Protokoll der Sitzung vom 09.11.2023

Gemeint ist nichts anderes, als dass sich die Staatsregierung mit einer Kampagne an diejenigen Ausländer wenden soll, die kein Aufenthaltsrecht in Deutschland haben, die ihre Pässe weggeworfen haben,

(Zuruf der Abg. Daniela Kuge, CDU)

damit sie nicht abgeschoben werden können, die ihren Mitwirkungspflichten im Asylrecht nicht nachkommen.

(Zuruf des Abg. Markus Scholz, BÜNDNISGRÜNE)

Die Botschaft der Kampagne soll lauten: Bist du illegal in Deutschland? Bist du ausreisepflichtig?

(Daniela Kuge, CDU: Das ist peinlich!)

Kein Problem! Nimm einen Job in der Pflege an. Dann kannst du auch weiterhin in Deutschland bleiben und wirst nicht abgeschoben.

(Beifall bei der AfD – Daniela Kuge, CDU: Das ist doch, was Sie wollten, dass sie arbeiten! – Zuruf des Abg. Rico Gebhardt, DIE LINKE – Zurufe von der CDU)

Werte Damen und Herren! Die Pflege unserer Mitmenschen ist eine Verpflichtung, die wir sehr ernst nehmen müssen.

(Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE: Ja, was, wenn nicht?)

Pflege ist Beziehungsarbeit. Pflege greift in die intimsten Lebensbereiche ein. Pflegebedürftige sind in der Regel hilflos und schutzbedürftig.

(Zuruf des Abg. Rico Gebhardt, DIE LINKE)

Werte CDU und SPD! Wollen Sie wirklich, dass in den Pflegeheimen illegale Migranten, die aus fremden Kulturkreisen stammen

(Zuruf des Abg. Rico Gebhardt, DIE LINKE)

und deren Arbeitsmotivation es ist, sich einen Aufenthaltstitel über das Vehikel „Job in der Pflege“ zu beschaffen, für das Wohlergehen unserer alten und hilfsbedürftigen Mitmenschen zuständig sind?

(Daniela Kuge, CDU: Das ist das Allerletzte, was Sie von sich geben! Ich denke, sie sollen arbeiten! – Zurufe von der CDU – Zuruf des Staatsministers Christian Piwarz)

Werte CDU! Sie alle wissen doch, wie wichtig es ist, dass Pflegebedürftige entsprechend ihrer individuellen Werte, ihrer kulturellen und religiösen Prägung versorgt und betreut werden.

(Zuruf von der CDU: Also, bitte! – Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE, steht am Mikrofon)

Gestatten Sie eine Zwischenfrage?

Nein. – Denken Sie im Ernst, dass mit dem Einsatz von illegalen Migranten in der Pflege die Qualität und Sicherheit der Patientenversorgung gewährleistet ist?

(Zuruf des Abg. Rico Gebhardt, DIE LINKE)

Denken Sie, dass die Rechte und Bedürfnisse der Pflegekräfte respektiert werden?

(Zuruf des Abg. Kay Ritter, CDU)

Fragen Sie doch einmal die Sachsen, was sie davon halten,

(Rico Gebhardt, DIE LINKE: Die fragen wir doch!)

wenn ihre Mutter oder ihr Vater von illegalen Migranten gepflegt werden sollen.

(Daniela Kuge, CDU: Wir fragen doch die Sachsen! – Zuruf des Abg. Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE)

Das, was Sie hier vorschlagen, wird niemandem gefallen, außer den Migranten selbst. Ich glaube, noch nicht einmal denen wird es gefallen, da sie ein eigenes Denken in ihrer Heimat zur Pflege haben.

(Daniela Kuge, CDU: Ich hoffe, Sie entschuldigen sich dafür!)

Mit Ihrem Vorschlag haben Sie das Wohl weder der Pflegebedürftigen noch der Pflegekräfte im Blick.

(Beifall bei der AfD)

Ihnen geht es allein darum, illegale Migration zu legitimieren.

(Daniela Kuge, CDU: Genau!)

Werte Damen und Herren! Wir haben in Sachsen mehr als 131 000 Arbeitslose.

(Zuruf des Abg. Rico Gebhardt, DIE LINKE)

Das sind genügend Menschen, die erwerbsfähig sind und dringend sinnvolle Arbeit benötigen.

(Daniela Kuge, CDU: Ach, die wollen Sie zur Arbeit zwangsverpflichten?)

Auf diese Personen sollten wir uns konzentrieren. Sie müssen an sozialversicherungspflichtige Arbeit, auch in der Pflege, herangeführt werden.

(Zurufe der Abg. Rico Gebhardt und Antje Feiks, DIE LINKE)

Gestatten Sie mir noch folgenden Hinweis.

(Rico Gebhardt, DIE LINKE: Nee!)

Wie sieht eine langfristige Lösung in der Pflege aus?

(Daniela Kuge, CDU: Sie pflegen zu Hause jemanden selber!)

Habe ich gemacht, habe ich gemacht.

(Zuruf der Abg. Daniela Kuge, CDU)

Ja, in einer guten Familienpolitik. Eine Familienpolitik, die dafür sorgt, dass unser Land seine Fachkräfte wieder selbst generiert. Unsere Vorschläge hierzu liegen Ihnen vor, und diese brauche ich hier nicht schon wieder zu benennen.

(Zuruf des Abg. Rico Gebhardt, DIE LINKE)

Mir ist bewusst: Angesichts der Notlage, vor der wir jetzt stehen, sind kurzfristige Maßnahmen gefragt.

(Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE: Ja!)

Aber was läuft hier im Land schief? Man hört immer wieder: Fachkräftemangel. Ich bekomme immer mehr Hinweise, dass Leute um die 60 Jahre in Bildungsmaßnahmen gesteckt werden und Bewerbungen ohne Ende schreiben. Nichts. Es dürfte gar keine Arbeitslosen geben. Noch einmal frage ich: Was läuft hier schief?

In Ihrem Antrag zeigen Sie einige wenige Ansätze, wie zusätzliches Personal generiert werden soll. Aus diesem Grund werden wir uns leider enthalten.