Protokoll der Sitzung vom 24.06.2021

Wer möchte, dass sich Kinder und Jugendliche bewegen, und zwar nicht nur in der Sportstunde, der muss einerseits dafür sorgen, dass das Schulnetz dicht ist, und andererseits aber auch dafür, dass sich entlang der Schulwege Radwege befinden und dass es eine Selbstverständlichkeit ist, dass man sich nicht nur in den Städten, sondern auch in den ländlichen Räumen mit dem Fahrrad sicher bewegen kann.

Es gilt auch dafür zu sorgen, dass in der Schule selbst die Sitzzeit reduziert wird. Es gibt schon viele Schulen – Herr Rost hat es erwähnt –, die am Programm „Bewegte Schule“ teilnehmen und die mit ganz innovativen Ansätzen dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche in Bewegung kommen, nicht nur im Sportunterricht, sondern darüber hinaus.

Aber wir haben auch noch viele Schulen, in denen es Standard ist, dass man 45 Minuten lang still sitzen muss – vor allem: still sitzen. Der natürliche Bewegungsdrang, den Kinder und Jugendliche haben, wird gebremst, und es gilt als ein Erfolg, wenn ein Kind es geschafft hat, 45 Minuten lang still zu sitzen. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Dann brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn diese Kinder als Erwachsene gar keine Bewegungslust mehr verspüren, weil sie in ihrem Kindesalter in ihrem Bewegungsdrang eingeschränkt worden sind.

Was kann man da machen? „Bewegte Schule“ ist ein wichtiges Konzept, ein zweites ist der rhythmisierte Ganztag. Wenn ich es schaffe, Schule so zu gestalten, dass man nicht von früh um 8 Uhr bis 13 Uhr still sitzen muss, sondern dass sich Unterricht und Freizeitphasen abwechseln, dass Bewegung am Vormittag genauso normal ist wie am Nachmittag, dann habe ich einen weiteren wichtigen Schritt getan. Deswegen war es uns wichtig, im Haushalt für Mittel zur Intensivierung des Ganztags zu sorgen.

Ich kann auch Exkursionen planen. Wir alle sind sehr froh, wenn die Pandemielage es jetzt wieder zulässt, dass Schüler hinauskönnen aus dem Schulgebäude, damit Kinder und Jugendliche anhand konkreter Erfahrungen lernen können und nicht nur in der Theorie. Ich kann Gruppenarbeit vorsehen, ich kann Experimente durchführen. Ich muss den Satz des Pythagoras nicht an der Tafel erklären – ich kann ihn auf dem Schulhof erklären, indem die Klasse ein Dreieck bildet und dann schaut, wie sich die Winkel denn verhalten, wenn man sich unterschiedlich bewegt.

Das ist eine Frage, die natürlich mit den Impulsen zu tun hat, die die Schulaufsicht gibt. Sie hat aber auch ganz viel mit der Bereitschaft von Lehrkräften zu tun, solche Impulse aufzunehmen. Sie hat auch etwas mit den Schulträgern zu tun. Die Schulträger möblieren unsere Schulen, und dabei gibt es intelligentere Arten, als einfach nur Tische und Bänke in ein Klassenzimmer zu stellen.

Wir haben Schulen, in denen Leseecken eingerichtet sind. Oder es gibt eben nicht nur den klassischen Stuhl, sondern auch den Sitzball. Da ist es möglich, im Unterricht den einen oder anderen Platz zu wechseln, um etwas anderes zu machen. Wir haben Schulträger, die darauf achten, dass es in ihren Schulhäusern Bewegungsmöglichkeiten gibt, dass da nicht einfach nur der Stuhl herumsteht und der Schrank, sondern dass Pause auch Bewegung in der Schule, im Schulgebäude und nicht zuletzt auf dem Schulhof bedeutet und möglich macht.

Alles in allem: Der Antrag zeigt viele Möglichkeiten auf, Bewegung in die Schule zu bringen. Es gibt darüber hinaus noch eine ganze Menge. Wir sollten das immer im Hinterkopf behalten, wenn wir über das Schulnetz diskutieren, wenn wir über Verkehrspolitik diskutieren.

Wir werden bestimmt gleich noch hören, dass es das Schlimmste gewesen ist, die dritte Sportstunde abzuschaffen. Aber genau das ist der Punkt: Bewegung in der Schule, das ist nicht die dritte Stunde Sport – das sind die Lebensumstände, die Kinder und Jugendliche vorfinden in einer Institution, in der sie fast den ganzen Tag verbringen.

Ich würde mir wünschen, dass wir es schaffen, neben den im Antrag genannten Punkten noch einiges mehr auf den Weg zu bringen, um den Ort Schule tatsächlich zu einem bewegten Ort zu machen.

Vielen Dank.

(Beifall bei der SPD, den BÜNDNISGRÜNEN und vereinzelt bei der CDU)

Für die SPD-Fraktion sprach Kollegin Friedel. Nun spricht für die AfD-Fraktion Kollegin Penz. Bitte schön.

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Zunächst möchte ich erst einmal meine Verwunderung darüber zum Ausdruck bringen, dass unsere Forderung nach Schwimmunterricht in den Sommerferien übernommen wurde. Noch im Märzplenum war doch Frau Leithoff sehr um die Schüler besorgt. Ich zitiere

Sie einmal: „Ihre vorgeschlagene Verlagerung von Förderungen und Prüfungsvorbereitungen auf Wochenenden wird genauso wie diejenige von Schwimmunterricht und Praktika in die Ferienzeit zu weiteren Einschränkungen der dringend notwendigen Erholungszeit und zu einer zusätzlichen Steigerung des ohnehin schon erheblichen psychischen Drucks innerhalb der Familien führen.“ Ja, Frau Leithoff, was denn nun? Manchmal frage ich mich, welche Kopfstände Sie machen müssen, um die Ablehnung unserer Vorschläge zu begründen. Können Sie nun plötzlich die angeprangerten angeblichen Einschränkungen der Erholungszeit durch Schwimmunterricht in den Ferien verantworten? Können Sie das? Welch ein Sinneswandel hat sich hier vollzogen?

Wie ebenfalls von uns vorgeschlagen, wird nun auch die Nutzung der Freibäder in Form der Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern in Betracht gezogen. In Oederan ist es schon aktuell, wenn Sie heute die Zeitung gelesen haben. Dazu kann man nur Folgendes sagen: Danke, die AfD wirkt.

(Beifall bei der AfD)

Nachdem ein Teil des Sportunterrichts im Schuljahr 2019/20 bei der Einführung der neuen Lehrpläne der Ideologie weichen musste – einem Oberschüler fehlen in zehn Schuljahren mittlerweile 2 000 Sportstunden –, macht man sich nun Gedanken, diese Defizite und den hinzugekommenen Bewegungsmangel der letzten Monate durch sogenannte Bewegungsinitiativen auszugleichen. Die Projekte „Bewegte und sichere Schule“ und „Bewegte und sichere Kitas“ sind nicht neu. Bereits seit dem Jahr 2006 war es den Einrichtungen möglich, sich um ein Zertifikat zu bewerben.

Eines ist klar: Kinder brauchen Bewegung zur Schulung der Motorik und Feinmotorik, Bewegungssicherheit hilft, Unfälle zu verhüten. Rennen, klettern und Bewegungsspiele in der Kita, das ist sicher kein Problem. In der Schule lässt sich auch vieles dafür tun. Sportliche Ganztagsangebote in Zusammenarbeit mit Sportvereinen, auch das war ein Punkt unseres Antrages „Bildung ist kein Glücksspiel“. Die Nutzung längerer Pausen für Sport und Spiel, Wandertage, die ihren Namen verdienen und nicht im Kino enden.

Wie überall liegt der Teufel auch hier im Detail. Während bewegte Pausen und bewegtes Schulleben sicherlich kein Problem sind, sollte das Thema bewegter Unterricht mit Vorsicht angegangen werden.

(Rico Gebhardt, DIE LINKE: Aha!)

Eine Unterrichtsstunde ist in der Regel 45 Minuten lang oder eben kurz. Natürlich lassen sich Bankrutschen in Mathe und rhythmische Bewegung in Musik gut in den Unterricht einbauen. Bei einer heterogenen Klasse mit beispielsweise 28 Schülern, ihren Schultaschen und entsprechendem Mobiliar auf 70 Quadratmetern muss der Lehrer sehr genau überlegen, welche Bewegungsspiele in den Unterricht eingebaut werden können, damit die am Anfang der Stunde

wahrscheinlich mühsam erkämpfte Disziplin und Lernatmosphäre nicht wieder zerstört und der Unterricht seinem Namen gerecht wird.

Ich habe mir auf der entsprechenden Seite im Internet einmal einige Aufgabenbeispiele für einen sogenannten bewegten Unterricht angeschaut. Wenn das Aufstehen und Umherlaufen während des Unterrichtes erlaubt wird, wenn von Kaugummi kauen und dem Gang zur Toilette zwischendurch die Rede ist, dann frage ich mich, ob so eine Arbeitsatmosphäre überhaupt möglich ist. Frau Friedel nannte es gerade innovativ.

Jetzt stellen Sie sich folgende Situation vor: Die 5 a ist eine aufgeweckte Klasse. Sie erinnern sich an das Thema Kopfnoten. Aufgeweckt heißt, dass sie undiszipliniert, laut und unkonzentriert sind. Die Lehrer sind genervt. Zurzeit ist jedes Thema einfach nur lustig. Es wird ständig geredet, gelacht und gekaspert. Nun komme ich zur empfohlenen Aufgabe – wohlgemerkt, ich habe mir das nicht ausgedacht –: Alle Schüler stehen auf. Der Lehrer nennt Rechenaufgaben. Ist das Ergebnis eine gerade Zahl, kriechen die Schüler unter den Tisch. Ja, Sie haben richtig gehört, die Schüler kriechen unter den Tisch. Entweder möchte man die Reinigungskräfte der Schule entlasten oder die Reinigungsleistungen mit diesem Wischtest prüfen. Dazu stellen sich doch einige Fragen.

(Beifall bei der AfD)

Bleiben alle Tische stehen? Wird der Stuhl zur Absprungrampe? Versteht man sein eigenes Wort noch? Geht jeder gesund nach Hause? Und nicht zuletzt: Wer wischt die Ecken oder gibt es dafür eine extra Rechenaufgabe, meine Damen und Herren?

(Beifall bei der AfD – Rico Gebhardt, DIE LINKE: Sie sind so spaßbefreit, das gibt es doch überhaupt gar nicht!)

Kann man dabei noch von Unterricht sprechen? Bei allen guten Vorsätzen, den Schülern Bewegung zu verschaffen, muss es praktikabel bleiben. Vielleicht sollte an dieser Stelle doch besser wieder eine zusätzliche Sportstunde stattfinden. Die eine oder andere Dehnübung nach einer Konzentrationsphase im Unterricht muss nicht im Schulprogramm stehen und wird von einem guten Lehrer sicherlich auch ohnehin schon durchgeführt.

(Rico Gebhardt, DIE LINKE: Aha!)

Ja, wir von der AfD sind immer noch dafür, dass man zwischen Unterricht als Arbeitszeit und Pause zur Erholung genau unterscheiden können muss.

(Rico Gebhardt, DIE LINKE: Ihr habt ein komisches Weltbild!)

Wir erwarten, dass die Staatsregierung die Erfahrungen der 306 Schulen, welche sich seit dem Jahr 2006 in beiden Phasen des Programmes zertifizieren ließen, besonders kritisch in dieser Richtung auswertet. Initiativen für mehr Sport und Bewegung für die junge Generation sind zu begrüßen,

aber nicht auf Teufel komm raus. Auf das Thema Sportunterricht wird mein Kollege Holger Hentschel noch eingehen.

Vielen Dank.

(Beifall bei der AfD – Lachen bei den LINKEN)

Für die AfD-Fraktion sprach Kollegin Penz. Nun spricht für die Fraktion DIE LINKE Frau Kollegin Tändler-Walenta. Bitte.

Danke schön. Herr Präsident! Geehrte Kolleginnen und Kollegen! Der Antrag der Koalition zum Thema Sport- und Bewegungsförderung in Kitas und Schulen ist aus Sicht der Linksfraktion gegenüber der Staatsregierung mehr als notwendig. In einem bunten Blumenstrauß zwischen Berichtsantrag und Aufforderungen an die Staatsregierung wird versucht, dem Bewegungsmangel an Kitas und Schulen zu begegnen – zu Recht.

So empfiehlt die Unfallkasse Sachsen für drei- bis sechsjährige Kinder eine tägliche Bewegungszeit von 60 Minuten. In der Praxis können diese gerade einmal die Hälfte der Kinder in diesem Alter umsetzen. Um die empfohlene Stunde Bewegung am Tag gewährleisten zu können, müssen unterschiedlichste Gegebenheiten stimmen – sowohl in der Kita als auch im häuslichen Umfeld oder während der Freizeitgestaltung der Kinder. Oftmals beginnt das Scheitern schon bei den nicht zeitgemäßen und der ausreichenden baulichen Voraussetzungen in den Kindertagesstätten. Gerade in den kalten und nassen Jahreszeiten, in denen Angebote an der frischen Luft nur selten umsetzbar sind, müssen die baulichen Voraussetzungen in den Kita-Gebäuden stimmen. Interessant wäre aus unserer Sicht daher die Frage, wie die Kitas in den einzelnen Kommunen im Freistaat diesbezüglich überhaupt erst einmal aufgestellt sind. Grundsätzlich möchten wir zudem anregen, auch Studien zu den Auswirkungen der Pandemie auf die Bewegungszeit unter den sächsischen Schülerinnen und Schülern und Kitakindern und damit die Auswirkungen auf die motorische Ausbildung zu ermöglichen.

Lösen lassen sich mit solchen Maßnahmen die Probleme und Folgeerscheinungen von Bewegungsarmut aber nicht. Allein in den Monaten September, Oktober und November des noch laufenden Schuljahres sind aufgerundet 1 796 Sportstunden im Freistaat ausgefallen, sicherlich auch vor dem Hintergrund der Pandemie. Zudem besteht hier aber auch das Problem des Lehrermangels. Im Schuljahr 2020/21 sind an allgemeinbildenden öffentlichen Schulen 5 302 Lehrkräfte im Bereich Sportunterricht eingesetzt. 1 394 dieser Lehrkräfte sind fachfremde Lehrkräfte. Aus unserer Sicht sollte der Sportunterricht grundsätzlich neu aufgestellt werden. Das heißt, er sollte auf die Förderung sozialer Kompetenz und psychischer Gesundheit ausgelegt sein.

Der Ausfall von Sportunterricht ist aber kein neues Phänomen, welches erst im Zuge der Pandemie auftritt. Das wiederum bringt mich zu einem Bereich der schulischen

Ausbildung, genauer gesagt des Sportunterrichts, der lebensentscheidend sein kann: dem Schwimmunterricht. Corona-bedingt ist für 10 000 Zweitklässler der Grund- und Förderschulen im Schuljahr 2019/20 der Schwimmunterricht ausgefallen. Für das Schuljahr 2020/21 erwarten wir noch höhere Zahlen, denn seit dem 2. November letzten Jahres bis zum 14. Juni 2021 waren die Schwimmstätten geschlossen.

In meiner Kleinen Anfrage vom Mai dieses Jahres antwortete mir das Kultusministerium auf die Frage, wie der ausgefallene Schwimmunterricht seit dem vergangenen Schuljahr kompensiert werden soll, wie folgt – ich zitiere –: „Die konkrete Planung und flächendeckende Umsetzung eines Konzeptes zur Nachholung und Wiederaufnahme des Schwimmunterrichts für die Schülerinnen und Schüler der Schuljahre 2019/20 und 2020/21 und ff. setzt voraus, dass zumindest der Zeitpunkt der Öffnung der Hallenbäder bekannt ist. Seit 14.06.2021 sind die Hallenbäder bei entsprechender Inzidenz nun wieder geöffnet. Ein Konzept hat das Kultusministerium aus Sicht meiner Fraktion nicht vorgelegt, es sei denn, die anvisierten 20 bis 25 Schwimmunterrichtsstunden, die in den verbleibenden Unterrichtswochen nachgeholt werden sollen, sind damit gemeint.

Meine Damen und Herren! Das kann nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Das Fortführen des Nachholangebots im kommenden Schuljahr soll hoffentlich nur als Teil der Kompensationsstrategie betrachtet werden. Wir fordern daher ein langfristiges und substanzielles Konzept seitens des Ministeriums. Vielleicht hilft an dieser Stelle der Antrag der Koalition, um eben ein langfristiges und substanzielles Konzept der Staatsregierung zu erhalten. Daher stimmen wir Ihrem Antrag zu.

Vielen Dank.

(Beifall bei den LINKEN)

Kollegin TändlerWalenta sprach für die Fraktion DIE LINKE. Wir steigen jetzt in die zweite Rederunde ein. Gibt es seitens der CDU noch Redebedarf? – Das sehe ich nicht. BÜNDNISGRÜNE, Frau Kummer? – Bitte schön, Frau Kollegin.

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sport und Bewegung ist für Kinder und Jugendliche essenziell für ihre physische, psychische und soziale Gesundheit – das wurde in den vorherigen Redebeiträgen immer wieder betont –, und die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen von Bewegungsmangel sind gravierend. Das wissen wir nicht erst seit der Pandemie, sondern das haben wir auch schon vorher gewusst. Steigende Angebote an digitalen Medien und Spielen verstärken ein rückläufiges Sportverhalten von Kindern und Jugendlichen. Mehr sitzende Tätigkeiten fördern den Abbau von Muskeln, Beweglichkeit und Motorik, gleichzeitig sinkt der körpereigene Energieumsatz und Gewichtsprobleme können zunehmen.

Nicht nur in Schule und Kita, sondern auch in der Freizeit war Sport bisher für viele Kinder und Jugendliche fester

Bestandteil ihres Lebens. Viele Kinder und Jugendliche haben im Verein trainiert. Dabei haben sie auch Werte wie Fairplay, Zusammenhalt und Gemeinschaftsgefühl erfahren. Das Trainieren in den Vereinen war aufgrund der Corona-Pandemie im letzten Jahr nicht mehr möglich. Das hat zu einem dramatischen Rückgang der Mitgliederzahlen geführt. Circa 12 000 Kinder und Jugendliche haben sich aus den Sportvereinen abgemeldet und es steht zu befürchten, dass nur die Hälfte wieder in die Vereine zurückkommen wird. Außerdem wird es auch in diesem Jahr weitere Austritte geben. Gerade die Kinder, die Bewegung und Training sowohl in körperlicher als auch in sozialer Hinsicht bräuchten, bleiben am ehesten weg. Zusätzlich sind den Vereinen ehrenamtliche Übungsleiter und Trainer weggebrochen, weil auch sie beruflich und privat durch die Pandemie belastet waren.

Was es jetzt braucht, sind sowohl kurzfristige, kreative Ansätze, um Vereinssport für Kinder und Jugendliche wieder attraktiv zu machen. Aber wir müssen auch langfristig denken und den Vereinen unter die Arme greifen, um Strukturen wiederaufzubauen. Eine Kooperation von Schulen und Kitas mit Sportvereinen bei Sport- und Bewegungsförderungsangeboten wäre eine Win-win-Situation für alle. Schule und Kita werden bei ihren Angeboten zur Bewegungsförderung unterstützt, Vereine könnten dadurch neue Mitglieder gewinnen und Kinder und Jugendliche erhalten eine breite Auswahl an Möglichkeiten, um ihre sportlichen Interessen auszuprobieren. Die im Antrag angesprochene Initiierung einer Woche des Sports durch den Landessportbund und den Sächsischen Sportlehrerverband ist eine sehr gute Möglichkeit, um diese Kooperation anzuschieben. Ich bitte um Zustimmung zum Antrag.