(Lachen bei den GRÜNEN, bei der CDU, bei der SPD und bei der FDP - Siegfried Borg- wardt, CDU: Nein, ich meinte Markus! - Un- ruhe)
Ich unterstütze ausdrücklich das Anliegen der LINKEN-Fraktion. Der Antrag basiert auf einem im Mai 2021 im Bundestag beschlossenen Antrag, der darauf abzielte, dass Klubs und LiveSpielstätten mit nachweisbarem kulturellen Bezug nicht mehr als Vergnügungsstätten, sondern als Anlagen für kulturelle Zwecke definiert werden.
Ich denke, wir müssen das auf unser Land umsetzen und die Förderrichtlinie entsprechend anpassen; denn Klubs und Musikspielstätten gehören zur Alltagskultur in Sachsen-Anhalt. Mit dem Ermöglichen einer Förderung sorgen wir dafür, dass diese Klubs und Musikspielstätten in unserem Land erhalten bleiben. - Vielen Dank.
schon, dass ich wahrscheinlich nicht lange reden kann; denn dann ist die Stimme ganz weg. Ich könnte heute in einer Rockband mit- singen; das gibt die Stimme jetzt langsam her.
Klubs und Musikspielstätten sind Orte der Kultur. Herr Robra hat es mir schon vorweggenommen - bei mir steht haargenau das Gleiche -: a u c h Orte der Kultur. Sie sind nämlich auch Wirtschaftsstandort; sie sind auch wirtschaftliche Unternehmen. Wir alle wissen: Die Kulturstätten und die Sportvereine, die Wirtschaft, die Hotels, das Gaststättengewerbe, all das hängt irgendwie zusammen.
Sie leiden heute wieder, und zwar unter der Energiekrise. Kaum ist die Coronakrise vorbei, kommt die Energiekrise. Die Ersten gehen schon vom Netz. Gerade heute haben wir gehört, dass das Burghotel in Gommern schließt. Auch dort fanden Kulturveranstaltungen und Musikveranstaltungen statt. Auch die Möglichkeit der Betreuung solcher Klubs wird also immer mehr eingeschränkt.
Und das ist aus meiner Sicht erst der Anfang. Die Welle wird auch auf Klubs und Diskotheken überschlagen. Das wirtschaftliche Betreiben solcher Einrichtungen wird dann nur noch mit höheren Preisen für Getränke zu gestalten sein.
Außerdem sollte für die Einrichtungen geprüft werden, ob es nicht Fördermöglichkeiten über das Wirtschaftsministerium gibt. Wie wir gehört haben, gibt es die.
Ich habe mir einmal erlaubt, darüber nachzudenken, wie es in meinem ehemaligen Betrieb wäre, wenn wir im Theater eine Temperatur von 19 °C haben: Eine Oper dauert drei bis vier Stunden, in Decken gehüllt, statt Abendkleid Fleece-Jacke und Thermohose, und in der
Pause gibt es statt Champagner dann Glühwein. Stellen wir uns das einmal vor. Sitzen Sie einmal bei 19 °C vier Stunden im Opernhaus. Das funktioniert nicht.
Wir müssen uns dafür also dringend etwas überlegen. Deshalb bin ich auch sehr dankbar dafür, dass wir im Ausschuss einmal allgemein über die Situation in der heutigen Krise sprechen. Es stehen eben nicht nur Wohlfühlmomente auf dem Spiel; hierbei geht es um Identität, Geschichte, Herkunft und Bildung.
Wir haben schon während der Coronakrise schmerzhaft erfahren müssen, dass sich die Abwesenheit von kultureller Begegnung negativ auf unser Zusammenleben auswirkt. Als Chorpräsident kann ich für unsere Mitglieder sprichwörtlich ein Lied davon singen.
Ich finde die grundsätzliche Diskussion dar- über, wie wir unseren Kultureinrichtungen in diesen schwierigen Zeiten helfen können, sehr wichtig und sehr richtig. Ich freue mich auf die Diskussion im Ausschuss und auf den Austausch. Ich glaube, es ist richtig, jetzt darüber zu sprechen. Wir müssen auch ein Signal des Vertrauens nach außen setzen, das zeigt, dass wir uns darum kümmern. - Vielen Dank.
Vielen Dank, Herr Schumann. - Der letzte Redner wäre Herr Gebhardt. - Er verzichtet. Damit sind wir am Ende der Debatte angelangt.
Es ist beantragt worden, den Antrag in den Ausschuss für Bundes- und Europaangelegenheiten, Medien sowie Kultur zu überweisen. Wer dem zustimmt, den bitte ich um das Kartenzeichen. - Ich sehe Zustimmung im ganzen Haus. Gibt es Gegenstimmen? - Nein. Gibt es Enthaltungen? - Nein. Damit ist dieser Antrag einstimmig in den Kulturausschuss überwiesen worden.
Meine Damen und Herren! Ich danke Ihnen für Ihre Disziplin, auch noch kurz vor acht. Damit sind wir am Ende des heutigen Sitzungstages angelangt. Die morgige Sitzung beginnt um 9:30 Uhr. Wir werden mit zwei Wahlhandlungen beginnen, und zwar unter den Tagesordnungspunkten 5 und 6.