Protokoll der Sitzung vom 02.02.2023

Genau, ich habe Redebedarf. Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kollegen Abgeordnete! Ich möchte nochmal für meine Fraktion das Wort ergreifen.

(Zuruf von der CDU: Och, ne!)

Die Möglichkeit haben wir ja. Die Kurzintervention von Herrn Lippmann muss etwas ausführlicher beantwortet werden.

Es ist nicht ausreichend, sich hier hinzustellen, sich aufzublasen und sich in Verbalakrobatik zu üben und uns mit polemischen Vorwürfen zu überziehen.

(Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE: Nein, das ist die Wahrheit!)

Ich denke, Herr Lippmann, das

(Zurufe von den LINKEN)

ist kein guter Stil. Da hat Herr Kühne völlig recht, wenn er das Gefühl hat, dass er von Ihnen nicht ernst genommen wird. Sie versuchen uns so darzustellen, als würde hier eine Gruppe Idioten sitzen.

(Sabine Friedel, SPD: Sie stellen sich selbst so dar! – Zurufe von den LINKEN)

Als hätte der Sächsische Wähler in dieser Größenordnung Idioten in den Landtag gewählt, und das können wir uns nicht gefallen lassen.

(Beifall und Zurufe der AfD)

Das, was Sie vorgebracht haben, Herr Lippmann, war reine Polemik. Es war reine Übertreibung.

(Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE: Nö! – Rico Gebhardt, DIE LINKE: Es war wahr!)

Wir haben ein Konzept gefordert

(Zuruf von der AfD: Arrogant! – Unruhe)

und natürlich wissen wir, dass die Mitarbeiter in den Museen mit Augenmaß arbeiten können. Selbst die Polizei, die sehr große Eingriffsrechte hat, arbeitet in aller Regel mit Augenmaß. Und genau darum geht es. Nichts anderes wollen wir für den Schutz unserer Kulturgüter in den Museen.

Wenn Sie hier ein Schreckensbild an die Wand malen, von Flughafenkontrollen, kilometerlangen Warteschlangen von Touristen, die im Regen stehen, weil sie nicht in die Gemäldegalerie können, dann ist das einfach an den Haaren herbeigezogen. Das haben wir in diesem Antrag nicht gefordert. Also denken Sie sich so etwas nicht aus.

(Zuruf des Abg. Marco Böhme, DIE LINKE)

Gerade wenn wir ein Konzept fordern, geht es darum, ein solches am Ende des Tages abzustimmen. Es muss abgewogen und ausgewogen sein – nichts anderes wollen wir.

(Zuruf der AfD: Richtig!)

Das, was Sie tun, ist wirklich kein guter Stil.

(Lachen des Abg. Rico Gebhardt, DIE LINKE – Unruhe)

Sie werden uns entweder missverstehen – dann verstehen Sie wahrscheinlich nicht, was wir hier sagen, selbst wenn wir uns noch so klar ausdrücken – oder Sie vergessen, was wir gesagt haben und was in diesem Hause debattiert worden ist. Dann sollten Sie vielleicht nicht hier sitzen. Oder Sie verdrehen das, was in diesem Haus von uns gesagt wurde, ganz bewusst.

(Zurufe der Abg. Rico Gebhardt und Susanne Schaper, DIE LINKE)

Auch dann ist das überhaupt kein guter Stil, und Sie sollten nicht hier sitzen. Ihr Vorwurf, dass wir hier gefordert hätten, eine Amnestie für Straftaten zu erlassen, ist an den Haaren herbeigezogen. Das haben wir nicht gefordert. Schauen Sie nochmal in den Antrag hinein oder folgen Sie wenigstens der Debatte.

(Zuruf des Abg. Rico Gebhardt, DIE LINKE – Beifall bei der AfD)

Herr Wippel, gestatten Sie eine Zwischenfrage?

Wenn ich meinen Gedanken zu Ende führen kann, können wir das gern tun.

Herr Richter, würden sie den Moment noch warten?

(Frank Richter, SPD: Ja!)

Bitte schön, Herr Wippel.

Herr Lippmann, wir haben eine – nochmal zur Erinnerung an alle – Amnestie für Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit der Erlassung von Corona-Maßnahmen gefordert, nachdem die Regierung selber in Form des Ministerpräsidenten festgestellt hat, dass die Maßnahmen teilweise überzogen gewesen sind,

(Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE: Nein, haben Sie nicht!)

und dass man es heute nicht mehr so machen würde. Selbst Herr Lauterbach ist mittlerweile zu einer anderen Einschätzung gekommen.

Jetzt die Frage.

Herr Richter, bitte schön.

Folgende Frage Herr Wippel: Haben Sie in den letzten Wochen oder Monaten einmal das persönliche Gespräch mit Frau Ackermann gesucht? Ich frage das nicht deshalb, weil ich meine, dass sich irgendeiner von den Kollegen verteidigen müsste, sondern weil es mir ein Herzensanliegen ist, diese großartige Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen in Schutz zu nehmen. Sie gibt sich jede Menge Mühe, genau das zu tun, was Sie hier fordern: ein Konzept zur Sicherheit ihrer Häuser zu entwickeln. Haben Sie mit ihr einmal das Gespräch gesucht?

Herr Richter, Sie müssen sehen, ich habe auf Herrn Lippmann reagiert.

(Zuruf von der CDU)

Ich bin nicht der kulturpolitische Sprecher unserer Fraktion. Dieser wird sicherlich entsprechend Kontakt zu den Stellen aufgenommen bzw. über die Staatsregierung die entsprechenden Informationen eingeholt haben. Sie müssen an dieser Stelle sehen, dass wir nichts dagegen haben, dass Frau Ackermann ein Konzept erstellt.

(Zuruf von der AfD: Sie ist von uns eingeladen worden!)

Wir wollen, dass dieses Konzept kommt, und wir wollen dieses Konzept sehen. Es soll schnell kommen. Wenn Sie das unterstützen, finde ich es hervorragend, dass Sie das tun. Dann können Sie unserem Antrag zustimmen, weil Sie offensichtlich die Intension mittragen und im Übrigen auch erkannt haben – –

(Beifall bei der AfD)

Ihre Frage war: Habe ich Frau Ackermann gesehen? Ja, ich habe Frau Ackermann gesehen.

(Beifall bei der AfD –

Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE,

steht am Mikrofon. –

Ihr

müsst Euch entscheiden, was Ihr wollt!

Ich denke, es gibt ein Konzept! Jetzt sagen

Sie wieder, Sie wollen ein Konzept sehen!)