Protokoll der Sitzung vom 30.09.2021

dann haben wir in dieser Demokratie ein großes Problem, und das sind Sie, meine Damen und Herren.

(Beifall bei der CDU, den LINKEN, den BÜNDNISGRÜNEN und der SPD – Zurufe von der AfD – Unruhe)

Da fühlen sich einige getroffen. – Um es noch einmal klarzustellen: Die Sächsische Staatsregierung tritt deshalb jeder Form von Extremismus entschieden entgegen; denn es gibt keinen guten Extremismus.

Herr Staatsminister, gestatten Sie eine Zwischenfrage?

Nein. Sie hatten viermal die Gelegenheit. Ich möchte gern weiter ausführen. – Wir werden es weder der einen noch

der anderen Seite überlassen, sich als angeblicher Verteidiger unserer Grundwerte aufzuspielen. Der Staat steht nicht am linken Rand, wenn es gegen rechts geht, aber er steht natürlich auch nicht auf der Seite der Rechten, wenn es gegen links geht.

(Beifall der Abg. Sabine Friedel, SPD)

Diesen Missbrauch machen wir nicht mit. Wir sind eine rechtsstaatliche und eine wehrhafte Demokratie.

Wer sich mit Gewalt gegen Gesetz und Ordnung auflehnt, muss wissen, dass wir die freiheitliche Rechtsordnung konsequent verteidigen.

(Beifall des Abg. Marko Schiemann, CDU)

Von Extremisten begangene Straftaten werden von der Polizei mit aller gebotenen Sorgfalt und mit Nachdruck verfolgt. Dafür unabdingbar ist – das wissen Sie alle – eine gründliche Beobachtung durch das Landesamt für Verfassungsschutz.

Meine Damen und Herren! Ich habe vor Kurzem hier im Plenum gesagt: Feinde der Demokratie erkennt man meistens daran, dass nur sie wissen, was gut und richtig ist. Das macht sie zu Antidemokraten und im schlimmsten Fall zu politischen Extremisten, die alles daransetzen, unsere Freiheit zu bekämpfen.

Bei aller Beobachtung und konsequenter Strafverfolgung: Ihnen erfolgreich gegenüberzutreten wird uns nur mit einer wachen demokratischen Kultur gelingen. Sie zu stärken gelingt uns durch Präventionsprojekte und Aufklärung, vor allem aber auch dadurch, dass jeder Einzelne von uns es mit der Demokratie ernst meint und für sie eintritt. Der Kampf gegen Extremisten und Feinde der Demokratie muss aus der Mitte der Gesellschaft geführt werden.

Vielen Dank.

(Beifall bei der CDU, den BÜNDNISGRÜNEN und der SPD)

Für die Staatsregierung sprach Herr Staatsminister Wöller.

(Norbert Mayer, AfD, steht am Mikrofon. – Rico Gebhardt, DIE LINKE: Gibt es nicht!)

Die Kurzinterventionen sind bereits aufgebraucht. Aber es ist durchaus möglich, dass die Fraktionen noch einmal nach der Staatsregierung sprechen können. Deshalb frage ich in die Runde. – Herr Kollege Wippel, bitte schön.

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kollegen Abgeordnete! Ich hatte eigentlich nicht vor, das Wort noch einmal zu ergreifen, aber nach diesem Vorwurf in Richtung der AfD während der Rede des Herrn Staatsminister Wöller halte ich es für erforderlich.

Dazu, dass im Wahlkampf – so wie Sie es berichtet haben – bei einer AfD-Veranstaltung „Sieg Heil!“, „Heil Hitler!“ oder was auch immer gerufen worden sein soll, kann ich Ihnen ganz klar sagen: Mit so einem Scheiß haben wir nichts zu tun und das wollen wir auch nicht.

(Beifall bei der AfD – Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE: Boah! – Zurufe von den LINKEN)

Das muss man einmal so deutlich sagen. Es gibt immer wieder Idioten, die im öffentlichen Raum unterwegs sind.

(Sabine Friedel, SPD: Aber die Veranstaltung war doch von Ihrer Partei angemeldet worden! – Zuruf des Abg. Rico Gebhardt, DIE LINKE)

Der von Herrn Staatsminister geschilderte Vorgang – –

(Jörg Dornau, AfD: Das war nach Abschluss der Veranstaltung! – Gegenruf des Abg. Rico Gebhardt, DIE LINKE – Jörg Dornau, AfD: Es waren eure Genossen!)

Darf ich jetzt weiterreden, oder wie machen wir das jetzt hier?

(Unruhe im Saal)

Hallo!

(Anhaltende Unruhe im Saal)

So, sind wir fertig?

Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich kann den Redner leider nicht mehr verstehen und wahrscheinlich viele in diesem Plenarsaal ebenfalls nicht. Deshalb bitte ich um etwas Ruhe. Kollege Wippel, bitte, fahren Sie fort.

Vielen Dank. Ich verstehe mein eigenes Wort nicht und es ist echt anstrengend.

(Oh-Rufe von den LINKEN)

Dieser von Herrn Staatsminister geschilderte Vorfall fand circa 20 bis 30 Minuten nach Beendigung der Versammlung statt und nicht während der Versammlung. Diese Personen sind auch keine Mitglieder unserer Partei und sie würden es niemals werden.

(Zurufe von der SPD)

Es sind offensichtlich stadtbekannte Trunkenbolde.

(Gelächter bei den BÜNDNISGRÜNEN und der SPD)

Das muss man sagen; so etwas gibt es.

(Sören Voigt, CDU: Ah, man kennt sich!)

Man kennt so etwas aus Chemnitz von damals. Sie erinnern sich vielleicht an den Hitler-Gruß,

(Sören Voigt, CDU: Es wird nicht besser!)

der durch die Medien ging und mit der AfD in Verbindung gebracht worden ist. Später kam bei den Ermittlungen heraus, dass diese Person auch ein stadtbekannter Trunkenbold war, der der linksradikalen Szene zuzuordnen ist und bei uns eingeschleust wurde.

(Beifall bei der AfD)

Für die AfD-Fraktion sprach Kollege Wippel. Gibt es seitens der anderen Fraktionen noch Redebedarf? – Das sehe ich nicht. Die Staatsregierung möchte sich auch nicht mehr dazu äußern.

Meine sehr verehrten Damen und Herren! Damit ist die zweite Aktuelle Debatte abgeschlossen.

Wir kommen zu

Dritte Aktuelle Debatte

Sichere Zuflucht für Menschen aus Afghanistan auch in Sachsen:

Landesaufnahmeprogramm auflegen. Außenpolitisches Versagen

nicht auf dem Rücken der Menschen vor Ort austragen!

Antrag der Fraktion DIE LINKE