„Schulen arbeiten im Rahmen ihrer Aufgaben mit den Trägern der öffentlichen und freien Jugendhilfe sowie anderen Stellen und öffentlichen Einrichtungen, deren Tätigkeit sich wesentlich auf die Lebenssituation junger Menschen auswirkt, insbesondere mit Einrichtungen der Familienbildung und den Familienverbänden sowie Trägern der beruflichen Fort- und Weiterbildung, den Musikschulen, den Volkshochschulen sowie Sport- und anderen Vereinen zusammen. Die Schulen können dazu im Einvernehmen mit dem Schulträger Vereinbarungen abschließen. Die Schulträger können auf Wunsch der Schulen den Kooperationspartnern Räume und technische Ausstattung zur Nutzung überlassen.“
Das heißt, es ist jetzt schon geregelt, dass Schulen mit verschiedenen Trägern zusammenarbeiten sollen; dazu gehören auch das DRK, die Johanniter, die Malteser, der ASB oder auch die DLRG. All diese Einrichtungen bieten ihre Projekte an Schulen bereits an.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich halte es wirklich für schwierig, den Schulen gerade in der jetzigen personellen Situation verpflichtende Maßnahmen aufzwingen zu wollen. Dem Antrag der AfD werden wir nicht zustimmen. Denn, sehr geehrte Damen und Herren der AfD, er steckt voller Widersprüche. Das erkennen Sie, wenn Sie Ihren Antrag direkt einmal lesen.
Auf der einen Seite soll das Ministerium über die Umsetzung berichten, also darüber, was schon ist. Auf der anderen Seite verlangen Sie, einen Einsatz ab der 7. Klasse verpflichtend einzuführen. Was denn nun? Ich denke, ein Selbstbefassungsantrag im Ausschuss wäre hilfreicher gewesen. Aber wir haben sowohl von
meiner Vorrednerin als auch von der Bildungsministerin gehört, dass der gesamte Prozess bereits läuft. Deshalb, so denke ich, bräuchten wir keinen Antrag in den Bildungsausschuss zu überweisen; denn wenn die Ministerin im Frühjahr berichtet, ist das ausreichend. - Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Ich habe es mir nicht ausgesucht. - Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Die antragsstellenden Fraktionen weisen zu Recht darauf hin, dass wir uns als Koalitionsfraktionen dem Ziel der Ersten-Hilfe- Schulungen in den Schulen angenommen haben - zweifellos ein wichtiges Thema, das bereits Gegenstand einer Kleinen Anfrage meines Kollegen Konstantin Pott war. Nicht nur als Lehrer bin ich mir der Bedeutsamkeit dieser Thematik bewusst, müssen doch die Kolleginnen und Kollegen an den Schulen regelmäßig im zweijährigen Rhythmus ihre entsprechenden Kenntnisse auffrischen. Daher ist es in der Tat angebracht, dieses Thema im Bildungsausschuss aufzugreifen und seitens des Bildungsministeriums berichten zu lassen.
Wie bedeutsam das ist, zeigt eine Umfrage des ADAC unter 3 600 Personen. Die Mehrheit der Befragten sei zwar zur Ersten Hilfe bereit, sehe aber meist enorme Unsicherheiten und
Wissenslücken in Bezug auf konkrete Handlungsabfolgen und Ausführungen der ErsteHilfe-Tätigkeiten. An dieser Stelle gibt es also ohne Frage Handlungsbedarf; denn Erste Hilfe kann Leben retten. Das ist eine Binsenweisheit.
Deshalb ist es unglaublich wichtig, im Ernstfall handlungsfähig zu sein. Wie so oft im Leben gilt auch hierbei: Je eher man mit dem Erwerb entsprechender Kenntnisse beginnt, umso besser ist das.
Die Möglichkeiten der praktischen Umsetzung an unseren Schulen wurden von Frau Ministerin Feußner dargestellt. Wir möchten uns diesem extrem wichtigen Thema widmen. Ich bitte daher um die Überweisung in den Bildungsausschuss. - Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Spät dran sein, in dem Fall in der Redereihenfolge, ist nicht immer so harmlos wie heute für mich. Aber Wiederholung hilft beim Lernen; also wiederhole ich Frau Pähle an dieser Stelle gerne, erstens, weil ich es vorbereitet habe, und zweitens, weil es nicht schaden kann, dieses Wissen zu verinnerlichen.
„Stayin‘ Alive“ von den Bee Gees oder, wenn Sie es lieber mögen, „Atemlos“ von Helene Fischer oder „Highway to Hell“ von AC/DC, was es in beiden letzteren Fällen zu verhindern gilt - diese Songs laufen im Tempo von 100 Beats per minute. Gern können Sie, wenn Sie
das und auch „Biene Maja“ nicht mögen, googlen - Fitness-Apps haben eine Reihe an Songs mit 100 Beats per minute.
Wenn man diesen Beat im Kopf oder im Ohr hat, hat man genau den richtigen Takt, um in Notsituationen entscheidende Erste Hilfe leisten zu können - so simpel und eindrücklich kann lebensrettendes Wissen um Erste-Hilfe-Maßnahmen sein.
Manchmal ist Zuspätkommen höchst dramatisch. Erste Hilfe ist im Ernstfall der entscheidende Faktor für das Leben und die Gesundheit von Menschen. Dennoch leiten Studien zufolge nur etwa 42 % der Ersthelfer Reanimationsmaßnahmen ein, wo sie notwendig wären. Sehr viele Menschen fühlen sich als Ersthelfer*innen unsicher. Sie wissen nicht genau, was sie machen sollen, und haben Angst, etwas falsch zu machen. Gegen die Angst, etwas falsch zu machen, hilft vor allem eines: üben, üben, üben. Auch das wurde schon erwähnt.
Die Teilnahme an Erste-Hilfe-Kursen schafft die notwendige Sicherheit für den Moment, in dem sie gebraucht wird, im Übrigen auch für Erwachsene. Es trifft bei Erste-Hilfe-Kursen auch ein berühmtes Sprichwort zu: Früh übt sich, wer ein Meister oder eine Meisterin werden will. Das gilt übrigens durchaus schon im Grundschulalter, wie es an unseren Schulen auch schon passiert.
Deswegen unterstützen wir Bündnisgrünen, dass sich die Koalitionsfraktionen in ihrem Koalitionsvertrag darauf verständigt haben, an Schulen Erste-Hilfe-Kurse verstärkt einzuführen. Anders als es im Antrag der AfD anklingt, wollen wir jedoch nicht, dass die Lehrkräfte die zusätzliche Aufgabe bekommen, auch noch Erste-Hilfe-Unterricht für ihre Schülerinnen und Schüler anzubieten. Unsere Lehrerinnen und Lehrer haben schon mehr als genug zu tun,
Es ist auch notwendig. Es gibt Expert*innen in unserem Land, die nicht nur selbst Rettungsprofis sind, sondern schon in jahrzehntelangem Engagement Laien in Erstrettungsmaßnahmen unterrichten. Wir schlagen deshalb vor, dass die in Sachsen-Anhalt handelnden Träger von Erste-Hilfe-Ausbildung finanziell und personell in die Lage versetzt werden, ihre Expertise einzusetzen und möglichst an allen, aber mindestens an noch viel mehr Schulen Erste-HilfeKurse anzubieten. Wir wollen, dass die Träger insbesondere darin gestärkt werden, dauerhafte Arbeitsgemeinschaften in Kooperation mit Schulen anzubieten, damit Erste-Hilfe-Kurse regelmäßig und in allen Jahrgängen stattfinden können. Deshalb bitten wir um die Zustimmung zu unserem Alternativantrag. - Vielen Dank.
Werte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Im Notfall zu wissen, was man tun muss, ist wichtig. Das gilt auch für unsere Jüngsten. Wir haben deshalb im Koalitionsvertrag vereinbart, Erste-Hilfe-Kurse an Schulen durchzuführen. Darauf verweisen Sie in Ihrem Antrag.
Sehr geehrte Damen und Herren der AfD! ErsteHilfe-Training ist aber auch mehr als nur das Üben von Wiederbelebungsmaßnahmen. Unsere Jüngsten in den Kindergärten und den Schulen sensibilisieren wir gerade auch mit Blick auf die Unfallverhütung, unter anderem mit Besuchen von Polizei und Feuerwehr. Ebenso werden Grundsätze zum Absetzen von Notrufen und eben Erste-Hilfe-Leistungen vermittelt. Das intensivieren wir dann an den weiterführenden Schulen.
Eine Ersthelferbefähigung ist für alle unsere Lehrerinnen und Lehrer verpflichtend. An vielen Schulen existieren zudem extra geschulte Lehrkräfte, die spezifische Angebote für die Schülerinnen und Schüler erarbeiten und eben auch anbieten. Bei der konkreten Umsetzung können sie von Partnern unterstützt werden.
Diese altersgerechte und zielgruppenspezifische und auch wiederholte Vermittlung macht Sinn; denn wiederholen - das haben wir heute schon gehört -, verknüpfen und vertiefen von bereits Gelerntem, Wissen und Fähigkeiten verstetigen diese eben auch.
Herr Köhler, Sie haben dies als Ziel Ihres Antrages benannt, aber davon liest man im Antrag eigentlich nichts. Der erste Kernpunkt der vorliegenden Anträge ist, im Ausschuss für Bildung über die Erste-Hilfe-Ausbildung an Schulen zu berichten. Gemäß dem Antrag der AfD soll der Landtag beschließen, dass die Landesregierung beauftragt wird, über den gegenwärtigen Arbeits- und Umsetzungsstand sowie über die detaillierte Ausgestaltungsabsicht von ErsteHilfe-Kursen an den Schulen in Sachsen-Anhalt im Ausschuss zu berichten. Sie räumen also
ein, dass es - das wurde auch schon gesagt - schon Erste-Hilfe-Kurse gibt und dass ein Angebot existiert.
Meine Damen und Herren der AfD! Dafür hätte es dieses Antrages und dieser Debatte nicht bedurft. Dafür müssten sich Ihre Abgeordneten im Bildungsausschuss lediglich einfach zu Wort melden und fragen; dann wären diese Fragen beantwortet worden. In der letzten Sitzung des Ausschusses für Bildung haben sich die anwesenden Kollegen der AfD aber - sieht man von der Begrüßung ab - an den Diskussionen überhaupt nicht beteiligt.
Wir wollen an Schulen über die Gefahren informieren. Wir wollen, dass die Schülerinnen und Schüler wissen, was sie im Notfall tun müssen. Das ist uns ein wichtiges Anliegen. Ergänzungsangebote mit Kursen zur Ersten Hilfe sind da- bei, wie die Ministerin erläutert hatte, ein Baustein.
In der Hoffnung, dass sich die Abgeordneten der AfD in Zukunft dann vielleicht eher an der Diskussion im Ausschuss beteiligen und intensiv mitmachen, bitte ich Sie darum, auch diesen Antrag zu überweisen. Ich freue mich auf eine Diskussion. - Vielen Dank.
Vielen Dank, Herr Redlich. - Als letzter Redner in der Debatte spricht Herr Köhler für die AfDFraktion. - Herr Köhler, bitte.
die teilweise konstruktive Debatte und auch für das Angebot zur Ausschussüberweisung. Wir werden das wahrnehmen.
Gleichwohl möchte ich dem einen oder anderen Irrtum, der hier geäußert wurde, entgegentreten, bspw. dass wir für die Aufgabe der regelmäßigen Ersthilfekurse die Lehrer heranziehen wollten. Das ist so nicht richtig. Das haben wir bewusst offengelassen. Im Redebeitrag habe ich auch darauf verwiesen, dass wir sehr gern auf die Kooperationspartner, d. h. die Profis von Malteser etc., zurückgreifen.
Ebenso halte ich es für nicht widersprüchlich, sich hier über den Umsetzungsstand informieren und sich zeitlich über das laufende Schuljahr, das den Zeithorizont bis Mitte 2023 umfasst, dann entsprechend aufstellen zu lassen. Ich halte das nicht für widersprüchlich; sei es drum. Wir können das sehr gern im Ausschuss weiterdiskutieren. An dieser Stelle danke ich für Ihre Aufmerksamkeit. - Vielen Dank.
Es ist beantragt worden, diesen Antrag in den Bildungsausschuss zu überweisen. Das würde dann auch für den Alternativantrag im Anhang mit gelten. Wer stimmt einer Überweisung in den Bildungsausschuss zu? Den bitte ich um sein Kartenzeichen. - Das ist Zustimmung bei den Koalitionsfraktionen und bei der AfD- Fraktion. - Wer ist dagegen? - Das ist die Fraktion DIE LINKE. Wer enthält sich der Stimme?
Es ist nun 19:20 Uhr, damit ein bisschen vor dem offiziell verkündeten Ende. Der nächste Tagesordnungspunkt 23 ist mit 40 Minuten angesetzt. Ich sehe, dass Sie alle wach sind und gern weitermachen möchten.