Ich kann auch alle immer nur dazu einladen, an den Sachsen-Anhalt-Spielen teilzunehmen. Es ist wirklich beeindruckend, wenn man sieht, wie man wirklich Talente auch als Laie frühzeitig erahnen kann.
Daneben wird es auch immer darum gehen, dass wir Sportvereine und den Breitensport fördern; denn eines ist auch klar: Olympiasieger sind noch nie vom Himmel gefallen, sondern alle sind in irgendeinem Sportverein groß geworden. Deswegen ist auch die Förderung unserer Sportvereine unverzichtbar.
Nach den Olympischen Spielen ist vor den Paralympischen Spielen. Sie beginnen jetzt am 28. August in Paris. Wir haben sogar vier Sportlerinnen und Sportler aus Sachsen-Anhalt. Anja Adler und Andrea Eskau sind schon genannt worden, sicherlich mit den besten Chancen auf Medaillen. Ich will aber auch die beiden Rollstuhl-Rugby-Sportler vom SV Eiche 05 Biederitz nicht unerwähnt lassen. Ich glaube, wir können uns auf weitere schöne sportliche Ereignisse freuen. Ich wünsche natürlich den paralympischen Athleten, gerade auch unseren vier aus Sachsen-Anhalt, dass sie eine tolle Zeit in Paris verbringen und ihre beste Leistung liefern können. - Herzlichen Dank.
Ich danke Ihnen auch, Frau Zieschang. - Wir kommen zum nächsten Redner. Herr Korell, bitte, für die AfD-Fraktion.
Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Abgeordnete! Die Olympischen Spiele 2024 in Paris sind nun seit etwa zwei Wochen Geschichte. Die FDP-Fraktion hat jetzt unter dem Titel „Olympia Paris 2024 - Sachsen-Anhalt auf der Erfolgsspur“ eine Aktuelle Debatte beantragt, um Bilanz zu ziehen. Doch stellen wir uns die Frage: War es tatsächlich ein riesiger Erfolg? - Für Sachsen-Anhalt: ganz klar ja; für Deutschland: nein.
Olympische Spiele sind mehr als nur ein Sportereignis. Sie spiegeln die Ambitionen einer Nation wider, ihre Fähigkeit, sich auf internationaler Bühne zu messen, um zu zeigen, was in ihren Athleten steckt. Doch ein Blick auf den Medaillenspiegel zeigt ein ernüchterndes Bild für
Deutschland. Seit den Sommerspielen in Barcelona 1992, der ersten Olympiade nach der Wiedervereinigung, ist unser Abschneiden kontinuierlich rückläufig. Das Ergebnis in Paris ist das schlechteste für Deutschland im Gesamtranking seit dem Jahr 1952. Herr Silbersack hat es schon ausgeführt.
Dieser Rückgang verdient eine offene und ehr- liche Debatte statt einer Selbstbeweihräucherung und Lobhudelei. Es passt jedoch ins aktuelle politische Zeitgeschehen, dass kleine Erfolge als große Würfe verkauft werden. Doch wir sollten den Mut haben, die Herausforderungen zu benennen und ihnen entschlossen entgegenzutreten.
Natürlich gratuliere auch ich Lukas Märtens aus unserem Schwimmerteam zur Goldmedaille über 400 m Freistil und den vier anderen Medaillengewinnern - ein grandioser Erfolg, der auch seinem Trainer Bernd Berkhahn zu ver- danken ist. Allen Olympiateilnehmern, die eine Medaille für Sachsen-Anhalt und Deutschland errungen haben, gilt unser herzlicher Glückwunsch und unser Jubel.
Doch lassen Sie uns nicht dabei stehen bleiben. Der Zusammenhang zwischen Sportförderung und Medaillenerfolgen ist offensichtlich. Während China 1,4 Milliarden € in die eigene Sportförderung steckt, investiert Deutschland gerade einmal knapp 400 Millionen €. Singapur honoriert seine Goldmedaillengewinner mit
700 000 €, während in Deutschland lediglich eine einmalige Zahlung in Höhe von 20 000 € erfolgt. Diese Summe gleicht die Lebensrisiken und Versorgungslücken aufgrund jahrelangen kontinuierlichen Trainings bei Weitem nicht aus; es sei denn, der Sportler hat das Glück, auf einer der wenigen Sportförderstellen bei Bundeswehr oder Polizei zu sitzen.
Diskussion über eine langfristige und nachhaltige Sportförderung, die den Athleten die notwendige Sicherheit bietet. Ich erinnere daran, dass ich bereits einen Antrag für eine anerkennende Sportlerrente eingebracht habe, leider ohne Erfolg.
Die Spitzensportförderung obliegt zwar dem Bund, doch für den Breiten- und Amateursport und damit auch für die Nachwuchsförderung von potenziellen Olympioniken sind die Bundesländer verantwortlich. In Sachsen-Anhalt liegt in diesem Bereich leider vieles im Argen. Die Kommunen, die eigentlich Schwimmbäder und andere Sportstätten erhalten sollten, stehen vor finanziellen Herausforderungen. Dies hat zur Folge, dass immer weniger Kinder das Schwimmen lernen, was nicht nur die Zahl der Bade- toten in jeder Saison erhöht, sondern auch den Nachwuchs im Schwimmsport gefährdet.
Anstatt über eine deutsche Olympiabewerbung für das Jahr 2040 nachzudenken, sollten wir uns darauf konzentrieren, eine Sportförderung zu entwickeln, die uns bis dahin wieder auf das Niveau des Jahres 1992 bringt.
Sportliche Spitzenförderung funktioniert nur, wenn auch der Breitensport unterstützt wird. Der Stellenwert des Sports in Schulen und Kindergärten sinkt und Sportschulen haben immer weniger Bewerber. Das ist ein Alarmsignal, das wir nicht ignorieren dürfen.
Hier kommt jetzt mein humorvoller Vorschlag, wie wir zukünftig besser abschneiden könnten: Dank des Selbstbestimmungsgesetzes der Ampel könnten doch unsere männlichen Athleten vor der nächsten Olympiade ihr Geschlecht wechseln und dann alle Medaillen in den Frauenwettbewerben gewinnen.
- So sieht es ja aus. - Höchstwahrscheinlich würde das das historisch beste Ergebnis für unser Land bedeuten. Natürlich ist mir bewusst, dass dies nicht einfach so möglich ist, da Sportverbände und Organisationen in der Regel selbst darüber entscheiden, wer in welchen Wettbewerben antreten darf.
Ich möchte mit diesem Gedanken lediglich auf ein echtes Problem hinweisen. Wir müssen ernsthaft über die Fairness im Sport und den Umgang mit Athleten diskutieren, die ihr Geschlecht je nach Vorteil anpassen können. Eine mögliche Lösung könnte darin bestehen, dass eine olympische Kommission anhand körper- licher Merkmale, nicht nur der primären Geschlechtsmerkmale, eine faire Zuordnung vornimmt,
um Missbrauch zu vermeiden, Herr Striegel. Wir sollten verhindern, dass unfaire Vorteile in den Wettbewerb gelangen. Eine Vorstellung, wie sie der Zwitter Imane Khelif bis hin zum Olympiasieg im Weltergewicht abgeliefert hat, will ich nicht noch einmal erleben müssen.
Lassen Sie uns also nicht nur über Verbesserungen reden, sondern diese auch aktiv umsetzen. Unsere Kinder und zukünftigen Olympioniken verdienen die bestmöglichen Voraussetzungen, um im Jahr 2040 nicht nur an die Erfolge von 1992 anzuknüpfen, sondern sie zu übertreffen. Es geht nicht allein um Medaillen, es geht um den Stolz, den Sport in die Herzen unserer Kinder zu tragen, damit auch sie eines Tages sagen können: Ich war dabei, als unser Land Geschichte schrieb. - Vielen Dank.
Herr Präsident! Hohes Haus! Wenn man mich früher als Kind gefragt hätte „Was willst du später einmal werden?“, hätte ich gesagt: Olympiasieger. Ich fand das schon immer toll, vor dem Fernseher zu sitzen und mitzufiebern. Mein Zimmer war - es gab zu DDR-Zeiten keine „Bravo“ - voll mit Plakaten von Olympiasiegern. Der SC Magdeburg hatte ja ganz viele. Ich fand das immer toll. Ich wollte immer da oben stehen. Ich wollte immer, dass die Nationalhymne einmal für mich gespielt wird. Es hat nicht geklappt.
Das ist bitter, aber umso mehr freue ich mich für alle, die das bei der Olympiade 2024 erreicht haben. Wir haben eine tolle Olympiade erlebt mit einer tollen Eröffnungsfeier, einer tollen Schlussfeier. Die Partys im Deutschen Haus sollen legendär gewesen sein. Vielleicht sollten wir beim nächsten Mal hinfahren.
Sachsen-Anhalt ist erfolgreich und an Medaillen hoch dekoriert von diesen Olympischen Spielen zurückgekehrt. Lukas Märtens, 400 m Freistil - und mir ging es wie dem Ehrenpräsidenten des Landessportbundes, bei dem Interview hatte ich einen Kloß im Hals. Ich bin auch schon am Überlegen, ob wir in Magdeburg das Stadtmarketing nicht einfach einstampfen und das Interview von Lukas Märtens in Dauerschleife laufen lassen. Schöner als er kann man über seine Heimatstadt Magdeburg nicht reden.
Miriam Butkereit aus Halle, Silber im Judo, Tim Hornke und Lukas Mertens, Silber im Handball, und Isabel Gose, 1 500 m Freistil, Bronze- medaille - von dieser Stelle einen ganz herz- lichen Glückwunsch dazu.
Weil wir bei Isabel Gose sind - wir verteilen im Sport auch B-Noten -, kann ich mir die Bemerkung nicht verkneifen, dass mein Verständnis darüber, dass sich eine Frau, die möglicherweise gerade den größten sportlichen Moment in ihrer Karriere erlebt und die Bronzemedaille gewonnen hat, fragen lassen muss, wie das jetzt ist mit einem Exfreund und der Goldmedaille.
Ich finde, um im Sportjargon zu bleiben, der Reporter hat seine Nominierung nicht gerechtfertigt und ist im Vorlauf ausgeschieden.
Ich möchte auch jenen gratulieren, die nicht für Deutschland Gold, Silber und Bronze geholt haben, aber für Sachsen-Anhalt. Das ist einmal - ich hoffe, ich spreche das richtig aus - Sharon van Rouwendaal, 10 km Freiwasser, Gold für die Niederlande und für Sachsen-Anhalt, Magnus Saugstrup im Handball - dem hätte ich die Silbermedaille eher gegönnt, aber ich gratuliere ihm auch zu Gold - für Dänemark, Moesha Johnson, 10 km Freiwasser, Silber, startet für Australien, und Sergey Hernández, Handball, Bronze, startet für Spanien.
nächstes Jahr, in der nächsten Saison mit einem ganzen Medaillensatz an Olympiamedaillen spielen. Ich finde, verheißungsvoller kann eine Handball-Bundesligasaison nicht starten.
Olympiasiege fallen nicht vom Himmel. Dafür muss man etwas tun. Das wissen alle, die in den Vereinen unterwegs sind, die die Basis dafür legen, die heute die Talente von morgen trainieren, und dafür muss man in der Spitze etwas tun. Deshalb schließen wir uns als Fraktion der Forderung an, das Bundesleistungszentrum Schwimmen muss nach Magdeburg.
Bernd Berkhahn und sein Team wissen, wie es geht. Das ist ganz offensichtlich. Die anderen schlafen nicht, sie rüsten bei den Trainingsbedingungen nach. Deshalb finde ich, dass unsere Athletinnen und Athleten da auch einen Sprung nach vorn und die besten Trainingsbedingungen verdient haben. Deshalb: Eine neue Halle und das Schwimmleistungszentrum gehören nach Magdeburg.
Meine Damen und Herren! Der Sport in Sachsen-Anhalt ist in guten Händen. Sie sind schon gegrüßt worden, ich will das nicht wiederholen, aber der LSB, der Olympiastützpunkt, die Fachverbände, die Eliteschulen des Sports, die Kreis- und Sportbünde, die Vereine vor Ort und vor allen Dingen auch das Umfeld, die Trainer, die Eltern, die Freunde - all das ist Sport in SachsenAnhalt, und ich finde, der Sport in Sachsen-Anhalt ist in guten Händen.
Der Sport in Sachsen-Anhalt ist auch in dieser Koalition in guten Händen. Ich will ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern. Jede der Koali-
tionsfraktionen hat ihren Turnbeutel; unserer bin ich. Wenn Haushaltsverhandlungen sind, dann ist die Wunschliste von uns Turnbeuteln immer da. Das liegt einmal daran, dass wir eine intrinsische Motivation haben, das liegt aber auch daran, dass es wirklich einen sehr guten Austausch mit dem organisierten Sport in Sachsen-Anhalt gibt. Das ist also Lobbyarbeit im besten Sinne. Ich weiß, dass bei mir in der Fraktion alle die Augen verdrehen, wenn ich die Wunschliste vorlege, aber am Ende ist klar, wenn für den Sport etwas geht, dann machen auch alle mit, weil Sachsen-Anhalt ein Sportland ist, und das wird auch so bleiben.
Zum Thema Leistungssportförderung. Die Ministerin hat die Aufgabenliste, die Themenliste schon vorgelesen. Das Thema „Wie behalten wir unsere Trainerinnen und Trainer?“ wird, glaube ich, ganz oben stehen, weil es ohne Trainerteams keine Wettkampferfolge gibt, egal ob bei Olympischen Spielen oder bei anderen Wettkämpfen. Darauf will ich jetzt nicht eingehen.
Ich möchte ein Thema ansprechen, das mich persönlich geärgert hat, das in meinem Umfeld viele geärgert hat und das auch unsere Athletinnen und Athleten geärgert hat, wenn man der Presseberichterstattung gefolgt ist. Das ist das Thema Doping. Ich finde, das IOC muss sich für die nächsten Olympischen Spiele - ich möchte auch unsere Vertreterinnen und Vertreter aus Deutschland im IOC aufrufen, sich dafür einzusetzen - mit dem Thema Chancengleichheit bei Dopingvergehen auseinandersetzen.