe in der Sommertour fünf Berufsbildungszentren besucht. Was ich dort bei allen Herausforderungen an Engagement gesehen habe, das ist schon bemerkenswert. Deshalb möchte ich mich einmal bei allen, die da einen wesentlichen Beitrag leisten, bei den Ausbildern, bei den Ausbildungsbetrieben, aber auch bei den Lehrerinnen und Lehrern ganz herzlich für ihr Engagement bedanken. Die machen in herausfordernden Zeiten vieles möglich. Das hat dann auch Anerkennung verdient.
Wir betreiben das Thema jetzt schon seit mehreren Jahren zusammen und die Gleichwertigkeit der akademischen und der beruflichen Ausbildung, der dualen Ausbildung, ist uns immer ein gemeinsames Herzensanliegen gewesen. Deshalb bin ich sehr dafür, dass es uns gelingt, die Meisterausbildung - um das nur noch einmal als Beispiel herauszugreifen - auch gleichermaßen kostenfrei zu stellen wie die akademische Ausbildung. Aber es muss uns in der konkreten und klugen Verbindung mit Mitteln aus anderen Kassen gelingen, die ja über das Meister-BAföG kommen. Wir wissen, dass am Ende bis zu 50 Prozent zum BAföG erstattet werden können. Es wird ein Gap bleiben. Über das Gap, das niemand schließt, sollten wir uns noch einmal unterhalten.
Mir wäre es ein wichtiges Anliegen, dass wir da in konkreten Beratungen, vielleicht auch im Wirtschaftsausschuss des Parlaments, noch einmal die Köpfe zusammenstecken. Im Übrigen tun wir es gerade im Arbeitskreis „Fachkräfte“, in dem auch die Kammern und Verbände eingebunden sind vor dem Hintergrund der Zukunftsinitiative. Ich glaube, dass es uns am Ende gelingt, uns dort auf Maßnahmen zu verständigen, die wir vor dem Hintergrund auch der finanziellen Herausforderungen gemeinsam tragen können. Ich bin sehr zuversichtlich, dass uns das gelingt. Das wären dann konkrete Maßnahmen, die wir in die Umsetzung bringen können.
Aber in der Debatte ist mir auch ein Punkt sehr wichtig, dass wir nämlich ein gesamtgesellschaftliches Umdenken brauchen. Es ist noch gar nicht so lange her, da hatte ich eine Veranstaltung mit den Handwerksfrauen. Das ist die Organisation der Handwerkerfrauen, der Frauen im Handwerk. Ich habe dort zwei Fragen gestellt: Wer hat Kinder? Da gingen viele Hände hoch. Und: Wer geht in den eigenen Betrieb oder ins Handwerk? Das war die zweite Frage. Da gingen dann nicht mehr so viele Hände hoch, weil auch viele Handwerkerinnen und Handwerker schon wollen, dass der Erste in der Familie einmal Doktor wird oder Ingenieur und an der Hochschule ist. Das ist vom Grundsatz her nicht verkehrt. Eltern können eine Erwartungshaltung haben. Aber in dem Kontext habe ich bei den Praktikumstagen erlebt, dass eine Mutter mit ihrem Kind zum Elektromeister gekommen ist und gesagt hat: „Ich bringe ihn zum Praktikum, aber - ich sage es mal auf Platt ‑ ,ähns sahn isch Ihne gleisch: Schlitze kloppt der kään‘.“ Das heißt, die Mutter hat schon vorgegeben, was der junge Mann, der sich für eine Elektroausbildung interessiert, einmal machen kann.
Wir müssen gemeinsam für ein gesamtgesellschaftliches Umdenken werben und können das auch gut tun. Denn in Krisen haben wir festgestellt, wer uns rettet, wenn es eng wird. In der Krise brauchen wir ausgebildete Pflegekräfte. Energie- und Infrastruktursysteme müssen am Leben gehalten werden. Energienetze müssen betrieben werden. Sie müssen im Übrigen vor dem Hintergrund der Energiewende jetzt sukzessive und schnell weiter ausgebaut werden. Da darf die Kapazität am Arbeitsmarkt nicht der limitierende Faktor sein.
Wir haben gute Gründe, dafür zu werben, müssen aber bestimmte Begriffe vermeiden. Wir sagen oft, ich ertappe mich auch selbst dabei: Der hat doch eher eine praktische Veranlagung. Da sind wir schon in der Falle. Der Chef von Klima Becker macht das ganz gut. Er hat den Begriff der „denkenden Hände“ erfunden. Die „denkenden Hände“ sind die, die in der dualen Ausbildung und in den Ausbildungsberufen die Leistung erbringen und sich unter den bestehenden Anforderungen an neue Entwicklungen bei
den Produkten und Verfahren anpassen können. Da braucht es Grips und Hände. Deshalb darf nicht der Eindruck entstehen, die einen sind die mit dem Grips und die anderen sind die mit den Händen. Wir können einen Beitrag dazu leisten, dass sich das gesellschaftliche Bewusstsein ändert.
Ich will nicht alle Förderprogramme für die Weiterentwicklung der dualen Ausbildung runterbeten. Lieber Bernd Wegner, zur Wahrheit bei der Förderung gehört: Das Ausbildungszentrum ist das eine, die finanziellen Beiträge des Landes hast du genannt. Dazu kommt aber unser genauso großes Engagement in der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung, in der SMTS und in allen Innungen. Ich war letzte Woche noch bei der Kfz-Innung und habe mir das neue Zentrum angeguckt. Auch das wird begleitet. Es ist nicht immer nur die klassische Förderung der Kammer. Wir sind sehr intensiv bei den Innungen, das gehört zur Erzählung dazu.
Das ist schon klar. Aber wir wollen jetzt gar nicht spitzrechnen. Ich glaube, grundsätzlich liegen wir beim Ziel gar nicht so weit auseinander. - In diesem Sinne bedanke ich mich für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Glück auf.
Ich danke Ihnen, Herr Minister. Es liegen keine weiteren Wortmeldungen vor. Ich schließe die Aussprache.
Wir kommen nun zur Abstimmung über den Antrag der CDU-Landtagsfraktion, Drucksache 17/1175. Wer für die Annahme der Drucksache 17/1175 ist, den bitte ich, eine Hand zu erheben. - Wer ist dagegen? - Wer enthält sich der Stimme? - Dann stelle ich fest, dass der Antrag Drucksache 17/1175 mit Stimmenmehrheit abgelehnt ist. Zugestimmt haben die CDU- sowie die AfD-Landtagsfraktion, dagegen gestimmt hat die SPD-Landtagsfraktion.
Wir kommen nun zur Abstimmung über den Antrag der SPD-Landtagsfraktion, Drucksache 17/1195. Wer für die Annahme der Drucksache 17/1195 ist, den bitte ich, eine Hand zu erheben. - Wer ist dagegen? - Wer enthält sich der Stimme? - Dann stelle ich fest, dass der Antrag Drucksache 17/1195 mit Stimmenmehrheit angenommen ist. Zugestimmt hat die SPD-Landtagsfraktion dagegen gestimmt haben die CDU- sowie die AfD-Landtagsfraktion.
Beschlussfassung über den von der CDULandtagsfraktion eingebrachten Antrag betreffend: Wasserstoff - zu halbherzig - es müssen alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, wir verlieren wertvolle Zeit! (Drucksache 17/1176)
SPD-Landtagsfraktion eingebrachten Antrag betreffend: Wasserstoffhochlauf im Saarland - Zukunft im Blick (Drucksache 17/1196)
Zur Begründung des Antrags der CDU-Landtagsfraktion erteile ich Frau Abgeordneter Ute Mücklich-Heinrich das Wort.
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Für uns Saarländer hängt die wirtschaftliche Zukunft vom Gelingen der Transformation und der damit einhergehenden Dekarbonisierung ab. Respekt an alle, die sich hierfür einsetzen! Die saarländische Stahlindustrie steht sinnbildlich für die industrielle Transformation in Deutschland. Stahl ist die Basis unserer Wertschöpfungskette. Ohne Stahl gibt es keinen Maschinenbau, keine Windräder, keine Autos, keine modernen Brücken, keine Rüstung - man könnte die Aufzählung noch unendlich fortsetzen.
Eine grüne Stahlindustrie ist die starke Basis für die klimaneutrale Wirtschaft der Zukunft, für unsere Zukunft an der Saar. Unsere Stahlkocher punkten mit Hochleistungsstahl und finden dafür weltweit Anerkennung und Beachtung. 2,6 Mil liarden Euro Fördergeld bei einer geplanten Investitionssumme von 4 Milliarden Euro sollen deshalb den Standort an der Saar sichern. Bereits 2027/2028 planen Saarstahl und Dillinger die erste Produktion von grünem Stahl. Die Stahlindustrie macht also ihre Hausaufgaben.
Wie sieht es mit den politisch Verantwortlichen aus? Denn sie sind es, die jetzt die Rahmenbedingungen schaffen müssen, damit die Transformation in unserem Land gelingen kann.
Was sagen Saarstahl-Chef Stefan Rauber und die IG Metall dazu? Ich zitiere mit Ihrer Erlaubnis, Frau Präsidentin, aus der FAZ und der SZ: „Saarstahl Chef sieht rot. Ich kann nur jedem raten, endlich den Sand aus den Augen zu nehmen.“ Er spricht von „Wasserstoffträumen“. Dabei betont er besonders die zwingende Notwendigkeit der Einführung eines wettbewerbsfähigen Strompreises. Grüner Wasserstoff sei in Europa nicht wettbewerbsfähig. Auch die IG Metall kritisiert das schleppende Vorgehen mit den Worten: „Wir haben keine Zeit mehr.
Die deutsche Stahlindustrie, unsere Kolleginnen und Kollegen brauchen heute Lösungen und nicht vielleicht in der kommenden Legislaturperiode. Es wird allerhöchste Zeit, zu handeln und in die richtigen Rahmenbedingungen zu gehen. Denn weder das von der Landesregierung angekündigte Wasserstofftal noch die Wasserstoffschienen scheinen in absehbarer Zeit umgesetzt zu werden.“ Auch der Betriebsratschef Michael Fischer äußert sich in gleicher Weise besorgt über den Strompreis und bemängelt, dass die Bundesregierung zu wenig gegen die Abwanderung von Unternehmen ins Ausland tut.
Es sind sich also alle einig, dass es sich um eine riskante Ausgangslage handelt. Wie kann man Investitionen von 4 Milliarden Euro initiieren und dann mit falschen Rahmenbedingungen alles wieder gefährden? Unser Industriestrompreis ist jenseits von Gut und Böse. Je nach Vertrag liegt der Preis bei 14 Cent pro Kilowattstunde. Die Preise in Spanien, in Schweden und in Frankreich betragen weniger als die Hälfte, ganz zu schweigen von den USA und China. Frau Rehlinger sollte sich in Berlin dafür einsetzen, dass auch unsere Strompreise einen fairen Wettbewerb zulassen. Sie ist heute in Berlin. Ich hoffe, sie ist in der Angelegenheit schon unterwegs.
Die derzeitige Situation ist nichts anderes als eine Realitätsverweigerung der Ampelregierung. Es ist Ihre Verantwortung, liebe SPD, sich dafür einzusetzen, dass das aufhört. Im Wahlkampf hatte Herr Scholz immerhin einen Industriestrompreis von 4 Cent versprochen. - Wieder eine Gedächtnislücke? Die USA umwerben unsere Autoindustrie schon heute mit niedrigsten Energiekosten bei einer Ansiedlung in den USA. Wie sieht es nun mit der rechtzeitigen Bereitstellung von ausreichenden Mengen von Wasserstoff aus? - Auch hier unzählige Fragezeichen. Wir hören von Herrn Barke immer wieder, dass man in Gesprächen sei und alles auf gutem Wege ist. Das erinnert leider sehr stark an sechs Ankündigungen im Rahmen der Ford-Nachfolge. Auch da war man immer wieder auf gutem Wege.