Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Meine Damen und Herren! Lassen Sie uns über Gerechtigkeit reden. Sie merken sicherlich, dass wir rund um den internationalen Kindertag viele Aspekte, die für Kinder und Jugendliche relevant sind, hier zur Debatte stellen, so auch die Frage: Wie hinterlassen wir den jungen und den noch nicht geborenen Generationen unseren Planeten?
Wer nicht völlig apokalyptisch inspiriert ist, wird sagen: Natürlich so, dass unsere Kinder und Enkel und all die, die danach kommen, noch ein gutes Leben haben. Nach mir die Sintflut - das denken doch nur sehr wenige, hoffe ich.
muss und diese Fragen für den Einzelnen oftmals sehr abstrakt sind. Mit Blick auf das Klima hilft uns die Wissenschaft. Da haben wir eindrückliche Vorträge im letzten Wissenschafts- und Umweltausschuss gehört.
Meine Damen und Herren! Seit den 1970er-Jahren warnen Wissenschaftler*innen davor, dass der Ausstoß von CO2 zur Erderwärmung führen wird. Die Gesetze der Physik lassen sich nicht diskutieren.
Die Klarheit und Präzision, mit der Herr Prof. Messner im Ausschuss das menschliche Handeln mit den Folgen der Klimakatastrophe verbunden hat, brachte einen AfD-Mann zu der Aussage, das wäre eine Anklage an die Menschheit. Nun: Eine solche Sensibilität wäre durchaus angemessen. Er meinte es leider nur nicht so.
Meine Damen und Herren! Der Klimawandel aufgrund der Erderwärmung ist da. Und wir, unser Wirtschaftssystem, das auf dem Verbrennen fossiler Energie aufgebaut ist, sind schuld. Das muss man eingestehen, damit man zukünftig sein Handeln verbessert.
Meine Damen und Herren! Am 4. Mai dieses Jahres war der Erdüberlastungstag. Würde die Menschheit so leben wie wir in Deutschland, dann wären alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht. Das entspricht dem Verbrauch von drei Erden im Jahr.
so viel, wie sich wieder erneuert. Die Menschheit, besonders die industrialisierten Länder, machen das aber nicht. Im Gegenteil: Die Erde wird ausgebeutet.
Meine Damen und Herren! Ich bin gespannt, wann die Rednerinnen und Redner aus den anderen Fraktionen heute sagen: Was kommen Sie schon wieder mit den CO2-Budgets? Nun: Das werden wir jetzt öfter tun. Man kann nämlich sehr gut berechnen, wie viel CO2 noch emittiert werden darf, damit wir die Erderwärmung auf das 1,5-Grad-Ziel, zu dem sich Deutschland verpflichtet hat, begrenzen.
Da hat der GRÜNEN-Antrag recht. Dieses Budget ist in sechs Jahren aufgebraucht. Wer es sich übrigens ansehen will, wie sich diese Budgets entwickeln und wie sozusagen die Uhr tickt, bis wann wir ausgestiegen sein müssen, der kann gern einmal auf meiner Homepage nachgucken. Ich habe dort so eine CO2-Uhr verlinkt. Das gibt es auch auf anderen Webseiten. Da kann man einmal sehen, wie viel Zeit man eigentlich noch hat, wenn man das 1,2-Grad-Ziel oder das 2-Grad-Ziel erreichen möchte.
Denn erreichte Kipppunkte machen Veränderungen nicht nur unwiderruflich, sie ziehen auch Kaskaden anderer Veränderungen nach sich.
nationen bereits eine historische CO2-Schuld haben. Das wird auch international immer wieder ins Feld geführt, wenn es um den Ausgleich geht. Wir häufen diese Schulden noch weiter an. Das, meine Damen und Herren, muss auf- hören.
Darum brauchen wir endlich die Festsetzung der CO2-Budgets. Darauf sollte dann das Klimaschutzgesetz folgen, wie es die GRÜNEN jetzt im Alternativantrag fordern. Ich finde ja, der Alternativantrag ist gar nicht so sehr alternativ, sondern sie hätten sich auch sehr gut ergänzt.
Meine Damen und Herren! Wir müssen auch die Bildung zur nachhaltigen Entwicklung stärken. Teil davon sind unsere Jugendwaldheime, die wir viel stärker unterstützen müssen.
Möglichst viele junge Menschen sollten die Angebote wahrnehmen können. Dazu können Vereine und Verbände beitragen, wenn man sie mit einbezieht. Jeder sollte auch wissen, wo man selbst CO2 einsparen kann. Natürlich!
Das ist doch auf jeden Fall richtig. Aber: Gesamtgesellschaftlich gesehen, finde ich es völlig falsch, diese Verantwortung allein bei jedem Einzelnen abzuladen. Wir brauchen staatliche Regulierungen, an die sich alle halten müssen, auch die Reichen und auch die Wirtschaft.
- Ja, da müssen Sie durch. Sie können sich an- gucken, wie die CO2-Bilanzen anhand des Wohlstands sind
und wie sich so ein Privatjetflug auswirkt. Das können Sie sich einfach einmal angucken. Darüber werden Sie sich sicherlich auch schon einmal Gedanken gemacht haben.
Außerdem, meine Damen und Herren, wollte ich noch über eines reden: Gestern kam abends eine Sendung, die heißt „Reschke Fernsehen“. Die finde ich immer gut. Die Frau recherchiert sehr genau, wie sich das entwickelt hat.
Und zwar haben die recherchiert, wie die Ölmultis seit den 1970er-Jahren dafür gesorgt haben, dass die Leute möglichst nicht glauben, dass es einen menschengemachten Klima- wandel geben soll.